Klimaschutz braucht Initiative

Die Nationale Klimaschutzinitiative
Der Schutz des Klimas geht uns alle an. Jeder kann hierzu einen Beitrag leisten und die Chancen nutzen, die sich hieraus ergeben. Darauf baut die Nationale Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums.

Die Nationale Klimaschutzinitiative auf einen Blick

2008 ins Leben gerufen, um gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Akteuren aus Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft innovative Konzepte zu entwickeln und sie aktiv umzusetzen, wurden bis 2014 bereits mehr als 19.000 Projekte mit 555 Millionen Euro gefördert. Die Programme der Nationalen Klimaschutzinitiative tragen dazu bei, dass Deutschland seine nationalen Klimaschutzziele erreicht: bis zum Jahr 2020 die Treibhausgasemissionen in Deutschland um mindestens 40 Prozent zu senken – und bis 2050 sogar um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990. Um dieses langfristige Ziel zu erreichen, bedarf es bereits heute der Mitwirkung und Einbeziehung aller. Die Nationale Klimaschutzinitiative deckt dabei ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Sie richtet sich an Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen und Bildungseinrichtungen. Die Nationale Klimaschutzinitiative umfasst die Förderprogramme Kommunalrichtlinie, innovative Einzelprojekte, gewerbliche Kälteanlagen, Mini-KWK-Anlagen, Hybridbusse.

Klimaschutz braucht Hebel

Kleiner Anschub, große Wirkung

Der Hebeleffekt auf einen Blick

Die Programme der Nationalen Klimaschutzinitiative sind Hebel für den Klimaschutz. Die eingesetzten Fördermittel ziehen ein Vielfaches an Investitionen für den Schutz des Klimas nach sich und bieten Anreize mitzumachen. Im Rahmen der Richtlinie für gewerbliche Kälteanlagen, beispielsweise in Supermärkten, wird inzwischen ein Hebeleffekt von 5,8 erreicht. Das bedeutet: Die beteiligten Unternehmen investieren also zusätzlich zum Förderbeitrag selbst 5,8 Mal so viel Eigenmittel. So zogen Fördermittel von insgesamt 94 Millionen Euro Investitionen der Unternehmen von mehr als 453 Millionen Euro nach sich. Ein beachtenswerter Effekt, verursacht die Kältetechnik doch etwa 16 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland. Bei der Richtlinie für Mini-KWK-Anlagen konnte ein Hebeleffekt von 5,1 erreicht werden. Bis 2014 wurden bereits 10.000 Blockheizkraftwerke gefördert. Diese Anlagen können bis zu 100 Prozent des Wärme- und 80 Prozent des Strombedarfs abdecken.

Klimaschutz braucht Wirtschaft

Netzwerken für den Klimaschutz

Netzwerke und die Nationale Klimaschutzinitiative auf einen Blick

Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen haben einen nennenswerten Anteil an der Klimabilanz. 24 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen werden in diesen Sektoren freigesetzt. Die Wirtschaft ist deshalb ein zentraler Partner für den Klimaschutz. Unternehmen bringen mit ihrer Innovationskraft neue, effizientere Produkte und  Verfahren hervor, die den Klimaschutz weiter voranbringen. Ein wichtiger Ansatz im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative ist die Förderung von Energieeffizienznetzwerken. Als Teil dieser Netzwerke können sich Unternehmen über Einsparerfolge und Erfahrungen austauschen. Professionelle Berater unterstützen die Unternehmen dabei, Energieeinsparpotenziale zu identifizieren und zu heben.

Mit Förderung der Nationalen Klimaschutzinitiative wurden 30 Pilot-Netzwerke aufgebaut. Je Netzwerk schlossen sich bis zu 15 Unternehmen zusammen, wobei insgesamt 370 Betriebe erreicht werden konnten. Der Erfahrungsaustausch innerhalb dieser Netzwerke trug dazu bei, die Energiekosten in den teilnehmenden Unternehmen doppelt so schnell zu senken wie in anderen Betrieben. Somit leisten diese Betriebe nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Sie erhöhen gleichzeitig auch ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Klimaschutz braucht Kommunen

Städte und Gemeinden bringen den Klimaschutz nach vorn

Die Kommunalrichtlinie auf einen Blick

Deutschlandweit zeigen viele Beispiele vor Ort, wie der Klimaschutz gelingen kann und welche Vorteile die Region davon hat. Klimaschutz ist für Kommunen nicht nur eine Herausforderung, sondern bietet auch Chancen: Kommunen, die heute in den Klimaschutz investieren, senken beispielsweise ihre Energiekosten in Schulen, Sporthallen oder Rathäusern und entlasten so langfristig ihren Finanzhaushalt.

Im Rahmen der Kommunalrichtlinie wird beispielsweise die Sanierung von Innen- und Hallenbeleuchtungen gefördert. Durch den Einsatz moderner LED-Leuchtmittel werden Stromeinsparungen von mindestens 50 Prozent erreicht. Die Kommunalrichtlinie bietet Städten, Gemeinden und Landkreisen Unterstützung bei der Erarbeitung lokaler Klimaschutzstrategien und -projekte: sowohl Beratungsleistungen als auch konkrete Investitionen werden gefördert. Insgesamt konnten so bereits 7.000 Projekte in rund 3.000 Kommunen gefördert werden.

Klimaschutz braucht Management

Potentiale erkennen, Potentiale ausschöpfen

Klimaschutzmanagement auf einen Blick

Klimaschutzmanagerinnen und -manager sind wahre Allroundtalente: Sie koordinieren die Klimaschutzaktivitäten in der Kommune und sorgen dafür, dass aus Ideen und Konzepten konkrete sichtbare Projekte entstehen. Zur Verankerung des Klimaschutzes als eigenes Aktionsfeld in der Kommune leisten sie einen wichtigen Beitrag. Als zentrale Anlaufstelle für den Klimaschutz bündeln die Managerinnen und Manager Informationen und zeigen Klimaschutzpotenziale auf. Sie bringen Bürgerinnen und Bürger, Verwaltung und Unternehmen an einen Tisch und koordinieren die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen. Mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit werben sie für ihr Thema und motivieren in der Kommune zum Mitmachen. Die dadurch erzielten Einsparungen an Treibhausgasen sind nicht nur gut für das Klima, sondern ebenso für den Finanzhaushalt. Bisher wurden im Rahmen der Kommunalrichtlinie etwa 450 Stellen für Klimaschutzmanagerinnen und -manager gefördert.