Wettbewerb "Kommunaler Klimaschutz 2013"

Dokumentation zum Wettbewerb

In drei verschiedenen Kategorien erhielten insgesamt zehn Preisträger eine Auszeichnung für ihre herausragenden Aktivitäten im kommunalen Klimaschutz. Die Dokumentation porträtiert die Gewinner und ihre Projekte.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit

Video zur 6. Kommunalkonferenz und Preisverleihung zum Wettbewerb "Kommunaler Klimaschutz 2013"

Video zur 6. Kommunalkonferenz und Preisverleihung "Kommunaler Klimaschutz 2013"

 

Der Wettbewerb

Insgesamt gab es 138 Bewerbungen für den Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz 2013“. Die Preisträger der ersten Kategorie „Klimaschutz in kommunalen Liegenschaften“ (64 Bewerbungen) erhalten jeweils ein Preisgeld von 40.000 Euro. In der zweiten Kategorie „Kommunales Energie- und Klimaschutzmanagement“ (27 Bewerbungen) und in der dritten Kategorie „Kommunaler Klimaschutz zum Mitmachen“ (47 Bewerbungen) gibt es jeweils 20.000 Euro. Die Preisgelder werden von den Kommunen wieder in Klimaschutzprojekte investiert. Initiator des Wettbewerbs, der Kommunen und Regionen auszeichnet, die im Klimaschutz besonders vorbildliche Maßnahmen, Managementstrategien oder Aktionen realisiert haben, ist das Bundesumweltministerium in Kooperation mit dem beim Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) angesiedelten Service- und Kompetenzzentrum: Kommunaler Klimaschutz. Kooperationspartner sind der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund. Der Wettbewerb wird auch im Jahr 2014 erneut ausgelobt.

Die Preisverleihung

Die Preisverleihung fand am 18. November 2013 in Berlin im Rahmen der 6. Kommunalkonferenz „Kreative Kraft Klimaschutz: Innovationen, Investitionen, Inspirationen“ statt. Ausrichter sind das Bundesumweltministerium und das Service- und Kompetenzzentrum: Kommunaler Klimaschutz in Kooperation. Kooperationspartner sind der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund.

Bilder von der Preisverleihung

 

Die Preisträger und ihre Projekte

Kategorie 1: "Klimaschutz in kommunalen Liegenschaften"

  • Schleiz Stadtbibliothek „Dr. Konrad Duden"
    Schleiz Stadtbibliothek „Dr. Konrad Duden"
    © Evisco

    Stadt Schleiz (Thüringen): „Energetische Sanierung und Umbau eines Baudenkmals zur Stadtbibliothek“

    Mit dem klimafreundlichen Umbau eines Baudenkmals zur Stadtbibliothek „Dr. Konrad Duden“ hat die Stadt Schleiz in besonderer Weise Klimaschutz und Denkmalschutz miteinander verknüpft. Abgestimmt auf die Gegebenheiten des historischen Gebäudes sorgen verschiedene Energieeffizienz- und Energieeinsparmaßnahmen sowie die Nutzung oberflächennaher Geothermie für hohe CO2-Einsparungen.
  • Passivhaus-Kindergarten St. Silvester in Hüfingen
    Passivhaus-Kindergarten St. Silvester in Hüfingen
    © Evisco

    Stadt Hüfingen (Baden-Württemberg): "Neubau des Passivhaus-Kindergartens St. Silvester"

    Mit dem Neubau des Kindergartens St. Silvester als Passivhaus hat die Stadt Hüfingen konsequent großen Wert auf eine klimafreundliche Umsetzung gelegt. So wurden schon bei der Auswahl und Beschaffung der Baustoffe hohe ökologische Standards berücksichtigt. Das Gebäude verknüpft nun auf effektive Weise Energieeffizienz mit erneuerbarer Energie und erreicht dadurch eine CO₂-Vermeidung von rund fünf Tonnen pro Jahr. Bei der Umsetzung haben Bürgerinnen und Bürger in 700 freiwillig geleisteten Arbeitsstunden tatkräftig mitgeholfen und so zum Erfolg des Vorhabens beigetragen.
  • Hohen Neuendorf Passivhaus Grundschule
    Hohen Neuendorf Passivhaus Grundschule
    © IBUS Architekten

    Stadt Hohen Neuendorf (Brandenburg): "Passivhaus-Grundschule mit Plusenergieoption"

    Mit ihrer im Ortsteil Niederheide neu errichteten Passivhaus-Grundschule verknüpft die Stadt Hohen Neuendorf auf vorbildliche Weise den Einsatz erneuerbarer Energie mit Energieeffizienz und -einsparung. Im Vergleich zu einem Standardgebäude vermeidet das Gebäude jährlich etwa 240 Tonnen CO2. Zugleich überzeugt es durch einen hohen Nutzerkomfort. Ein konsequentes und zukunftweisendes Vorgehen zeigt auch die baubegleitende Lebenszyklusanalyse sowie die Konzeption als Plus-Energie-Gebäude.

Kategorie 2: "Kommunales Energie- und Klimaschutzmanagement"

  • „Energiemanagement“ in Lübeck
    „Energiemanagement“ in Lübeck
    © Evisco

    Hansestadt Lübeck (Schleswig-Holstein): "Optimierung der Heizanlagen durch gering investive Maßnahmen"

    Um dem hohen Energieverbrauch ihrer Liegenschaften im Bereich der Heizanlagen zu begegnen, hat die Hansestadt Lübeck die Abteilung „Energiemanagement“ eingerichtet. Allein mit gering investiven Maßnahmen ist es so gelungen, beachtliche Einsparungen im Bereich der Wärmeenergie zu erreichen. Mit Sachmitteln von nur 17.000 Euro konnten z. B. im Jahr 2012 mehr als 250.000 Euro Energiekosten eingespart werden. Zugleich vermeidet die Kommune dadurch jährlich bis zu 800 Tonnen CO2.
  • Nürnberg Innendämmung im Denkmalschutz
    Nürnberg Innendämmung im Denkmalschutz
    © Stadt Nürnberg

    Stadt Nürnberg (Bayern): „Innendämmung denkmalgeschützter Gebäude“

    Die Stadt Nürnberg nimmt beim Thema energetische Sanierungen denkmalgeschützter Gebäude durch den systematischen Einsatz von Innendämmung eine Vorreiterrolle ein. In einem Pilotprojekt konnte sie den Erfolg ihrer Vorgehensweise belegen. Seither ist das Verfahren zu einem festen Element von Sanierungsplänen geworden. Insgesamt wurden in Nürnberg schon 30 Innendämmprojekte erfolgreich umgesetzt. Dadurch erzielt die Stadt eine CO2-Einsparung von rund 120 Tonnen jährlich.
  • Energiemanagement im Landkreis Stendal
    Energiemanagement im Landkreis Stendal
    © Evisco

    Landkreis Stendal (Sachsen-Anhalt): "Zehn Jahre kommunales Energiemanagement"

    Mit seinem systematischen und zentral organisierten Energiemanagement zeigt der Landkreis Stendal, wie erfolgreicher Klimaschutz auch bei einer angespannten Haushaltssituation aussehen kann. Um den Verbrauch von Wärmeenergie, Strom und Wasser zu senken, hat er seit 2002 mit Erfolg zahlreiche technische und nutzerbedingte Maßnahmen umgesetzt, die zum Großteil keine oder nur geringe Investitionen erforderen. Vor allem die Einsparerfolge im Bereich der Wärmeenergie sind beachtlich und schonen nicht nur das Klima, sondern auch den kommunalen Haushalt.

Kategorie 3: "Kommunaler Klimaschutz zum Mitmachen"

  • Klima ist heimspiel in Dortmund
    Klima ist heimspiel in Dortmund
    © Umweltamt Stadt Dortmund

    Stadt Dortmund (Nordrhein-Westfalen): "Dachmarke ‚Klima ist heimspiel‘"

    Die Entwicklung und Einführung der Dortmunder Dachmarke „Klima ist heimspiel“ besticht durch Systematik und Originalität. Lokale Gegebenheiten wurden geschickt genutzt, um in der Bevölkerung Aufmerksamkeit zu erregen. Damit erfüllt die Dachmarke ihr Ziel, Klimaschutzprojekte der Stadt sichtbar zu machen, zu begleiten und die Bürgerinnen und Bürger für den Klimaschutz zu sensibilisieren. Um die Kosten gering zu halten, setzte die Stadt bei der Umsetzung auf Kooperationen und Synergien mit anderen Aktivitäten.
  • Mitmachaktion in Freiburg
    Mitmachaktion in Freiburg
    © A. J. Schmidt/zerofoto

    Stadt Freiburg (Baden-Württemberg): „Mitmachaktion ‚200 Familien aktiv fürs Klima“

    Mit dem Projekt „200 Familien aktiv fürs Klima“ hat die Stadt Freiburg ein Konzept ihrer französischen Partnerstadt Besançon aufgegriffen, an die lokalen Bedingungen angepasst und weiterentwickelt. Ein Jahr lang hat sie die teilnehmenden Projekthaushalte auf unterschiedlichen Ebenen für eine CO2-sparende und ressourcenschonende Lebensweise sensibilisiert und zu eigenem Engagement motiviert. Durch die Verbreitung der Projektinhalte auf der städtischen Homepage sowie über verschiedene Medien und Kooperationspartner zeigt die Aktion Multiplikatorwirkung und Vorbildcharakter.
  • KlimaInsel Juist
    KlimaInsel Juist
    © Evisco

    Inselgemeinde Juist (Niedersachsen): "‘KlimaInsel‘ – nachhaltiger Tourismus und CO2-Reduktion"

    Mit dem Projekt „KlimaInsel“ möchte die Inselgemeinde Juist ihr ambitioniertes Ziel, bis 2030 klimaneutral zu werden, erreichen. Dabei setzt sie auf eine breite Beteiligung. Vor allem die Tourismusbranche als größter Wirtschaftszweig und CO2-Verursacher wird intensiv zu Klimaschutzaktivitäten motiviert und bei der Umsetzung unterstützt. Auch die Bevölkerung wird mit unterschiedlichen Aktionen für das Thema CO2-Einsparen sensibilisiert: Jung und Alt, Einheimische und Urlaubsgäste. Darüber hinaus geht die Gemeindeverwaltung selbst mit gutem Beispiel voran.