Projekt des Monats Februar 2016: Mehr Moorschutz durch MoorFutures

Klimaschutz trifft Biodiversität
Moorbäder der natürlichen Art: Moorfrösche im Frühling, Foto: www.moorinfo.ribnitz-damgarten.de
Moorbäder der natürlichen Art: Moorfrösche im Frühling
© www.moorinfo.ribnitz-damgarten.de
Wer das Glück hat, in seiner Nähe ein intaktes Moor, noch dazu mit erschlossenen Lehrpfaden, zu haben, den erwartet im Frühjahr ein ganz besonderes Naturschauspiel. Mit wachsamen Augen und Ohren gelingt es, den seltenen Moorfrosch zu entdecken. Dieser färbt sich zur Paarung eindrucksvoll blau. Aber Vorsicht: Wer dem Quaken folgt, landet mitunter am falschen Ort. Moorfrösche erinnern mit ihren Rufen eher an das Blubbern einer im Wasser abtauchenden Flasche. Hierauf zu achten und etwas Glück führen den Suchenden ans Ziel.

Spinnen entfalten ihre filigranen Netze in der Moorlandschaft

Spinnen entfalten ihre filigranen Netze in der Moorlandschaft.


© Nautilusfilm GmbH/polyband Medien GmbH

Welche Faszination von Mooren ausgehen können, lässt sich derzeit auch in dem Dokumentarfilm "Magie der Moore" von Jan Haft bestaunen. Mit wundervollen Nahaufnahmen und Zeitraffern gelingt es ihm die Veränderung von Flora und Fauna im Wandel der Jahreszeiten abzubilden, treten Elche und Bären, Rebhühner und Kraniche vor die Linse. Dann schieben sich vor unsere allgemein verbreiteten, manchmal düsteren Vorstellungen über Moore plötzlich Bilder überraschender Lebendigkeit und Dynamik. Sie zeigen auch, mit welchem Einfallsreichtum Pflanzen und Tiere sich auf die besonderen Umstände in Mooren und aufeinander eingestellt haben. 

Moore sind jedoch nicht nur für die Vielzahl an Naturliebhabern und weit über den Naturschutz hinaus von Bedeutung. Werden sie trockengelegt, sind sie beachtliche Treibhausgasquellen, die den Klimawandel beschleunigen. Intakte Moore binden hingegen klimagefährdende Treibhausgase und leisten demgegenüber noch weitaus mehr:

  • Moore sind Wasserfilter und verbessern deshalb dessen Qualität.
  • Moore wirken wie ein Schwamm, der starke Regenfälle und steigende Flüsse ausgleichen kann.
  • Moore strahlen im Sommer eine angenehme Kühle aus, die bis weit hinein in die Region wirkt und den Menschen etwas Erholung verschafft. 

Der knallrote Sumpfsaftling hebt sich leuchtend von der Moorwiese ab

Der knallrote Sumpfsaftling hebt sich leuchtend von der Moorwiese ab.


© Nautilusfilm GmbH/polyband Medien GmbH

Die Informationskampagne

Diese vielfältigen Leistungen von Mooren und ihre Bedeutung für die zukünftige Klimaschutzpraxis verständlicher zu machen, ist das Ziel des Kommunikations- und Bildungsprojektes "Mehr Moorschutz durch MoorFutures. Klimaschutz trifft Biodiversität." der Akademie für Nachhaltige Entwicklung MV (kurz: ANE).

Hierfür sollen bis Ende 2018 in Brandenburg, Mecklenburg‐Vorpommern und Schleswig‐Holstein 50 Moor-Info-Punkte etabliert werden. Neben vielfältigen Informationsmaterialien rund um die Moore wird hier über das regionale Engagement für den Moorschutz informiert.

Gleichzeitig ist hiermit eine Informationskampagne zur Finanzierung von Moorwiedervernässung durch MoorFutures verbunden. Die Inwertsetzung der von Mooren erbrachten Ökosystem- und Klimaschutzleistungen ist somit das Ziel von MoorFutures. Mit MoorFutures wird schon heute die Wiedervernässung ausgewählter Moore in Brandenburg, Mecklenburg‐Vorpommern und Schleswig‐Holstein finanziert. Ein MoorFuture entspricht dabei der Vermeidung von einer Tonne CO2

Die Frostlibelle ist ein märchenhaft anmutendes Wesen

Die Frostlibelle ist ein märchenhaft anmutendes Wesen.


© Nautilusfilm GmbH/polyband Medien GmbH

Kompensation von CO2

Deshalb soll auch innerhalb des Projektes nicht nur fleißig informiert, sondern auch kompensiert werden. Unternehmen und Bildungseinrichtungen, Sportveranstaltungen und Kulturevents sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger sollen im Laufe des Projektes über die Ausrichtung klimafreundlicher Events beraten werden. MoorFutures soll ihnen dabei als freiwillige CO2-Kompensationsmöglichkeit nicht vermeidbarer Emissionen vorgestellt werden. Die Kompensation via MoorFutures erfolgt dann direkt in den Ländern Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Brandenburg und in Kooperation mit den zuständigen Partnern: der Flächenagentur Brandenburg GmbH (für Brandenburg), dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz (für Mecklenburg-Vorpommern) und der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein GmbH (für Schleswig-Holstein).

Die "Magie der Moore" zeigt sich den Zuschauern auch in dieser Hinsicht als beispielgebend: Die Produzenten (nautilusfilm/polyband Medien) des Naturfilms "Magie der Moore" haben sich entschieden, die bei der DVD- und Blu-ray-Produktion entstandenen CO2-Emissionen mit den MoorFutures® - Kohlenstoffzertifikaten zu kompensieren und einen aktiven Beitrag zum Moor- und Klimaschutz zu leisten. Ab 26. Februar 2016 werden die klimafreundlich produzierten DVD- und Blu-ray-Box zum Film "Magie der Moore" im Handel erhältlich sein.