Nahaufnahme Klimaschutz
März 2017

Claus Schrick, Klimaschutzmanager in Saarbrücken

Mehr als 450 Klassen- und Gruppenräume in den Saarbrücker Kindergärten und Schulen wurden in den vergangenen Jahren mit Raumklimastationen ausgestattet. Klimaschutzmanager Claus Schrick hat die Messstationen speziell für Kinder und Jugendliche entwickelt, um ihnen ein besseres Verständnis für das Raumklima zu vermitteln – und um auf diese Weise zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Energie und Wärme beizutragen.
Zitat
„Gib acht auf den Klimaschutz – überall dort wo es in deinen Händen liegt und du dich einbringen kannst.“

SK:KK: Welches sind aus Ihrer Sicht besonders geeignete Materialien für die Arbeit in Kitas und Grundschulen?

Claus Schrick: Mit den Raumklimastationen haben wir ein kindgerechtes Messgerät speziell für den Einsatz in Klassen- und Kitaräumen entwickelt. Die Messgeräte erfassen Temperatur und Luftfeuchtigkeit und zeigen an, wann ein Raum gelüftet werden muss. Auf diese Weise soll der sorgfältige Umgang mit Heizenergie erlernt und die Luftqualität verbessert werden. Die bildliche Darstellung von Luftfeuchtigkeit und Temperatur kann schon von Kindern im Kindergartenalter abgelesen werden. Inzwischen haben wir mehr als 450 Klassen- und Gruppenräume damit ausgestattet. So nutzen wir zugleich die Möglichkeit, die Erwachsenen durch das wache Interesse der Kinder ebenfalls zu sensibilisieren. Außerdem haben wir verschiedene Piktogramme mit praxisorientierten Anweisungen erstellt, wie zum Beispiel „Heizung an – Tür schließen!“. Aber auch ein gesundes Frühstück, die Vermeidung von Umweltverschmutzungen und viele weitere Verhaltensregeln tragen in den Saarbrücker Einrichtungen zu einem tieferen Umweltbewusstsein bei.

SK:KK: Mit „KlimaKids Saarbrücken“ haben Sie einen Wettbewerb für Klimaprojekte ins Leben gerufen. Können Sie uns diesen Wettbewerb genauer beschreiben?

Claus Schrick: Mit „Ökologische Schule und Kindergarten“ gab es in der Vergangenheit bereits einen ähnlichen Wettbewerb, bei dem als Parameter die Verbräuche von Strom und Wärme je Schule bzw. Kita berücksichtigt wurden. Mit der Ausweitung der Nutzungszeiten und der Umwandlung von Grundschulen in Ganztagsschulen wurde es jedoch immer schwieriger, den Wettbewerb in der damaligen Form zu realisieren. So hatte Carsten Emmeluth, langjähriger Mitarbeiter im Energiemanagement, neben der Namensänderung die Idee, auch individuelle Projekte auszuzeichnen.

2016 konnten wir erstmals aus 14 eingereichten Einzelprojekten auswählen und haben daraufhin 15.000 Euro an fünf Kitas und Grundschulen verteilt. Ein großer Erfolg liegt aber vor allem darin, dass sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen hautnah mit fast allen Themen des Klimaschutzes und -wandels konfrontiert wurden. So haben sich die Kinder mit dem Raumklima, aber auch mit Wertstoffen, Abfall- und Müllvermeidung beschäftigt und wurden als Umweltpolizei ausgebildet.

SK:KK: Welche Rolle spielen aus Ihrer Sicht generell finanzielle Anreize für erfolgreichen Klimaschutz?

Claus Schrick: Viele denken, Subventionen lösen die Probleme. Aus meiner Sicht ist genau das Gegenteil der Fall. Entscheidend ist, selbst die Initiative zu ergreifen und aus der Aussicht auf Kostenersparnis heraus sukzessive eine Veränderung herbeizuführen. Viele kleine Schritte sind oft nicht teuer. Leider fehlt immer wieder der entscheidende Wille. Mangelndes Durchsetzungsvermögen, falsche Rücksichtnahme und Bequemlichkeit stehen häufig im Wege.

SK:KK: Welches sind für Sie die wichtigsten Erfolgsfaktoren für ein derartiges Projekt?

Claus Schrick: Entscheidend ist, dass ein Umdenken stattfindet. Das geht nur über geschulte Kräfte, die kontinuierlich aufklären und für die Umsetzung sorgen. Generell ist das sicherlich nicht von heute auf morgen möglich. Ich bin jedoch optimistisch, dass es gelingt, die Energie- und Wasserkosten mittel- und langfristig deutlich zu senken. Und das trotz steigender Nutzungszeiten, die durch die zunehmenden Aufgaben im Bereich der Nachmittagsbetreuung, Migration und Integration bereits in Kitas und Grundschulen entstehen. Für mich ist es außerdem besonders wichtig, Menschen dazu zu bewegen, mehr Eigeninitiative zu entwickeln und selbst zu Vorbildern zu werden. Dazu gehört vor allem, demjenigen Anerkennung und Lob zu zollen, der sich mutig und für das Allgemeinwohl engagiert.

  • Wissensvermittlung zum Thema "Richtig Heizen und Lüften"
    © Claus Schrick
  • KlimaKids bei der "Arbeit"
    © Claus Schrick
Porträt

Name

Claus Schrick

Ausbildung

Dipl.-Ing. (El. Energietechnik), Klimaschutzmanager (IHK)

Kontaktdaten

Landeshauptstadt Saarbrücken - Die Oberbürgermeisterin
Amt für Klima- und Umweltschutz
Kohlwaagstraße 4 (Haus Berlin)
66111 Saarbrücken

Tel.: 0681 905-4083
Fax: 0681 905-4086
Mail: Claus.Schrick@saarbruecken.de
www.saarbruecken.de

Bundesland

Saarland

Landkreis

Regionalverband Saarbrücken

Einwohnerzahl und Größe der Gemeinde

ca. 182.000 Einwohner (Stand 12/2016)

Meine Verortung in der Kommune

Amt für Klima- und Umweltschutz

Ich bin Klimaschutzmanager für...

...die Umsetzung des Klimaschutz-Teilkonzepts „Schulen und Kindergärten“ aus dem Jahr 2011 (Klimaschutz-Teilkonzept „Klimaschutz in eigenen Liegenschaften“)

Projektlaufzeit

1.6.2015 – 31.5.2017

Highlights der vergangenen Monate

- Virtuelle Klimawoche: 5 Themen zum Klimawandel und Klimaschutz
- Gib 8 auf den Klimaschutz mit 8 Postkarten
- Verteilung von Raumklimastationen in 450 Klassen- und Gruppenräumen städtischer Grundschulen und Kitas
- Begehung und Erstellen von Raumlisten von 30 Grundschulen, 23 Kitas, 25 Hallen und anderen Gebäuden mit allen wichtigen Grunddaten
- Novellierung des Heizbetriebserlasses zur Dienstanweisung Energie
- Einführung einer Jahresliste für die Energieerfassung

Kohlwaagstraße 4
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