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07. Nov. 2019

120 „Kommunale Klima- und Energiescouts“, 51 Projekte, drei Gewinner

Kommunen
Das Ergebnis des Projekts „Kommunale Klima- und Energiescouts“ sind 120 vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) zum Thema Klimaschutz und Energiesparen geschulte Azubis, die insgesamt 51 eigene Projekte in ihren Kommunalverwaltungen initiiert haben. Die drei besten Projekte erhielten je 1.000 Euro für weitere Klimaschutzaktivitäten. Eine Publikation stellt alle Azubi-Vorhaben kurz vor.
  • Die drei Gewinnerteams der Kommunalen Klima- und Energiescouts und Gratulanten auf der Preisverleihung am 6.11.2019 in Berlin
    © Peter Himsel/Difu
  • Das Gewinnerteam der Stadt Ennepetal mit Gratulanten (links: Cornelia Rösler, Difu; rechts: Dr. Sven Reinhardt, BMU)
    © Peter Himsel/Difu
  • Das Gewinnerteam aus dem Landkreis Mühldorf a. Inn mit Gratulanten (links: Cornelia Rösler, Difu; rechts: Dr. Sven Reinhardt, BMU)
    © Peter Himsel/Difu
  • Das Gewinnerteam aus dem Rems-Murr-Kreis mit Gratulanten (links: Cornelia Rösler, Difu; rechts: Dr. Sven Reinhardt, BMU)
    © Peter Himsel/Difu
  • © Peter Himsel/Difu

Neun Auszubildende (Azubis) der Stadt Ennepetal, des Landkreises Mühldorf am Inn und des Rems-Murr-Kreises gehören zu den Gewinnern des Wettbewerbs um das beste "Kommunale Klima- und Energiescout-Projekt". Dafür haben die Kommunen ein Preisgeld in Höhe von je 1.000 Euro erhalten, das wieder in Klimaschutzmaßnahmen investiert wird. Der Wettbewerb ist Teil des Projekts "Kommunale Klima- und Energiescouts", das das Difu mit Förderung aus der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesumweltministeriums in den Jahren 2018 und 2019 bundesweit durchführte. Ziel ist es, Auszubildende aus unterschiedlichen Fachbereichen der Kommunen zu eigenen Klimaschutz-Aktivitäten zu motivieren, um so den Klimaschutzgedanken in die unterschiedlichen Ressorts ihrer Verwaltung zu tragen.

Wettbewerb um die drei besten "Scouts-Projekte"
Alle Azubi-Projekte, die im Rahmen des Vorhabens "Kommunale Klima- und Energiescouts" entwickelt wurden, nahmen an dem Wettbewerb teil. Die insgesamt drei gleichwertigen Gewinnerprojekte ermittelte das Difu in Abstimmung mit dem Bundesumweltministerium. Zwei Azubis der Stadt Ennepetal überzeugten mit ihrer Motivationskampagne "Tu Du’s! – Wir tun‘s und geben‘s weiter!". Fünf Azubis aus dem Landkreis Mühldorf am Inn konnten mit ihrem Projekt "KlimAzubi – Mehrweg-Lunchboxen für das Landratsamt Mühldorf am Inn" hervorstechen. Der Rems-Murr-Kreis schickte zwei Azubis ins Rennen, die mit ihrem Projekt "AZUB1S GO D1G1TAL – Papiereinsparung durch Digitalisierung" punkteten. Um das Engagement zu würdigen und zugleich weiter zu fördern, ist das Preisgeld wieder in den Klimaschutz zu investieren. Die Siegerteams wurden auf der "12. Kommunalen Klimakonferenz" am 6. November 2019 in Berlin offiziell durch das Bundesumweltministerium (BMU) und das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) geehrt. Die Preise übergaben Dr. Sven Reinhardt, Referatsleiter Nationale Klimaschutzinitiative, BMU und Cornelia Rösler, Leiterin Forschungsbereich Umwelt, Difu.

Online-Publiktion mit allen 51 Klimaschutz-Vorhaben
Eine Online-Publikation stellt die Beiträge aller Teilnehmenden vor, um die hohe Qualität der eingereichten "Scout-Projekte" zu würdigen und andere Kommunen anhand der guten Beispiele zur Nachahmung anzuregen. Die Broschüre "Kommunale Klima- und Energiescouts - Azubis aktiv für Klimaschutz 2019" ist kostenlos verfügbar unter www.difu.de/12845.

Die drei Gewinner-Projekte kurz vorgestellt:

Stadt Ennepetal (NRW): "Tu Du’s! – Wir tun‘s und geben‘s weiter!"
Das Projekt der Ennepetaler Auszubildenden überzeugte mit seiner breit angelegten und innovativ gestalteten Motivationskampagne "Tu Du’s! – Wir tun‘s und geben‘s weiter!", die mit einfach umzusetzenden Energiesparmöglichkeiten am Arbeitsplatz ein gemeinschaftliches Klimabewusstsein in der Belegschaft der Stadtverwaltung schaffen möchte. Dazu werden praxistaugliche Energiespartipps als To-do-Listen mittels Pop-ups, die automatisch am PC angezeigt werden, verschickt. Zusätzlich werden Reminder in Form von Motivationskarten mit prägnanten Botschaften an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommunalverwaltungen verteilt. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Durch die Messung und Auswertung von Verbrauchswerten des Monats März 2019 konnten die Azubis ermitteln, dass in allen gemessenen Bereichen bereits Einsparungen gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen sind. Das positive Feedback seitens der Belegschaft, das durch einen Fragebogen ermittelt wurde, unterstreicht den Erfolg des Projekts.

Landkreis Mühldorf am Inn (Bayern): "KlimAzubi – Mehrweg-Lunchboxen für das Landratsamt Mühldorf am Inn"
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Reduzierung des Verpackungsmülls, der durch To-go-Verpackungen in der Mittagspause entsteht. Ziel ist es, diese Verpackungen durch Mehrweg-Lunchboxen zu ersetzen und somit einen wichtigen Beitrag zur Res-sourceneinsparung bzw. Müllvermeidung zu leisten. Auf Basis einer Umfrage unter den Kolleginnen und Kollegen konnten die "Energiescouts" den Bedarf an Mehrweg-behältnissen und das mögliche Einsparpotenzial ermitteln. Zugleich wurde die Beleg-schaft so in das Projekt eingebunden und für das Thema sensibilisiert. Nach Gesprächen mit Gastronomen und unter Berücksichtigung von Hygienevorschriften bestellten die Azubis Mehrweg-Lunchboxen zur Probe und entwickelten einen Slogan sowie ein Logo. Eine erste Hochrechnung über ein Jahr ergab, dass künftig etwa 9.500 Einweg-Behälter durch den Einsatz der Mehrweg-Lunchboxen eingespart werden könnten.

Rems-Murr-Kreis (Baden-Württemberg): "AZUB1S GO D1G1TAL – Papiereinsparung durch Digitalisierung"
Ziel des Projekts ist es, den hohen Papierverbrauch des Landratsamts mit jährlich ca. acht Millionen Blatt Papier zugunsten einer voranschreitenden Digitalisierung zu senken. Die beiden Auszubildenden des "Klima- und Energiescout-Projekts" setzten den Fokus zunächst auf die Digitalisierung der Verwaltungsprozesse im Ausbildungsbereich, um so ein erstes Zwischenziel zu erreichen. Neben der tatsächlichen Reduktion des Ressourcenverbrauchs setzt das Projekt auf eine Sensibilisierung für das Thema Klimaschutz und stärkt zusätzlich die Auszubildenden in der Nutzung der digitalen Infrastruktur. Bisher konnten bereits Azubi-Ordner, Urlaubsanträge, Buchungskorrekturen sowie Beurteilungsbögen digitalisiert werden. Zudem wurde ein eigener Intra-netbereich für die Auszubildenden eingerichtet, der in Form von Beiträgen und einem Blog weitere Tipps und Anregungen zum Thema liefert. Die geringinvestiven Maßnahmen des Projekts haben eine hohe Wirkung, auch weil die Auszubildenden bereits in einer frühen Phase die Funktion von Multiplikatoren übernehmen.

Auszubildende als Multiplikatoren für Klimaschutz
Das notwendige Basiswissen zur Erarbeitung der "Klima- und Energiescout-Projekte" vermittelte das Difu den 120 teilnehmenden Azubis aus mehr als 60 Kommunen in Workshops, die bundesweit an vier Orten angeboten wurden. Neben einer Einführung in Klimaschutz- und Energiethemen sowie damit verbundenen Handlungsmöglichkeiten in den Kommunen wurden Grundlagen von Präsentationstechniken, Projektmanagement, Öffentlichkeitsarbeit sowie Messverfahren vermittelt. Bei der konkreten Erarbeitung und Umsetzung der Klimaschutz- und Energiesparprojekte standen den Auszubildenden Mentoren aus ihren Verwaltungen zur Seite. Langfristig sollen die "Kommunalen Klima- und Energiescouts" den Klimaschutzgedanken ganzheitlich in der kommunalen Verwaltung etablieren und damit auch zur Erreichung der Klimaschutzziele der Bundesregierung beitragen. Das selbstständige Initiieren und Umsetzen von kleinen Projekten fördert zudem die Eigenständigkeit der jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Neben handfesten Einsparungen durch Klimaschutz- und Energieeffizienzmaßnahmen innerhalb der Verwaltung hat das Engagement der Auszubildenden auch eine positive Strahlkraft nach außen und unterstreicht die Vorbildfunktion der Kommunen im Klimaschutz.

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