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Kreis Steinfurt

25.000 Euro Preisgeld für das Projekt „Klimaschutzbürger 2.0“
Kommunen

Die Auszeichnung im Wettbewerb "Klimaaktive Kommune 2020" wurde für das Projekt „Klimaschutzbürger 2.0“ vergeben. 18 Haushalte aus zwölf kreisangehörigen Kommunen haben ein Jahr lang an einem Selbstversuch teilgenommen, um mehr Klimaschutz in den eigenen Alltag zu integrieren – und die Erfahrungen mit der Öffentlichkeit zu teilen.

  • Das Team aus Steinfurt
    © hearts&minds/Difu

Energiewende „von unten“

Die Idee von „Klimaschutzbürger 2.0“: Bürgerinnen und Bürger aus dem Kreis Steinfurt erproben, wie Klimaschutz im Alltag gelingt. Die Erfahrungen werden öffentlich bekannt gemacht und sollen andere zum Nachmachen anregen. Über die Presse und soziale Medien wurden 2018 alle Bürgerinnen und Bürger im Kreis aufgerufen, sich für eine Teilnahme zu bewerben. Bei der Auswahl der „Klimaschutzbürger 2.0“ achtete der Kreis auf eine möglichst weite räumliche Verteilung sowie auf unterschiedliche Haushaltsstrukturen. Das Projekt lief von Januar 2019 bis Februar 2020 und wurde von einem abwechslungsreichen Programm aus insgesamt zwölf Veranstaltungen zu den Themen „Ernährung und Konsum“, „nachhaltige Mobilität“ sowie „Energiesparen und Wohnen“ für die 18 ausgewählten Haushalte begleitet. Neben Infoveranstaltungen gab es zahlreiche interaktive Events. So stand ein Klimakochkurs mit regionalen und saisonalen Zutaten auf dem Programm, konnten die Teilnehmenden erste Meter auf einem Lastenrad zurücklegen, an einem Spritspar-Fahrtraining teilnehmen oder sich in Energiefragen individuell beraten lassen.

Eine breit angelegte Presse- und Öffentlichkeitskampagne begleitete das Projekt während seiner gesamten Laufzeit. Dabei schlüpften die Teilnehmenden selbst mehr und mehr in die Rolle von erfolgreichen Botschafterinnen und Botschaftern für Klimaschutz und berichteten in den Medien und bei Veranstaltungen von ihren Erfahrungen. Zunehmend konnten sie dabei von ihren bereits erfolgreich angestoßenen Folgeprojekten erzählen, die von Veränderungen in einer Kita hin zu mehr Nachhaltigkeit über die Mitgründung eines E-Mobilitätsstammtisches bis zur Umstellung eines Bäckereibetriebes auf eine nachhaltigere Produktionsweise reichten.

Video zum ausgezeichneten Projekt

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Landrat Dr. Sommer zur Verwendung des Preisgelds:

„Wir möchten mit dem Preisgeld die Klimaschutzaktivitäten im Kreis Steinfurt fortführen und das erfolgreiche Projekt 'Klimaschutzbürger 2.0' auf die nächste Stufe heben. Da Klimaschutz eine gesellschaftliche Aufgabe ist, möchten wir weiterhin Angebote zum Mitmachen und Ausprobieren für Bürgerinnen und Bürger schaffen. Unternehmen, die nachhaltige Waren und Dienstleistungen anbieten, sollen eingebunden werden. Die Vernetzung mit ähnlichen Projekten soll intensiviert werden.“

Messbare Erfolge

Um den Erfolg der getroffenen Maßnahmen messbar zu machen, wurde als Indikator der ökologische Fußabdruck herangezogen. Mit diesem Flächenmaß (Einheit: globaler Hektar, kurz: gha) kann errechnet werden, wie viel biologisch produktive Fläche ein Mensch beansprucht, um seinen Lebensstil und Lebensstandard dauerhaft zu ermöglichen. Die Bilanz nach der Projektphase zeigte eindrucksvoll, dass ein breites Spektrum an niedrigschwelligen Maßnahmen schon nach wenigen Monaten zu einer messbaren Ressourceneinsparung von fast zehn Prozent führen kann. Die größten Einsparungen gab es in den Bereichen Ernährung und Konsum, beispielsweise durch die Vermeidung von Plastikverpackungen und die Mitnahme eigener Mehrweg-Behälter beim Einkaufen, oder durch den Kauf ausschließlich regionaler Produkte und die Einführung Fleisch freier Tage. Auch im Bereich Mobilität und Wohnen wurden diverse Maßnahmen von den Teilnehmenden umgesetzt, wie Fahrradfahren bei kurzen Distanzen oder der Einsatz von stromsparender LED-Beleuchtung.

Für das gesamte Projekt verantwortlich waren zwei Projektkoordinatoren des Amtes für Klimaschutz und Nachhaltigkeit, Projektpartner war der Verein „energieland2050 e.V.“. Diesen hat der Kreis Steinfurt 2017 ins Leben gerufen, um viele regionale Akteure in einem Netzwerk zu vereinen, die regionale Energiewende „von unten“ noch intensiver voranzutreiben und das bürgerliche Engagement zu fördern.

Der Abschlussbericht zum Projekt „Klimaschutzbürger 2.0“ mit einer ausführlichen Projektevaluation steht online zum Download unter www.energieland2050.de zur Verfügung.

 

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Ansprechpartner:
Christian Böckenholt
Kreis Steinfurt – Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit
Sachgebiet Klimaschutz
02551/6992121
Christian.boeckenholt@kreis-steinfurt.de

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