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Landkreis Friesland

25.000 Euro Preisgeld für die Erhaltung, Regeneration und Entwicklung des Moorgebietes von Moorhausen
Kommunen

Die Auszeichnung wurde für das Engagement zum Erhalt, zur Regeneration und Entwicklung des Moorgebietes von Moorhausen als wichtiger Beitrag für Klimafolgenanpassung und Klimaschutz vergeben. Um die Funktionen des Moores zu erhalten, setzt der Landkreis Friesland auf kooperativ erarbeitete Methoden des Wasserhaushaltsmanagements.

  • Das Team aus Friesland
    © hearts&minds/Difu

Das Moor fürs Klima und die Wirtschaft nutzen

Trockenperioden als Folge des Klimawandels machen auch dem Moorgebiet von Moorhausen zu schaffen. Neue Messungen haben ergeben, dass der Torfkörper aktuell zirka einen Zentimeter pro Jahr abnimmt. Eine schlechte Nachricht, denn in einem natürlichen Moor ist im Torfkörper seit Jahrhunderten CO2 gebunden. Beginnt der Torf aber, sich zu zersetzen, werden die Treibhausgase wieder an die Atmosphäre abgeben. Eine dauerhafte Absenkung des Wasserpegels zur wirtschaftlichen Nutzung fördert diesen klimaschädlichen Prozess. Außerdem übernehmen Moore wichtige Funktionen zur Anpassung an die spürbaren Folgen des Klimawandels: In Trockenzeiten bleibt Wasser lange gespeichert, bei Starkregen dient es als Puffer. Dem gegenüber sind Entwässerungssysteme die Voraussetzung für eine landwirtschaftliche und wirtschaftliche Nutzung der Moorlandschaft und somit wichtig für die Wirtschaftskraft der Region. Um diese unterschiedlichen Ziele in Einklang zu bringen, hat der Landkreis ein Projekt zur Erhaltung, Regeneration und Entwicklung seines Moorgebietes initiiert. Im Mittelpunkt stand die Entwicklung eines klimaangepassten Wassermanagements, das die weitere Torfdegradation deutlich verlangsamen, aber gleichzeitig die für die Region wichtigen Funktionen zur (land-)wirtschaftlichen Nutzung weiterhin gewährleisten soll.

Video zum ausgezeichneten Projekt

>> Weitere Videos und eine barrierefreie Version des Films mit Untertitel finden Sie hier...

Landrat Sven Ambrosy zur Verwendung des Preisgeldes:

"Insbesondere auch mit Blick auf die Folgen des Klimawandels bedarf es eines angepassten und verbesserten Wassermanagements in unseren Moorschutzgebieten. Insofern soll ein Teil des Preisgeldes auch eingesetzt werden, um das Wassermanagement insbesondere in unseren Schutzgebieten besser und zeitgemäß zu gestalten. Dies ist eine äußerst hilfreiche Grundlage zur strukturellen Verbesserung der Schutzgebiete und für die Planung zukünftiger Maßnahmen. Besonders interessant bleibt das Moorprojektgebiet in Moorhausen. Hier können die ermittelten Potenziale mit einem Teil des Geldes in einem weiteren Gewässerabschnitt umgesetzt werden. So könnte abschnittsweise ein Umbau des Entwässerungssystems geschehen, etwa eine Anhebung der Grabensohle und die Steuerung des Wasserstands über ein regulierbares Wehr, ähnlich wie dies gerade schon im Bereich der Versuchsfläche am Heinengraben geschehen ist, um die bisherige Landnutzung nachhaltiger und klimafreundlicher zu gestalten. Des Weiteren ist geplant, das Geld in Öffentlichkeitsarbeit zu investieren, um beispielsweise Informationstafeln im Bereich der Schutzgebiete zu errichten, welche über den Zusammenhang von Klimaschutz und Moorschutz berichten. Auch ein Informationspfad durch ein bestehendes Moorgebiet für Schulklassen oder andere Interessierte wäre denkbar."

Gemeinsam ist nachhaltig

Von Beginn an wurden die Akteure vor Ort intensiv in das Projekt eingebunden. Dazu bot der Landkreis Veranstaltungen und persönliche Gespräche an, die neben sachlichen Informationen viel Raum für fachliche Fragen und Diskussionen gaben. Dieses kooperative Vorgehen war für das Gelingen des Projektes von großer Bedeutung, denn in Moorhausen bestanden zunächst erhebliche Bedenken, beispielsweise, dass etwa durch die Projektaktivitäten große Einschränkungen für die Landwirtschaft entstehen könnten. In der Praxis startete der Landkreis zunächst mit einer umfassenden naturräumlichen Erkundung des Moorgebiets und richtete anschließend Versuchsflächen zur Erprobung eines optimierten Wassermanagements ein. Es zeigt sich, dass dies ein klimafreundliches und -angepasstes Vorgehen ist, welches ebenfalls wirtschaftliche Nutzungen ermöglicht. Von den positiven Ergebnissen können sich alle Moorhausener Akteure überzeugen – künftig sollen weitere Moorflächen hinzugenommen werden, auch um noch weitere Landwirte für das neue Vorgehen zugewinnen. Das Projekt wird im Rahmen der Förderrichtlinie „Klimaschutz durch Moorentwicklung“ des Landes Niedersachsen durchgeführt und durch EU-Landesmittel sowie Eigenmitteln des Landkreises unterstützt.

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Ansprechpartner:
Thomas Linß
Fachbereich Umwelt
Telefon: 04461/919-4361
E-Mail: t.linss@friesland.de

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