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Landkreis Oldenburg

25.000 Euro Preisgeld für das Projekt „Klimaallianz in der Landwirtschaft“
Kommunen

Ausgezeichnet wurde der Landkreis für das erfolgreiche Kooperationsprojekt „Klimaallianz in der Landwirtschaft“, das der Landkreis gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und dem Kreislandvolkverband Oldenburg e.V. ins Leben gerufen hat. Ziel ist es, die Treibhausgas-Emissionen in landwirtschaftlichen Betrieben signifikant zu senken.

  • Milchviehbetrieb
    © hearts&minds/Difu

Klimaschutz in der Agrarwirtschaft fördern
Insbesondere in Niedersachsen macht der Landwirtschaftssektor mit 27 Prozent einen großen Teil der gesamten Treibhausgasemissionen aus und bietet somit ein enormes Einsparpotenzial. Dieses Potenzial hat der Landkreis Oldenburg erkannt und im Jahr 2015 zusammen mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und dem Kreislandvolkverband Oldenburg die „Klimaallianz in der Landwirtschaft“ entwickelt.

Gemeinsam erarbeiteten sie ein Konzept mit einer Kombination aus Informationsveranstaltungen und Vor-Ort-Beratungen für Landwirtinnen und Landwirte in der Region – beide Angebote sind kostenfrei. Dabei stellen einführende Vorträge die Bedeutung und Wichtigkeit des Klimaschutzes heraus und zeigen entscheidende Stellschrauben für eine klimaschonende Landwirtschaft auf. Im nächsten Schritt führen Expertinnen und Experten der Landwirtschaftskammer Klimaberatungen in den einzelnen Betrieben durch. Sie erstellen mithilfe eines Berechnungstools, das auf einem deutschlandweit abgestimmten Standard für einzelbetriebliche Klimabilanzierung in der Landwirtschaft basiert, individuelle Treibhausgasbilanzen und ermitteln konkrete Einsparmöglichkeiten vor Ort.

Video zum ausgezeichneten Projekt

 

Landrat Carsten Harings zur Verwendung des Preisgeldes:

„Wir freuen uns sehr über die Anerkennung und werden das Preisgeld hauptsächlich für die Fortsetzung und den weiteren Ausbau des Projektes nutzen, so dass möglichst viele landwirtschaftliche Betriebe im Kreisgebiet eine individuelle Klimaschutzberatung erhalten können.“

Emissionen und Kosten reduzieren
Um möglichst viele Landwirtinnen und Landwirte für das Angebot der Klimaallianz zu gewinnen, holte der Landkreis den Kreislandvolkverband Oldenburg als Kooperationspartner und Multiplikator mit ins Boot. Er machte direkt Werbung, indem er die regional ansässigen Organisationen gezielt zur Teilnahme aufrief. Weitere Partner, wie z.B. landwirtschaftliche Verbände und eine in der Region ansässige Molkerei unterstützten intensiv die Öffentlichkeitsarbeit zum Projekt und informierten durch Publikationen und digitale Medien über die Vorträge und Veranstaltungen.

Im Jahr 2016 hat die „Klimaallianz“ sechs Informationsveranstaltungen mit insgesamt rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern angeboten und 19 Betriebe im Landkreis für einzelbetriebliche Klimabilanzen und Beratungen gewinnen können. Eine erfolgreiche Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen durch alle 19 involvierten Landwirtschaftsbetriebe würde eine Treibhausgasminderung von knapp 1.500 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr bewirken.

Ein Argument für die Teilnahme ist, dass die Verbesserungen der betrieblichen Klimabilanz in vielen Fällen auch zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit beiträgt, das heißt, dass durch aktiven Klimaschutz bare Münze gespart werden kann.

Die Ergebnisse aus den Beratungen zeigen, dass besonders die Betriebszweige Tierhaltung, Pflanzenbau und Biogasgewinnung klimafreundlicher unterhalten werden könnten: Etwa durch die schnelle Einarbeitung von Gülle in den Boden, durch Fütterung mit zertifiziertem Soja oder durch die Anschaffung effizienterer Geräte können teils mit sofortiger Wirkung die betrieblichen Emissionen in erheblichem Maße reduziert werden.

Der Landkreis kann durch das Projekt somit seine Treibhausgasbilanz signifikant verbessern. Die Kombination aus Infoveranstaltungen und Vor-Ort-Beratungen und die Kooperation der unterschiedlichen Partner in der „Klimaallianz für die Landwirtschaft“ sind aufgegangen. Die Kosten für die Veranstaltungen und Vor-Ort-Termine in Höhe von rund 8.700 Euro pro Jahr übernimmt der Landkreis. Die für die Vorträge und Beratungen zuständige Landwirtschaftskammer agiert im Auftrag des Landkreises. Der Kreislandvolkverband Oldenburg, die regional ansässigen Organisationen und die regionale Molkerei unterstützen das Projekt vor allem mit Kontakten und Know-how.

Im Landkreis Oldenburg ist man sich über den Erfolg des Projekts einig, so dass der Klimaschutzbeirat des Landkreises bereits die Fortsetzung der gemeinsamen Aktivitäten beschlossen hat.

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Ansprechpartnerin:
Manuela Schöne
Landkreis Oldenburg
Klimaschutzmanagerin
Tefefon: 04431 85 559
E-Mail: klimaschutz@oldenburg-kreis.de

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