Allgemeine Information

Landkreis St. Wendel

25.000 Euro Preisgeld für den Probeanbau der Energie-pflanze „Durchwachsene Silphie“
Kommunen

Die Auszeichnung im Wettbewerb "Klimaaktive Kommune 2020" wurde für den großflächigen Probeanbau der „Durchwachsenen Silphie“ vergeben. Dank dieses Pioniergeistes kann die klimarobuste Energiepflanze nun einen wichtigen Beitrag zur regionalen Energiewende beitragen.

  • Das Team aus St. Wendel
    © hearts&minds/Difu

Klimaangepasste Energiepflanze für Klimaschutz

Im Landkreis St. Wendel macht seit gut zwei Jahren die „Durchwachsene Silphie“ dem Mais als Energiepflanze zunehmend Konkurrenz. Gemeinsam mit dem Zukunfts-Energie-Netzwerk St. Wendeler Land e.V. wurde ein Probeanbau als Maßnahme zur Umsetzung der Klimaschutzinitiative „Null-Emission Landkreis St. Wendel“ initiiert. Ein zentraler Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität ist der Betrieb von drei Biogasanlagen. Wichtigstes Gärsubstrat für die Erzeugung von Biogas war bislang der Mais aus regionalem Anbau. Doch die Folgen des Klimawandels wie beispielsweise Trockenperioden, aber auch der sich häufende Starkregen in der Region, machen dem Mais zunehmend zu schaffen. Die Silphie zeigt sich hier robuster und ist zugleich klimafreundlich: der Erosionsschutz der Flächen ist durch den Anbau wesentlich verbessert, es sind keine Bodenbearbeitungen und Pflanzenschutzmaßnahmen mehr erforderlich, zudem wird die Wildschadensproblematik deutlich entschärft und ein hoher Beitrag zum Insektenschutz geleistet.

Video zum ausgezeichneten Projekt

>> Weitere Videos und eine barrierefreie Version des Films mit Untertitel finden Sie hier...

 

Landrat Udo Recktenwald zur Verwendung des Preisgelds:

„Der Landkreis St. Wendel stellt das Preisgeld dem Verein Zukunfts-Energie-Netzwerk St. Wendeler Land e.V. (ZEN) zur Verfügung. In dem Verein arbeiten seit vielen Jahren der Landkreis, die Kommunen, Unternehmen und verschiedene Institutionen sowie insbesondere Bürgerinnen und Bürger engagiert zusammen, um unsere Klimaschutzinitiative zu unterstützen und konkrete Projekte umzusetzen. Die Bandbreite der Projekte ist groß und reicht von der Öffentlichkeitsarbeit, über Bewusstseinsbildung in den Schulen bis hin zum Silphie-Projekt. Damit ist sichergestellt, dass das Preisgeld in konkrete Klimaschutzmaßnahmen und in deren begleitende Öffentlichkeitsarbeit fließt. Konkret soll mit dem Preisgeld der Probeanbau der Durchwachsenen Silphie weiter unterstützt werden. Wir wollen das Etablieren weiterer Flächen finanziell unterstützen und der Öffentlichkeitsarbeit rund um den Silphie-Anbau weiter nachgehen.“

Pioniergeist zahlt sich aus

Mit dem Anbau der Silphie gab es in Deutschland bisher kaum Praxiserfahrungen. Ein mutiges Bündnis aus Landwirtschaft und Biogasanlagenbetreibenden hat, mit großer Zustimmung von Imkerinnen und Imkern sowie der Jägerschaft aus dem Landkreis, 2017 das Risiko eines systematischen Probeanbaus auf sich genommen. Die guten Erfahrungen sprechen für sich, inzwischen wird die Silphie auf einer Gesamtfläche von 69 Hektar angebaut und ist dabei, sich peu à peu weiter zu etablieren. Der Landkreis zeigt sich sehr zufrieden über kontinuierliche weitere Anfragen von interessierten regionalen Akteuren aus der Landwirtschaft, aber auch aus anderen Landkreisen und Regionen. Zur Finanzierung nutzte das Zukunfts-Energie-Netzwerk St. Wendeler Land e.V. das Regionalbudget aus dem Bundesprogramm „Land(auf)Schwung“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Der Landkreis St. Wendel war von Juli 2015 bis März 2020 eine von 13 Modellkommunen des Bundesprogrammes, damit hatten die Akteure im Landkreis ein Budget zur Verfügung über das sie frei bestimmen konnten.

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Ansprechpartner:
Michael Welter
Landkreis St. Wendel
Amt 41, Gebäudemanagement und Klimaschutz
06851/801-4520
m.welter@lkwnd.de

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