Allgemeine Information

Main-Taunus-Kreis

25.000 Euro Preisgeld für „Strombilanzkreismodell“
Kommunen

Die Auszeichnung im Wettbewerb "Klimaaktive Kommune 2020" wurde für das Strombilanzkreismodell vergeben, mit dem der Kreis überschüssige erneuerbare Energie, die er zum Beispiel mit Photovoltaikanlagen auf kreiseigenen Dächern erzeugt, bilanziell in anderen Liegenschaften ohne regenerative Stromerzeuger nutzt. Damit spart der Kreis jährlich Gelder in fünfstelliger Höhe ein, die er in den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien investieren kann.

  • Das Team aus dem Main-Taunus-Kreis
    © hearts&minds/Difu

Eine Rechnung, die sich lohnt

Der Main-Taunus-Kreis erzeugt in rund 30 eigenen Liegenschaften mit Photovoltaikanlagen oder Blockheizkraftwerken (BHKW) „grünen“ Strom. Um die dabei entstehenden Stromüberschüsse nicht wie üblich ins öffentliche Netz einzuspeisen, sondern – zumindest bilanziell – vor Ort nutzen zu können, haben der Kreis und sein Klimaschutzmanagement sowie das Hochbau- und Liegenschaftsamt gemeinsam mit dem regionalen Energieversorger Süwag Energie AG ein innovatives Modell entwickelt: den „Strombilanzkreis“. Damit verzichtet der Kreis auf die Einspeisevergütung für Strom aus regenerativen Energien, denn diese staatliche Subvention ist schwankend und abnehmend. Durch das Strombilanzkreismodell muss der Main-Taunus-Kreis weniger Netzstrom zukaufen, der wesentlich mehr kostet als mit der Einspeisevergütung kompensiert werden könnte. Es ist also günstiger, den Überschuss an selbsterzeugtem Ökostrom für die eigenen Liegenschaften zu nutzen. Jährlich spart die Kreisverwaltung so Gelder in fünfstelliger Höhe, die wieder für den Ausbau erneuerbarer Energien zur Verfügung stehen. Das Modell rechnet sich so gut, dass in diesem Jahr weitere fünf, im nächsten Jahr zusätzliche sechs regenerative Stromerzeuger ans Netz gehen sollen.

Video zum ausgezeichneten Projekt

>> Weitere Videos und eine barrierefreie Version des Films mit Untertitel finden Sie hier...

 

Kreisbeigeordnete Madlen Overdick zur Verwendung des Preisgelds:

„Beim Klimaschutz hat bei uns vor allem die Öffentlichkeitsarbeit einen hohen Stellenwert. Die Bürgerinnen und Bürger wollen wir informieren und motivieren, selbst mit ihrem Verhalten zum Klimaschutz beizutragen. Daher soll das Preisgeld des Wettbewerbes für die Erstellung der zweiten Ausgabe unseres Klimasparbuches verwendet werden. Das Klimasparbuch ist Ratgeber und Gutscheinbuch zugleich und macht mit alltagstauglichen Klimaspartipps Lust auf einen nachhaltigen Lebensstil im Main-Taunus-Kreis und Umgebung.“

Erzeugten und verbrauchten Strom genau erfassen

Beim Strombilanzkreismodell wird der überschüssige, selbsterzeugte Ökostrom de facto weiterhin in das öffentliche Netz eingespeist, aus dem auch die kreiseigenen Liegenschaften ohne eigene Erzeugungsanlagen ihren Strom beziehen. Doch Verbrauchs- und Einspeisedaten werden in einem komplexen Verfahren vom Energieversorger erfasst und so miteinander verrechnet, dass der Ökostrom bilanziell vor Ort genutzt wird. Ein sogenannter „4Q-Zähler“ meldet, wie viel Strom auf der Erzeugerseite ins Netz eingespeist wird. Auf der Verbraucherseite, also den Liegenschaften ohne BHKW oder Photovoltaikanlage, wird in einem ebensolchen Zähler der Stromverbrauch erfasst und gleichfalls an den Energiedienstleister gemeldet.

Mit seinem Strombilanzkreismodell erhöht der Kreis die Wirtschaftlichkeit seiner Erneuerbare-Energien-Anlagen, kann zugleich durch Kostenersparnisse weitere Anlagen installieren und so insgesamt den Versorgungsgrad mit selbst erzeugtem, klimafreundlichem Strom vor Ort erhöhen.

---------------------------------------------------------------------------------

Ansprechpartner:
Daniel Philipp
Main-Taunus-Kreis
Klimaschutzmanager, Amt für Bauen und Umwelt
06192/2011947
daniel.philipp@mtk.org

Weiterführende Informationen