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Green Start-up Investment Alliance
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Green Start-up Investment Alliance
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Projektinformationen
Förderprogramm 
Projektnehmer 
Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit gGmbH, Bundesverband Deutsche Startups e.V., Business Angels Netzwerk Deutschland - Initiative für innovative und technologieorientierte Gründer (BAND) e.V., Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V.
Projektlaufzeit 
01. Sep. 2015 bis 31. Mär. 2018
Förderkennzeichen: 
03KF0009 A / B / C / D
Fördersumme in € 
966.168
  • GreenUpInvest Abschlussveranstaltung
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  • Die Creapaper GmbH gewann das High-Level-Matching-Event im Jahr 2017.
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Rückenwind für grüne Start‑ups

Immer mehr Geschäftsideen drehen sich um nach­haltige Produkte und Dienstleistungen. Wenn es um die Finanzierung dieser Ideen geht, haben die jungen und kreativen Geister jedoch oft viele Hürden zu bewältigen. Grüne Start-ups frühzeitig mit passenden Investorinnen und Inves­toren in Kontakt zu bringen und so der Green Economy mehr Schwung zu geben, ist jetzt gefragt.

Auf einen Blick

Kurzfristige Gewinner­wartungen stehen oft nicht in Einklang mit den Geschäftsideen grüner Start-ups. Das ist den potenziell Investierenden oft schwer zu ver­mitteln. Hier setzte das Projekt GreenUpInvest an, das die Fi­nan­zierungsbedingungen für grüne Start-ups in Deutsch­land verbessern wollte. Dazu unterstützte das Team die Bildung von Netzwerken für Start-ups und Investierende. Verschiedene Leitfäden sollten Inves­tie­renden helfen, die Poten­ziale der jungen Un­ter­nehmen besser ein­schät­zen zu können, und Un­ter­nehmen bei der Wahl der richtigen Förderung für ihre Produkte unter­stützen. Zusammen sollten die Er­kennt­nisse aus dem Projekt die Anzahl und Leis­tungs­fähigkeit grüner Un­ter­nehmen erhöhen und so die erfolgreiche Markt­ein­führung und Verbreitung um­welt­freundlicher Pro­dukte und Dienstleistungen unterstützen.

Erschwerte Bedingungen für grüne Unternehmen

Zwischen 2006 und 2013 entstanden fast 170.000 Unternehmen, die mit ihren Ideen einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Doch obwohl nachhaltige Produkte und Dienstleistungen gefragt sind, haben es nachhaltig orientierte Gründerinnen und Gründer oft besonders schwer. Für die Investierenden stellen Start-ups immer ein finanzielles Risiko dar. Bei grünen Unternehmen kommen weitere Faktoren hinzu, die die Finanzierung erschweren. Zum einen überschreitet die Ent­wick­lung und Ver­marktung nachhaltiger Inno­va­tio­nen vielfach den Zeithorizont der Finanzierenden. Zum anderen ist der anfängliche Finanzbedarf grüner Start-ups häufig größer als in anderen Branchen. Ein Grund dafür sind die oft höheren Forschungsausgaben. Hinzu kommt, dass bislang wenig Kapitalgebende im Bereich nach­haltiger Investments aktiv sind – was auch daran liegt, dass diese Unternehmen aufgrund fehlender Übersichten noch schwer zu finden sind.

  • Was sollte das Projekt erreichen?

    • Unterstützung des internationalen Wissens­austauschs zwischen Start-ups;
    • Gründung von Netzwerken für grüne Start-ups und Investierende;
    • Entwicklung einer Grundlage für die Bewertung von grünen Unternehmen;
    • Entwicklung von Werkzeugen für die Stärkung der Entwicklung und Nutzung innovativer Finanzierungsmodelle;
    • Nutzbarmachung und Verbreitung der Ergebnisse.

Es gibt also leider noch ordentlich Gegenwind für grüne Start-ups. Die Windrichtung zu drehen war Ziel von GreenUpInvest. Dazu fanden sich kompetente Partner zusammen: das Borderstep Institut für Inno­vation und Nachhaltigkeit gGmbH, der Bundes­verband Deutsche Startups e.V., das Business Angels Netzwerk Deutschland e.V. und das Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V.

Transformation zu einer Green Economy

Welche Förderung braucht grünes Unternehmertum? Wie lassen sich Finanzierungsbedingungen verbes­sern? Und wie gelingt über Gründerunter­stützung mehr Umwelt- und Klimaschutz? Dies sind nur einige der Fragen, denen sich die vier Projektpartner wid­me­ten. Mit unterschiedlichen praxisbezogenen Aktivi­tä­ten wollten sie im Projekt ein besseres Verständnis der bestehenden Hemmnisse entwickeln, die Potenziale der grünen Gründerförderung stärker herausarbeiten und die Finanzierungsbedingungen für aussichts­reiche und innovative Start-ups der Green Economy in Deutschland verbessern.

„Wir müssen eine Brücke zwischen wissenschaftlichen Experten und den Investoren schlagen – Ökonomie und Nachhaltigkeit schließen sich nicht gegenseitig aus.“

Oliver Goseman, Business Angel und geschäftsführender Gesellschafter der GOSFAM Investments GmbH

Wissensgrundlagen schaffen

Zu Beginn ging es den Partnern zunächst darum, die nötigen Wissensgrundlagen zu schaffen. Sie arbeiteten Lücken und Barrieren in der Finanzierung grüner Start-ups heraus, indem sie bestehende Finanzierungs- und Beteiligungsinstrumente der Unternehmen sowie die Angebote der Finanzdienstleister für grüne Grün­derinnen und Gründer analysierten. Gleichzeitig tauschte das Team sich im Rahmen von Studienreisen in die USA, nach Großbritannien und Österreich in­ter­national mit Expertinnen und Experten zu Best Practices im Bereich Green Start-up Investment aus. Aus der umfassenden Bestands­aufnahme ermittelte das Projektteam einen Bedarf nach Netz­werken sowie national tätigen Inter­me­diä­ren, also Personen oder Or­ga­nisationen, die zwischen Investierenden und Unter­nehmen vermitteln.

Die Recher­chen, Experteninterviews und Befragungen verwertete das Team in zwei wissen­schaftlichen Pu­bli­kationen und stellte diese auch im Rahmen von Konfe­renzen vor. Außerdem dienten sie der Erar­bei­tung des Leitfadens zu Finan­zierungs­mög­lichkeiten für grüne Unter­neh­men.

  • Was hat das Projekt erreicht?

    • Förderung des internationalen Wissens­trans­fers über vier Studienreisen und einen Fach­workshop;
    • Gründung und Etablierung von Netzwerken für grüne Start-ups und Investierende untereinander und miteinander;
    • Veröffentlichung eines praxisorientierten Leitfadens zur Nach­hal­tig­keitsbewertung für Investorinnen und Investoren;
    • Konzipierung eines Leitfadens für Pooling und Syndizierung, der die Zusammenarbeit mehrerer Investorinnen und Investoren vereinfacht;
    • Veröffentlichung von Nach­hal­tig­keits­leit­linien für Beteiligungsprodukte und Finan­zierungsinstrumente;
    • Entwicklung und Aufbau des Green Start-up Investment Monitors;
    • Vorstellung der Projektergebnisse auf 23 internen und 20 externen Veranstaltungen und Bekannt­machung von zwei wissen­schaftlichen Publikationen auf Konferenzen.

Die Richtigen zusammenbringen

Auf diesen Erkenntnissen baute der praktische Teil des Vorhabens auf: Als erstes gründeten die Projekt­partner das Green Start-up Netzwerk, um das Grün­dungs- und Innovationsfeld der Green Economy in Deutschland zusammen zu bringen. Zum Projektende nahmen mehr als 200 Unternehmen daran teil. Über das Netzwerk und die Vernetzungstreffen erhalten die Unternehmen mehr Sichtbarkeit, einen besseren Marktzugang und letztlich aus­reichende Investitio­nen. Ebenso identifizierten und unter­stützten die Projekt­partner Netzwerke sei­tens der Investierenden. Mit dem Online-Forum Investing in Sustainability erwei­terte das Business Angels Netzwerk Deutschland beispielsweise sein An­ge­bot für den kontinuierlichen Austausch zwischen Gleichgesinnten. Weiterhin organisierten die Projektpartner zwei High-Level-Matching-Veranstaltungen in Düsseldorf und Berlin, die innovative grüne Start-Ups mit Investieren­den zusammenbrachten. Dort erhiel­ten jeweils zehn Start-ups die Gelegenheit, ihre Ge­schäftsideen in­ter­essierten Investorinnen und Inves­toren vorzu­stel­len und wert­volle Kontakte aufzu­bauen. Mehr als 240 Per­sonen meldeten sich für die bei­den Treffen an. Das lohnte sich: Die Veranstal­tun­gen brachten konkre­te Inves­ti­tions­vereinbarungen hervor. Aufgrund der posi­tiven Resonanz führten die Projekt­partner dieses Angebot nach Projektende weiter.

Nützliche Instrumente für Start-ups und Investoren bereitstellen

In Zusammenhang mit den Vernetzungsformaten ent­stand auch ein Leitfaden für die Bildung von Inves­to­ren­verbünden bei der Vergabe größerer Kredite. Dieser Leitfaden für Pooling und Syndizierung gibt Tipps, wie beispielsweise Investierende mit kon­kre­tem Know-how im Bereich Green-Economy mit anderen, die vor­nehm­lich ihr Kapital investieren, zusammenarbeiten können.

Ein im Rahmen des Projekts entstandener Leitfaden zur Nachhaltigkeitsbewertung von Start-ups hilft Investierenden, mit Hilfe von Kriterien und Indika­toren leichter und genauer das ökologische und gesell­schaftliche Potenzial der jungen Unternehmen einzu­schätzen. Schnell etablierte er sich – noch während der Projektlaufzeit nutze ihn die erste Finanzierungs­plattform (SDG Investments GmbH).

Als nächstes auf dem Programm stand die Entwicklung eines umfassenden Online-Angebotes für Start-ups und Kapitalgebende. Hier ergänzte das Projektteam die grüne Gründerplattform StartGreen mit speziellen Angeboten und Unterseiten zu Finanzierung. Der Green Deal Monitor zeigt zum Beispiel, welche Inves­torinnen und Investoren welche Unternehmen mit welchen Summen unterstützen. So entstand auch eine bessere Übersicht über die Gesamt­trends, die sich im Bereich der Green Economy abzeichnen. Im erweiter­ten Netz­werkbereich der Webseite finden Start-ups und Inves­tie­rende zueinander: Mit verschiedenen Suchfunktionen können Kapitalgebende für sie inter­essante Start-ups finden – unterschieden nach Branche, Geschäftsmodell, Mitarbeiterzahl, Grün­dungs­jahr oder möglichen Investitions­summen.

Ergebnisse in die Breite tragen

Weitere Aktivitäten stellten sicher, dass die gewon­nenen Erkenntnisse in der Start-Up-Szene und der Politik ankamen. Dazu zähl­ten die Abschlusskonferenz Best of GreenUpInvest, Vorträge auf relevanten ex­ter­nen Veranstaltungen und Briefe mit Handlungs­em­pfeh­lungen an Entscheidungs­tragende der Bundes­re­publik und auf EU-Ebene. Dadurch trug das Vor­haben dazu bei, das Thema Frühphasen­finan­zierung für die Green Economy aus der Nische in den Main­stream zu heben und verbesserte das deutsche Finan­zierungs­klima im europäischen Vergleich nach­weis­lich. Für seine richtungsweisenden Ideen zeichnete der Rat für Nachhaltige Entwicklung das Vorhaben mit dem Qualitätssiegel „Werkstatt N“ (kürzlich geändert zu „Projekt Nachhaltigkeit“) aus.

Beitrag zum Klimaschutz

Mit der Verbesserung der Finanzierungsbedingungen für grüne Start-ups trägt das Projekt maßgeblich zu der Verbreitung klimafreundlicher Produkte und Dienstleistungen in Deutschland bei. Auch wenn die etablierten Netzwerke und Foren, das Matching-An­ge­bot oder die Leitfäden und Online-Angebote nicht direkt Emissionen einsparen, tragen sie langfristig zur Transformation zu einer CO2-ärmeren Wirtschaft bei.

Tipps und Tricks für interessierte Institutionen

Die Projektergebnisse sind sowohl für Start-ups, die zu den Zielen und Prinzipien einer nachhaltigen Ent­wick­lung beitragen, als auch für Investierende, die ihr Port­folio im Bereich der Green Economy ausbauen möchten, interessant.

Finanzierungsmöglichkeiten für grüne Start-ups

Für junge Unternehmen ist der Leitfaden zu den Fi­nanzie­rungsmöglichkeiten für grüne Start-ups eine große Hilfe. Abrufbar auf der Internetseite des Forums Nachhaltige Geldanlagen e.V. bietet er einen Überblick über Beteiligungs- und Finanzierungsinstrumente – von staatlichen Förderprogrammen über Betei­li­gungs­kapital (Venture Capital) bis hin zu Business Angels. Bei diesen handelt es sich um Einzelpersonen, die sich finanziell an der Gründung eines Unternehmens betei­ligen und sie häufig auch mit Fachwissen und Kontak­ten unterstützen. Eine Checkliste fasst außerdem wich­tige Fragen zusammen, die Gründerinnen und Gründer im Hinblick auf die Finanzierung für sich beantworten sollten.

  • Checkliste der Erfolgsfaktoren

    • Vorhandene Leitfäden nutzen;
    • Veranstaltungen und Vernetzungsangebote wahrnehmen.

Leitfaden zur Nachhaltigkeitsbewertung

Der Leitfaden zur Nachhaltigkeitsbewertung von Start-ups ist ein wertvolles Instrument für Ratingagenturen und Gründungsförderer. Er hilft aber auch Start-up-Teams, die Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Wir­kung ihres Geschäftsmodells besser einschätzen und kommunizieren zu können. Das Bewer­tungs­konzept gliedert sich in vier Teile: Unternehmens­kontext (Branche), Gründerteam, Unternehmens­konzept und Produkte und Dienstleistungen. Für jeden Bereich erfolgt eine separate Bewertung anhand verschiedener Kriterien und Fragen. Aus den Er­geb­nissen lässt sich ein Sustainability Score er­mitteln. Der Leitfaden steht auf der Internetseite des Borderstep Instituts zum Down­load bereit. Den Leitfaden zur Bil­dung von Inves­tieren­den­verbünden stellt das Business Angels Netz­werk Deutschland e.V. auf seiner Inter­netseite zur Verfügung.

Vernetzungsportal StartGreen

Ebenfalls lohnt es sich, das digitale Informations- und Vernetzungsportal StartGreen zu besuchen, das die Pro­jekt­partner im Rahmen des Vorhabens um nütz­liche Werkzeuge erweiterten. Auf der Online-Plattform finden sich Neuigkeiten rund um die grüne Gründer­szene in Deutschland, Veranstaltungs­hinweise, Vernet­zungs­möglichkeiten und ein umfassendes Infor­ma­tionsangebot inklusive des Green Deal Monitors, der getätigte Investitionen übersichtlich erfasst.

  • Klimaschutz braucht Initiative

    Die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesumweltministeriums unterstützt seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Die Förderung erstreckt sich von der Ent­wicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Maßnahmen. Die guten Ideen aus den Projekten tragen dazu bei, den Klimaschutz vor Ort zu verankern. Hiervon profitieren Verbrauche­rinnen und Verbraucher, Kommunen, Unternehmen und Bildungseinrichtungen.

 

Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit gGmbH, Bundesverband Deutsche Startups e.V., Business Angels Netzwerk Deutschland - Initiative für innovative und technologieorientierte Gründer (BAND) e.V.,
Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V.

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