Abgeschlossenes Projekt

Deutscher Innovationspreis für Klima und Umwelt (IKU)

Klima und Umwelt Innovationswett-bewerb/Innovationspreis für Klima und Umwelt (IKU)
Wirtschaft
Information
Beteiligung
Logo des Deutschen Innovationspreises für Klima und Umwelt (IKU)
© IKU
Projektinformationen
Förderprogramm 
Projektnehmer 
Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V.
Projektlaufzeit 
01. Jan. 2009 bis 31. Mär. 2011
Förderkennzeichen: 
03KS0217
03KSE019
Fördersumme in € 
893.095
827.060
  • Trophäe für die Preisträgerinnen und Preisträger im Wettbewerbsjahr 2013
    © Kruppe/IKU
  • Getränkeabfüllung mit dem Ballon-Style-Verfahren
    © Leibinger GmbH
  • Trophäe für die Preisträgerinnen und Preisträger im Wettbewerbsjahr 2013
  • Getränkeabfüllung mit dem Ballon-Style-Verfahren

Kluge Köpfe im Wettstreit für Klima und Umwelt

Deutschland ist Vorreiter im Bereich Klima- und Umweltschutz. Das liegt auch an der Innovationskraft der Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Sie zeigen mit klugen Ideen neue Wege in eine nachhal­tigere Wirtschaftsweise. Der Innovationspreis würdigt diese Initiativen.

Auf einen Blick

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovations­forschung (ISI) regte die Weiterent­wicklung des bestehenden Umweltpreiswettbewerbs des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) zum Innova­tionspreis für Klima und Umwelt (IKU) an. In Koope­ration mit der Werbeagentur Scholz & Friends entwickelten sie ein zugkräftiges Wettbe­werbs­verfahren mit einer ausge­klügelten Marketing­strategie. Seitdem sind das Bundes­ministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und der BDI unter wissenschaftlicher Beglei­tung des Fraunhofer ISI die IKU-Veranstalter. Alle zwei Jahre prämieren sie in fünf Kategorien klima- und umweltfreundliche, innovative Technologien.

Ein neues Format im Wettbewerb um klimafreundliche Innovationen

Noch bis 2008 hatte der BDI alle zwei Jahre seinen angesehenen Umweltpreis als Teil des europäischen Wettbewerbs European Business Awards for the Environment (EBAE) ausgelobt. Dann rückte jedoch das Thema Klimawandel in Deutschland immer stärker auf die Agenda. Deshalb hob das Fraunhofer ISI gemeinsam mit BDI und BMU den weiterentwi­ckelten Innovationspreis für Klima und Umwelt (IKU) aus der Taufe, um heraus­ragende Leistungen in diesem Bereich hervorzuheben und gesondert auszuzeichnen. Die deutschen Preisträgerinnen und Preisträger qualifizieren sich nach wie vor bei der Europäischen Kommission für den euro­päischen Wettbewerb. Der Einstieg in das neue Format erfolgte in der ersten Förderphase mit jährlichen Prämierungen 2009 und 2010. Bei der Fortsetzung 2011 wurden deutsche Unternehmen, Forschungs­institute und Universitäten im Zwei-Jahres-Turnus zur Teilnahme am IKU aufgefordert. Damit lehnte sich die Auszeichnung wieder stärker an die europäische Veranstaltung an.

Mit einem guten Konzept die Besten finden

Um dem neuen Klimaschutzpreis möglichst große Aufmerksamkeit zu garantieren, gewann das Fraunhofer ISI die Werbeagentur Scholz & Friends als Projektpartnerin. Die Herausforderung besteht darin, potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten davon zu überzeugen, sich auf die Bewerbungsprozedur einzulassen. Die Marketing­profis erarbeiteten ein umfassendes Konzept, das helfen sollte, die interes­santesten Innovationen im Bereich Klima- und Umwelt­schutz aufzuspüren und professionell im Wettbewerb zu platzieren. Ihre Herangehensweise umfasste ein eigenes Logo, einen Flyer, Broschüren, eine aussagekräftige Webseite, eine Strategie, wie man Multiplikatorinnen und Multipli­katoren erreicht, und den Gestaltungsplan für die Abendveranstaltung.

Ermittlung der Preisträgerinnen und Preisträger...

Zwischen 2009 und 2013 bewarben sich jeweils zwischen 70 und 145 Institutionen. Das Fraunhofer ISI ist seit Bestehen des IKU für die wissenschaftlich fundier­te Auswahl der Kandidatinnen und Kandidaten verant­wortlich. Das Bewertungsverfahren verläuft immer nach einem festgelegten zweistufigen Schema. Zu­nächst ermittelt das Institut die drei besten Bewer­bungen in den folgenden Preiskategorien:

  • Prozessinnovationen sowie Produkt- und Dienstleistungsinnovationen für den Klimaschutz;
  • umweltfreundliche Technologien;
  • umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen;
  • Technologietransfer.

…durch eine hochkarätige Jury

Die Vorauswahl der vielversprechendsten Einsen­dungen wird einer hochkarätigen Jury mit Vertre­terinnen und Vertretern aus Industrie, Umweltschutz, Politik und den Medien ausführlich vorgestellt.

Teil dieser Präsentation ist ein aussagekräftiger Steck­brief, der die jeweilige Innovation charakterisiert. Von 2009 bis 2013 führte Professor Klaus Töpfer den Jury-Vorsitz. Mit dabei im Entscheidungsgremium waren Volker Angres vom ZDF und Franz‑Josef Schafhausen vom BMUB.

Preisgeld und Auszeichnung

Die Ehrung war im Zeitraum von 2009 bis 2013 mit 25.000 Euro Preisgeld dotiert, zusätzlich gibt es seit 2011 eine Trophäe. 2009 und 2011 überreichten der jeweilige Bundesumweltminister und der amtierende Hauptgeschäftsführer des BDI den Preis.

Preisverleihung mit Film und Unterhaltung

Die IKU-Preisverleihung ist seit ihrem Bestehen als interessante und unterhaltsame Abendveranstaltung konzipiert, die mit einem Empfang und Ansprachen beginnt. Auf der Veranstaltung stellen die Gewinner­innen und Gewinner ihre prämierten Innovationen dem Publikum vor. Darüber hinaus präsentiert ein kleiner Film die Preisträgerinnen und Preisträger mit ihren jeweiligen Innovationen.

Neue Ideen gewinnen

In der Kategorie Technologietransfer gewann im Jahr 2011 der Verein Ingenieure ohne Grenzen e.V., der kleine Biogasanlagen, die das Gas aus vergorenen Bananenstauden verwenden, für die Land­bevölkerung in Tansania entwickelte. Sie sind eine gesündere und umweltfreundlichere Alternative zur traditionellen Brennholznutzung. Mit einer Anlage lassen sich zwei Speisen täglich zubereiten.

Das Unternehmen Leibinger GmbH wurde im Jahr 2013 für eine Produktinnovation bei der Getränke­abfüllung ausgezeichnet. Die Firma ent­wickelte ein Abfüllsystem für Getränkeflaschen, das bis zu 15 Prozent der Stromkosten einspart. Das Ballon-Style-Verfahren ermöglicht es, Getränkeflaschen schneller und ohne Nutzung von CO2 mit Hilfe eines Ballons zu befüllen.

Gewinn des EBAE als I-Tüpfelchen

Gleich drei der sechs IKU-Preisträgerinnen und Preis­träger von 2009 gelang mit ihren Projekten 2010 der Sprung in den europäischen Wettbewerb des EBAE. Der europäische Wettbewerb nominiert nur zehn Initiativen aus ganz Europa. Das Rennen machte die Zenenergy Power GmbH gemeinsam mit dem Unter­nehmen Bültmann GmbH. Die Unternehmen erhielten einen der fünf begehrten EBAE-Preise. Sie hatten gemeinsam eine induktive Blockerwärmungs­technik auf Basis von Supra­leit­technolo­gie entwickelt, die den Energie­verbrauch bei der Metall­erwärmung halbiert. Die INENSUS GmbH, IKU-Gewinnerin von 2010, gehör­te in der nächsten Runde des EBAE im Jahr 2012 zu den Siegerinnen und Siegern. Sie wurde für ein Modell zur flächendeck­enden privatwirtschaft­lichen Elektri­fizierung ländl­icher Siedlungen unter Einbin­dung erneuerbarer Energien ausgezeichnet.

„Was Muhammad Yunus in der Finanz­wirt­schaft mit seinen Mikrokrediten ge­schafft hat, übertragen wir auf die Strom­versor­gung. […] Wir bauen ein kleines Kraft­werk im Dorf und legen den Menschen das Kabel ins Haus. Die Bewohner gründen im Gegen­zug ein »Dorfstromkomitee« – und sobald sie genügend Know-how haben, können sie sogar selbst Netzbetreiber werden.“  Nico Peterschmidt, Geschäftsführer der INENSUS GmbH

  • Was sollte das Projekt erreichen?

    Um klimaschützende Innovationen in Unternehmen und Einrichtungen zu fördern und bekannt zu machen, zeichnet der IKU besonders innovative Unternehmen für ihre klimaschützenden Produkte, Verfahren und Konzepte aus. Durch die Teilnahme am Wettbewerb können sich die Unternehmen für den europäischen Wettbewerb EBAE qualifizieren.

  • Was hat das Projekt erreicht?

    In den Jahren 2009, 2010 und 2011, 2013 erhielten 21 Unternehmen und Einrichtungen die Auszeichnung für die Entwicklung klimaschützender, innovativer Produkte, Verfahren und Konzepte. Die innovativen Entwicklungen der Unternehmen und Initiativen wurden wertgeschätzt und in der Öffentlichkeit bekannt gemacht.

  • Wie ging es weiter?

    Der Deutsche Innovationspreis für Klima und Umwelt wurde zuletzt im Jahr 2015 verliehen. Aktuelle Informationen zum Deutschen Innovationspreis sind unter www.iku-innovationspreis.de zu finden.

Beitrag zum Klimaschutz

Als Wettbewerb ist der IKU ein Ansporn für Firmen und Forschungseinrichtungen, klimafreundliche Inno­va­tionen und Emissionsverminderung voran­zutreiben. Er nimmt somit eine wichtige Rolle beim grünen Um­bau der Gesellschaft ein. Durch seine Ansiedlung beim BDI betont der IKU an zentraler Stelle die Not­wen­dig­keit und Möglichkeit von Klimaschutz. Der rege Zuspruch an Bewerbungen und die Auszeichnungen auf europä­ischer Ebene zeigen, wie erfolgreich in Deutsch­land neue Wege bei der Einsparung von CO2 beschritten werden.

  • Checkliste der Erfolgsfaktoren

    • Einheitliches Erscheinungsbild der Webseite und der Informationsmaterialien steigern den Wiedererkennungswert;
    • Multiplikatorinnen und Multiplikatoren erleichtern den Zugang zu geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten;
    • Anbindung des nationalen Wettbewerbs an den europäischen Wettbewerb steigert die Öffentlichkeits­wirksamkeit.

Tipps und Tricks für interessierte Institutionen

Die Auszeichnung innerhalb eines Wettbewerbs bietet die Gelegenheit, besondere Initiativen wertzuschätzen und der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Für Inter­essierte, die einen Wettbewerb ausrichten möchten, können nachfolgende Hinweise eine wertvolle Hilfe­stellung sein. Zur Kandidatinnen- und Kandidaten­suche sowie zur Bekanntmachung der Marke IKU und später der Preisträgerinnen und Preisträger ist die Nutzung des nachfolgenden Handwerkszeugs der Werbe­branche sinnvoll.

Einheitliche Werbelinie mit Logo

Zu Projektbeginn konzipierte Scholz & Friends in Abstim­mung mit Fraunhofer ISI eine über alle Medien einheitliche Werbelinie mit Wort­/Bildmarke als Logo. Ein Plakat und ein Flugblatt, die zur Teilnahme am Wettbewerb aufriefen, ergän­zten das Werbekonzept. Für den gestalterischen Auftritt des Wettbewerbs wurde ein Corporate Design Manual entworfen.

Webseite und Info-Hotline

Entlang der Werbelinie entwickelte das Projektteam Layout und Inhalt der Internetpräsenz. Diese infor­miert über alle Antragsmodalitäten und stellt die nötigen Bewerbungs- und Informationsunterlagen zur Verfügung. Auf der Webseite gibt es außerdem Film-Portraits und erläuternde Texte über die vorange­gangenen Preisträgerinnen und Preisträger. Zusätzlich können sich interessierte Bewerberinnen und Bewerber auch über eine Info-Hotline informieren.

Breite Kandidatinnen- und Kandidatensuche über Flyer, Newsletter und vorhandene Kontakte

Wichtigstes Medium um einen breiten Kreis an Teilnehmenden zu erreichen war ein Flyer mit kompakten Daten über den Wettbewerb.

Die Agentur aktualisierte ihn zu den jeweiligen Wettbewerben und verschickte ihn an tausend Unternehmen und Verbände sowie an 2.200 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus Wirt­schaft, Forschung und Politik.

Für den IKU 2009 stellte das Fraunhofer ISI Adresslisten von früheren Teilnehmerinnen und Teilnehmern der BDI-Umweltpreise zur Verfügung. Außerdem durch­­forstete das Institut Patentdaten­banken nach Unter­nehmen, die Patente angemeldet hatten. Im März 2011 verschickte das Institut über einen regelmäßigen News­letter 2.000 Flyer an einschlägige Unternehmen. Auch der BDI informierte seine Mitgliedsverbände mit Flyern und Postern.

Verzahnung des nationalen mit dem europäischen Wettbewerb

Der IKU wird im europäischen Kontext des EBAE vergeben. Bewerberinnen und Bewerber können sich durch Teilnahme am IKU für die Anmeldung beim europäischen Wettbewerb qualifizieren und werden in der Bewerbung durch das Team des IKU unterstützt. Die Teilnahme am deutschen Wettbewerb bietet damit den zusätzlichen Anreiz, sich auch europaweit mit der Konkurrenz messen zu lassen. Mit Unterstützung des Wettbewerbsteams können deutsche Innovationen auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht werden. Darüber hinaus lassen sich zwischen verschiedenen Wett­bewerben mit demselben Themenspektrum Synergieeffekte bei der Umsetzung nutzen.

Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V.

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