Projekt

Interflex

Integrale Energieeffizienzpotentialanalyse zur Senkung des Primärenergiebedarfs und Lastflexibilisierung in bestehenden Gewerbegebieten
Wirtschaft
Ziel des Projektes ist zu prüfen, wie Unternehmen in existierenden Industrie- und Gewerbegebieten im Verbund sowohl die Energieeffizienz steigern und gleichzeitig am Demand Side Management teilnehmen können.
Projektinformationen
Förderprogramm 
Projektnehmer 
Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft
Projektlaufzeit 
01. Jan. 2016 bis 31. Jan. 2019
Förderkennzeichen: 
03KF0038 A / B
Fördersumme in € 
622.582

Auf einen Blick

Da der industrielle und gewerbliche Sektor in Deutschland einen Anteil von 44 Prozent am Endenergiebedarf hat, ist ein Mitwirken der Unternehmen zum Erreichen der deutschen Klimaschutzziele erforderlich.

Die Anforderungen an die Energiewende in Deutschland zeigen sich somit insbesondere in der Umsetzung einer hohen Energieeffizienz und der intensiven Nutzung von fluktuierender Stromerzeugung in Gewerbe- und Industriegebieten. Es muss also untersucht werden, ob und wie in den Gewerbegebieten durch neue Maßnahmen und/oder eine überbetriebliche Zusammenarbeit noch nicht genutzte Energieeffizienzpotenziale umgesetzt werden und die Gewerbegebiete gleichzeitig durch ein geeignetes Demand Side Management zur erfolgreichen Integration der fluktuierenden Stromerzeugung beitragen können. Dabei müssen die einzelnen Maßnahmen für alle Akteure wirtschaftlich sein.

Ziele

Die Industrie nutzt in Deutschland derzeit circa 47 Prozent des gesamten produzierten Stroms und circa 43 Prozent der gesamten produzierten Wärme. Gleichzeitig nimmt die Fluktuation insbesondere der Stromerzeugung durch Wind- und Sonnenenergie stark zu. Bei gleichbleibender oder steigender industrieller Produktion können ohne deutliche Verringerung des Primärenergiebedarfs (Energieeffizienzsteigerungen) des Handlungsfeldes Wirtschaft die Ziele des Bundes im Klimaschutz nicht oder nur sehr schwer erreicht werden. Und wegen des hohen Anteils des genutzten Stroms kommt diesem Handlungsfeld automatisch eine hohe Bedeutung bei der Lastflexibilisierung (Demand Side Management, kurz: DSM) zu.

Ziel des Projektes ist es, die Potentiale und Vorteile eines Energieverbunds in bestehenden Gewerbegebieten aufzuzeigen. Zielgruppe des Vorhabens sind regionale Gewerbegebiete mit Unternehmen der mittelständischen Wirtschaft mit einem Energieverbrauch von mehr als einer Gigawattstunde pro Jahr beziehungsweise mit Jahresenergiekosten ab circa 100.000 Euro pro Jahr. Die Energieverbrauchsstruktur wird in zehn unterschiedlichen regionalen Gewerbegebieten bei je bis zu fünf benachbarten Unternehmen analysiert und hinsichtlich der Energieeffizienzsteigerung und Lastflexibilisierung (Demand Side Management) optimiert. Die Energieflüsse und Optimierungsmöglichkeiten der Energieerzeugungsanlagen und Energieverbrauchsstrukturen benachbarter Unternehmen werden systematisch modelliert. Eigenerzeugungsvarianten und Substitutionsvarianten einerseits für unternehmensinterne Energieeffizienzmaßnahmen, insbesondere und schwerpunktmäßig aber übergreifende Verbundlösungen, werden simuliert und ökologisch sowie ökonomisch bewertet. Als Ergebnis werden den Unternehmen Energieeffizienzsteigerungsmaßnahmen als Handlungsalternativen aufgezeigt. Die Integration innovativer Erzeugungs-, Wandlungs- und Speichertechnologien in ein Verbundnetz führt häufig zu verbesserten Möglichkeiten der Lastflexibilisierung. Diese Möglichkeiten werden im Projekt identifiziert und insbesondere auf Kopplungseffekte analysiert. Die gewonnen Erkenntnisse, Handlungsmöglichkeiten und Effizienzpotentiale werden in einem Leitfaden zur Diffusion und Übertragung in andere Städte zusammengefasst.

Die größten Hemmnisse für Unternehmen, derartige Potentiale zu identifizieren und zu heben sind im wesentlichen Informationsdefizite und Hemmnisse der Versorgungs-, Abnahmesicherheit sowie der Finanzierung. Im Rahmen des Projektes sollen Informationsdefizite nicht nur in den beteiligten Unternehmen abgebaut werden, sondern durch eine breite Öffentlichkeitsarbeit auch für weitere Gewerbegebiete und Anwender sichtbar und Möglichkeiten der Überwindung übertragbar gemacht werden. Hemmnissen der Versorgungs-, Abnahmesicherheit und Finanzierung wird durch die Entwicklung geeigneter Geschäftsmodelle begegnet.

Im Einzelnen sind die Zielsetzungen des Vorhabens:

  • Sichtbarmachung der dominierenden Energieströme (zeitlich aufgelöst) in den Unternehmen durch das Auswerten individueller Simulationsmodelle
  • Reduzieren des Primärenergiebedarfs und der CO2-Emissionen in den untersuchten Gewerbegebieten durch
    • Nutzung betriebsinterner Wärmequellen und Wärmesenken
    • betriebsübergreifende Energiemengenbereitstellung an benachbarte Unternehmen oder regionale Netze (zum Beispiel überschüssige Abwärme; Einspeisung eigenerzeugter Strommengen)
    • Einbindung innovativer Erzeugungs- und Speichertechnologien in ein Verbund-Netz
  • Erarbeitung der Einflüsse und Möglichkeiten unterschiedlicher Varianten auf die Fähigkeit zum Demand Side Management
  • Identifizierung von Hemmnissen für Energieverbundlösungen (ökonomisch, politisch, informell)
  • Geschäftsmodellentwicklung für die überbetriebliche Energiebereitstellung
  • Leitfaden zur Diffusion und Übertragung des Vorhabens auf weitere Städte

Projektablauf

Das Projekt befindet sich in der Startphase. Das Konzept zur Öffentlichkeitsarbeit wird entwickelt und die Analyseinstrumente und Modelle werden vorbereitet. Bis Mitte des Jahres 2016 soll die Energiesystem- und Bewertungsanalyse für das erste Gewerbegebiet abgeschlossen sein, bis Ende des Jahres 2018 sollen zehn Gewerbegebiete unterschiedlicher Typologie untersucht werden. Das Projektteam erwartet erste Ergebnisse aus den Variantensimulationen zu Ende 2016. In Zwischenberichten wird über die Projektfortschritte berichtet. Zum Abschluss des Projektes wird ein Leitfaden zur Diffusion und Übertragung der Ergebnisse auf weitere Gebiete veröffentlicht. 

Fazit

Die Erwartungen des Projektteams wurden von der Resonanz aus den Kommunen auf die erste Pressemitteilung zum Projekt übertroffen. Es wird aus diesem Grund unter Hochdruck am Informationspaket für Kommunen und Unternehmen gearbeitet.

Zum jetzigen Zeitpunkt wird noch nach Gewerbegebieten gesucht, die die Anforderungen erfüllen. 

Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft

49.015666
8.389605999999958
Moltkestraße
Karlsruhe
  • Bundesweit
76133