Projekt

BioNet – Vom Schädling zum Energieträger!

Leitfaden zur Bergung & Verwertung von Neophyten durch regionale Akteursnetzwerke
Kommunen
Wirtschaft
Logo des Projekts "BioNet"
© abc GmbH
Invasive Biomasse verursacht in Deutschland jährlich Schäden im dreistelligen Millionenbereich. „BioNet“ bedient sich in kommunaler Zusammenarbeit innovativer Aufbereitungs- und Konversionstechnologien zur energetischen Nutzung dieser invasiven Biomassen in Kombination mit anderen Restbiomassen.
Projektinformationen
Förderprogramm 
Projektnehmer 
abc advanced biomass concepts GmbH
Projektlaufzeit 
01. Jan. 2017 bis 31. Dez. 2019
Förderkennzeichen: 
03KF0061
Fördersumme in € 
169.348

Auf einen Blick

Derzeit existieren in Deutschland circa 30 invasive Neophytenarten (nicht heimische Pflanzen), welche sich negativ auf heimische Ökosysteme sowie die menschliche Gesundheit auswirken. Pro Jahr fallen Kosten im dreistelligen Millionenbereich an, um die durch Neophyten hervorgerufenen Schäden zu beheben. Vor diesem Hintergrund erarbeitet das Projekt einen Handlungsleitfaden für die kommunale Verwaltung und Eigner bzw. Verwerter von Biomasse, um mittels einer dreistufigen Nutzungskette Neophytenbiomasse energetisch zu nutzen. Bereits während des Vorhabens werden die an der Nutzungskette beteiligten Akteure in das Projekt involviert. Hierzu versucht das Projektteam während der Projektlaufzeit einen Modellstandort aufzubauen.

Der Handlungsleitfaden beinhaltet konkrete Maßnahmen zum schrittweisen Aufbau eines regionalen Akteursnetzwerks mit anschließender Planung, Finanzierung und Umsetzung der Nutzungskette.

Ziele

„BioNet“ adressiert zum einen kommunale Verwaltungen, die nach schlüssigen und ökonomisch tragfähigen Lösungen zur sicheren Bergung und Nutzung von Neophyten suchen. Zum anderen spricht das Projekt Verwerter (etwa Kompostierwerke) von Restbiomassen an, die auf der Suche nach innovativen Verfahren sind, um beispielsweise bestehende Anlagen zur Verwertung von Biomasse zu erweitern. Interessierte Kommunen oder Biomasseeigener können sich an das Projektteam wenden, um eine erste Einschätzung über die lokale Umsetzungsfähigkeit der Nutzungsketten zu erhalten.

In der Vergangenheit wurde das Projektteam von verschiedenen Kommunen angesprochen, ob es techno-ökonomisch sinnvolle Konzepte zur Nutzung von Neophyten gibt. Bei den Gesprächen mit den Kommunen wurde zudem darauf hingewiesen, dass mehrstufige Verwertungsketten von Biomasse eine Bündelung von Akteuren und Kompetenzen benötigt. Diese Aspekte waren die Initialzündung für „BioNet“.

Die energetische Nutzung von Neophyten, als aufbereiteter Festbrennstoff oder als Substrat zur Biogaserzeugung, kann fossile Brennstoffe ersetzen und einen Beitrag zum kommunalen Klimaschutz leisten.

Folgende Ergebnisse werden erwartet:

  • Reduzierung halmgutartiger invasiver Neophytenbiomasse auf regionaler Ebene
  • Ernte und Aufbereitung der halmgutartigen Neophytenbiomasse zu einem Brennstoff oder Nutzung als Ko-Substrat in einer kleinen Vergärungsanlage
  • Regionale Wärmeerzeugung durch Feuerungsanlagen der mittleren Leistungsklasse
  • Beitrag zum kommunalen Klimaschutzplan durch Substitution fossiler Energieträger

Projektablauf

Zunächst wird ein Modell-Netzwerk der beteiligten kommunalen Akteure initiiert, mit dessen Hilfe ein Handlungsleitfaden erarbeitet wird. Voraussetzung ist die Identifikation und Mitwirkung einer Kommune, welche als Modellregion fungiert. Nach erfolgreicher Ansprache und Beteiligung der regionalen Akteure beginnt die Erarbeitung des mehrteiligen Handlungsleitfadens, der dann im Anschluss in der Modellregion praxisnah umgesetzt wird. Nach Abschluss dieser Projektphase werden die erzielten Projektergebnisse evaluiert und der Handlungsleitfaden final angepasst. Parallel zur Projektarbeit werden im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit die Arbeitsergebnisse publiziert.

Ursprünglich war geplant, ausschließlich Biomasse von Neophyten zu nutzen. Auf Basis der durchgeführten Untersuchungen und Gesprächen mit verschiedenen kommunalen Akteuren stellte das Projektteam Folgendes fest:

  • Genaue Neophyten-Mengen vor Ort nicht bekannt oder erfasst
  • Neophyten in befragten Kommunen/Regionen keine akute Bedrohung
  • Zusammenhängende Flächen ausreichender Größe sind kaum vorzufinden

Im Ergebnis können Neophyten kostendecken nur in Kombination mit weiteren Restbiomassen energetisch verwertet werden. Die im Projekt betrachteten Technologien sind dazu in der Lage.

Fazit

Folgende Ergebnisse liegen zum aktuellen Zeitpunkt vor:

  • Konfektionierung der Aufbereitungsanlage mit Beschreibung der Einzelkomponenten für Anlagen zur Brennstoffaufbereitung & Trockenfermentation
  • Wirtschaftlichkeitsberechnung für Anlagen zur Brennstoffaufbereitung & Trockenfermentation
  • Contracting-Modell zur Finanzierung der Anlagen zur Brennstoffaufbereitung & Trockenfermentation
  • Übertragbares Bürgerbeteiligungsmodell

Aktuell befindet sich das Projektteam in finalen Gesprächen mit einem Kompostierungswerk zur Initiierung eines Modell-Standorts zur kombinierten energetischen Nutzung von Neophyten mit anderen Restbiomassen.

abc advanced biomass concepts GmbH

50.94541
6.909800000000018
Weinsbergstraße
Köln
  • Nordrhein-Westfalen
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