Projekt

KLiB - Klimaneutral Leben in Berlin

Verbraucher
Logo des Projekts "Klimaneutral leben in Berlin"
© Klimaneutral leben in Berlin (KLIB)
KLiB will zeigen, dass individueller Klimaschutz unter heutigen Rahmenbedingungen möglich ist. 100 teilnehmende Haushalte erhalten klimafreundliche Produkt- und Dienstleistungsangebote von Berliner Unternehmen und kurzfristiges Feedback per CO2-Tracker (zum Beispiel als Handy-App).
Projektinformationen
Projektnehmer 
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung e.V. (PIK)
Projektlaufzeit 
01. Jan. 2017 bis 31. Dez. 2018
Förderkennzeichen: 
03KF0062
Fördersumme in € 
k.A.
  • Berliner Luft statt CO2!
    © Klimaneutral leben in Berlin (KLIB)
  • Weniger CO2 - mehr Zukunft!
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  • Klimafreundlich Leben? Ich bin dabei!
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Auf einen Blick

100 freiwillige Haushalte in Berlin wollen innerhalb einer einjährigen Versuchsphase ihren persönlichen CO2-Fußabdruck in praktisch allen Lebensbereichen um insgesamt rund 40 Prozent reduzieren. Dabei werden sie von Berliner Unternehmen und Organisationen als Projektpartnern unterstützt, die klimafreundliche Produkte und Dienstleistungen anbieten.

Die Haushalte erhalten mittels einer Handy-App („Carbon Tracker“) kontinuierlich ein Feedback zu ihrem Fußabdruck, berichten über eventuelle Probleme in der Umsetzung und erhalten fachliche Beratung.

Neben konkreten Emissionssenkungen zielt das Vorhaben auf das Aufspüren und die Beseitigung von Hemmnissen für klimafreundlichen Konsum ab: Langfristig wirksame Lerneffekte, sowie individuelle, soziale oder auch organisatorisch-technische Innovationen werden im Projektverlauf sowohl bei den Haushalten als auch bei den begleitenden Unternehmen und Organisationen beziehungsweise der Politik angestoßen. Insgesamt soll mit diesem Vorhaben nicht zuletzt die Machbarkeit von klimafreundlichen Konsum- und Lebensstilen im Sinne einer Gemeinschaftsaufgabe in der deutschen Hauptstadt mit der entsprechenden Signalwirkung sowohl für das Klimaneutralitätsziel des Berliner Senats als auch für den Klimaschutzplan 2050 demonstriert werden.

Ziele

Das Projekt lotet die Möglichkeiten zur Senkung der CO2-Emissionen für private Haushalte unter aktuellen Bedingungen aus. Hierzu soll, neben der Entwicklung einer Methode zur Ermittlung und Erfassung von persönlichen CO2-Fußabdrücken privater Haushalte, geeignete Plattformen und Tools der interaktiven Rückmeldung der CO2-Effekte von Konsum- und Alltagsentscheidungen erprobt werden.

Gleichzeitig sollen neue Geschäftsmodelle entwickelt und getestet werden, die klimafreundliche Produkt- und Dienstleistungsangebote zu Marktkonditionen nachhaltig verfügbar machen.

Wichtig für den Projekterfolg ist auch eine begleitende Medienstrategie, damit Klimaschutz nicht nur im Bereich des „Zählens“ verbleibt, sondern auch die alltagsweltlich wie politisch wichtige Domäne des „Erzählens“ erschlossen wird.

Projektablauf

Zunächst werden CO2-arme Produkt- und Dienstleistungsalternativen entwickelt und der „Carbon Tracker“ erstellt. Im Sinne von Reallaboren wählen 100 Haushalte aus den Angeboten der Unternehmen ihren individuellen Weg zur Senkung von Emissionen im Alltag, der durch die Handy-App jederzeit selbst überprüfbar ist. Gleichzeitig werden die Haushalte in der Experimentalphase ein Jahr lang wissenschaftlich begleitet, um sowohl Handlungshemmnisse als auch innovative Einsparungspraktiken aufzuspüren.

Schließlich soll evaluiert werden, welche innovativen Handlungsmöglichkeiten, aber auch welche innovativen Produkt- und Dienstleistungsangebote sich im Verlauf des Experiments bewährt haben und gut in den Alltag integrierbar sind. Zudem soll geprüft werden, inwiefern die Ergebnisse auf andere Kommunen übertragen werden können.

Das Projekt kann weiterhin einen guten Beitrag zur Umsetzung des im Jahr 2016 vom Bundeskabinett verabschiedeten „Nationalen Programms für nachhaltigen Konsum“ leisten. Das Projekt KLiB kann bei einer breiten Darstellung guter Ergebnisse in den Haushalten die Verbraucherinnen und Verbraucher beispielhaft unterstützen, einen nachhaltigeren Lebensstil zu entwickeln.

Es zeigt sich bereits im Vorfeld der Reallabor-Phase, dass bei unterschiedlichen Haushaltstypen Interesse an einer Teilnahme besteht. Durch diverse Netzwerke werden derzeit auch dem Klimaschutz eher weniger aufgeschlossene Gruppen angesprochen. Die Berliner Medienlandschaft zeigt ebenso Interesse wie die Berliner Politik, die sich im Rahmen der rot-rot-grünen Koalitionsvereinbarung auf die Umsetzung eines ambitionierten Klimaschutzziels unter „Mitnahme“ der Bevölkerung verpflichtet hat.

Fazit

Auf dem Weg zur Klimaneutralität muss unter aktuellen Rahmenbedingungen begonnen werden, die Gemeinschaftsaufgabe Klimaschutz umzusetzen. Dazu sind individuelle Verhaltensänderungen notwendig, die unternehmerisch wie politisch zu flankieren sind. KLiB soll Aufschlüsse über unterschiedliche Strategien verschiedener privater Haushalte beziehungsweise Haushaltstypen liefern, aber auch über die Marktausrichtung von Unternehmen. Außerdem wird die Wirkung eines direkten, modernen Feedbacks über den eigenen CO2-Fußabdruck interessante Ergebnisse erbringen. Diese sind kurz nach der Feldphase (Herbst 2018) zu erwarten.

Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung e.V. (PIK)

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