Nahaufnahme Klimaschutz
Februar 2018

Die Klimaschutzmanagerin und der Klimaschutzmanager des Monats

Sabrina Guder und Heiko Birnbaum setzen sich engagiert für den Schutz des Klimas im Kreis Segeberg ein. Große Unterstützung bietet ihnen dabei das Klimaschutz-Netzwerk Schleswig-Holstein, in dem sich mehr als 100 Klimaschutzmanagerinnen und Klimaschutzmanager rege austauschen.
Zitat
„Der Klimawandel ist real. Um auch zukünftig gut leben zu können, sind Maßnahmen zu Klimaschutz und Klimaanpassung obligatorische Aufgaben unserer Zeit. Mit unserer Arbeit tragen wir einen Teil zum Gelingen bei. Unser Ziel ist es, auch möglichst viele unserer Mitmenschen zu motivieren, sich ebenfalls zu engagieren.“

SK:KK: Sabrina Guder und Heiko Birnbaum, Sie sind beide im Klimaschutzmanagement des Kreises Segeberg tätig. Wie kam es zu dieser Doppelbesetzung?

Sabrina Guder: Der Kreis Segeberg ist mit seinen 95 Gemeinden ein sehr großer Kreis. Zudem geht aus dem Integrierten Klimaschutzkonzept ein überaus umfangreiches Maßnahmenpaket mit 76 Einzelmaßnahmen hervor. Das hat dazu geführt, dass das Bundesumweltministerium die Förderung von zwei Personalstellen bewilligt hat. Für uns bietet diese Doppelbesetzung enorme Vorteile, zum Beispiel bei der Gestaltung des Tätigkeitsbereiches oder auch bei der Entwicklung von Projektideen.

SK:KK: Konzentrieren Sie sich auf jeweils unterschiedliche Schwerpunkte?

Heiko Birnbaum: Anfangs haben wir die Umsetzung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes gemeinsam begleitet. Seit Oktober 2017 ist Frau Guder für die Umsetzung des Klimaschutzteilkonzeptes „Anpassung an den Klimawandel“ verantwortlich. Ich selbst bearbeite weiterhin die Klimaschutzmaßnahmen aus dem Anschlussvorhaben. Zugleich nutzen wir natürlich häufig unseren Teamvorteil und bearbeiten Themen gemeinsam.

SK:KK: Elektromobilität ist eines der Schwerpunktthemen, das aus dem Klimaschutzkonzept des Kreises hervorgeht. Welche Maßnahmen sind hier geplant oder schon auf den Weg gebracht?

Heiko Birnbaum: Begonnen haben wir mit der eigenen Fahrzeugflotte der Kreisverwaltung. Wir haben am Anfang beispielsweise zwei Fahrräder und ein Pedelec für die kurzen Dienstwege innerhalb der Stadt angeschafft. Außerdem haben wir 2013 die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu befragt und die Belegschaft über Testfahrten für das Thema Elektromobilität sensibilisiert. 2015 konnten wir ein erstes rein elektrisch betriebenes Auto in unsere eigene Fahrzeugflotte aufnehmen, im darauf folgenden Jahr ist ein zweites hinzugekommen. Die Akzeptanz ist sehr groß und der Betrieb verläuft reibungslos. In diesem Jahr planen wir, den Fuhrpark sogar um weitere zehn Elektrofahrzeuge zu erweitern. Eine öffentliche Ladesäule vor der Kreisverwaltung versorgt die Fahrzeuge der Bürgerinnen und Bürger mit Strom, welcher noch bis zum Sommer dieses Jahres vom örtlichen Energieversorger gesponsert wird. Die kreiseigenen Fahrzeuge werden in den Garagen geladen.

Auch im Hinblick auf den Aufbau einer kommunalen Ladeinfrastruktur konnten wir wichtige Weichen stellen. So haben wir 2014 eine erste Förderrichtlinie mit einem Fördertopf von 10.000 Euro für das Haushaltsjahr 2015 konzipiert. Dadurch wurden Investitionen von knapp 40.000 Euro ausgelöst. Im vergangenen Jahr wurde diese Richtlinie mit dem Ziel erweitert, eine flächendeckende Versorgung im ländlich geprägten Kreis zu erreichen. Antragsberechtigt sind neben Kommunen nun auch Betriebe und Privatpersonen. Für die nächsten drei Jahre soll dafür ein Budget von 500.000 Euro, bis zu 250.000 Euro jährlich zur Verfügung stehen.

SK:KK: Speziell an Gewerbetreibende richten sich die regelmäßig von Ihnen organisierten Workshops. Mit welchem Ziel?

Sabrina Guder: Das Handlungsfeld „Wirtschaft“ bietet ein enormes Potential im Hinblick auf Energieeffizienz und die damit verbundenen Kosteneinsparungen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass gerade bei kleineren und mittelständischen Unternehmen oft die Kapazitäten fehlen, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Die täglichen Geschäftsprozesse fordern in der Regel die volle Aufmerksamkeit. Mit Workshops wollten wir einen niedrigschwelligen Einstieg in das Thema bieten.

SK:KK: Welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?

Heiko Birnbaum: Erfahrungsberichte von Handelnden aus anderen Betrieben – quasi auf Augenhöhe – sind ein hervorragendes Mittel. Diese Personen berichten von ihren eigenen Projekten, geben Auskunft zum Für und Wieder von Maßnahmen zur Energieeffizienz, belegen die eigenen Erfolge mit Zahlen und versprühen ihre Begeisterung. Das steckt an.

Oft bringen die vortragenden Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Technikpartnerinnen und Technikpartner mit. So können fast alle Fragen aus dem Publikum direkt beantwortet werden, man kommt miteinander ins Gespräch und es entstehen neue Kontakte. Dieses Format haben wir in den vergangenen Jahren unter anderem für Hotel- und Gastronomiebetriebe sowie für Pflegeeinrichtungen durchgeführt. Die Einladung erfolgte dabei jeweils gemeinsam mit dem zuständigen Dachverband.

Sabrina Guder: Kürzlich haben wir in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung des Kreises (WKS) zudem das erste Segeberger Energieforum organisiert. Als Termin haben wir bewusst den Tag gewählt, an dem der jährlich von der WKS organisierte „Segeberger Wirtschaftstag“ mit rund 230 Gästen stattfindet. Dadurch konnte unser Energieforum in den gleichen Räumen stattfinden, so dass der zusätzliche Aufwand für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf ein Minimum reduziert wurde. Der Plan ging voll und ganz auf und wir durften über 100 Gäste aus Wirtschaft und Politik begrüßen.

SK:KK: Wie wichtig ist der Erfahrungsaustausch mit anderen Klimaschutzmanagerinnen und Klimaschutzmanagern für Sie?

Heiko Birnbaum: Dieser Austausch ist sehr wichtig. Daher sind wir sehr stolz darauf, dass wir hier in Schleswig-Holstein ein sehr reges Klimaschutznetzwerk mit mehr als 100 Mitgliedern haben, 80 davon sind geförderte Klimaschutzmanagerinnen und Klimaschutzmanager. Es gibt jährlich drei bis vier Treffen, bei denen je nach Bedarf Fachvorträge, Erfahrungsaustausch oder aktuelle Themen im Vordergrund stehen. Zugleich tauschen wir uns über unseren E-Mail-Verteiler sehr rege aus, diskutieren verschiedenste Themen und entwickeln gemeinsam Projekte. Außerdem betreibt das Klimaschutznetzwerk einen eigenen Blog, mit dem wir über Schleswig-Holstein und die Klimaschutzmanagerinnen und Klimaschutzmanager hinaus viele interessierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter erreichen.

In der Regel sind wir im Klimaschutzmanagement Einzelkämpferinnen und Einzelkämpfer ohne Verwaltungserfahrung. Da hilft es sehr zu wissen, dass andere ähnliche Hürden meistern müssen. Wie alle Klimaschutzmanagerinnen und Klimaschutzmanager im Anschlussvorhaben nehme ich die Funktion eines Mentors ein, was von den Kolleginnen und Kollegen auch gerne in Anspruch genommen wird.

 

  • Sabrina Guder und Heiko Birnbaum beim Stadtradeln
    © Kreis Segeberg
  • Besucherinnen der Ausstellung Klimawandel
    © Kreis Segeberg
  • Arved Fuchs, Sabrina Guder, Heiko Birnbaum (v.l.n.r) auf der Ausstellung Klimawandel
    © Kreis Segeberg
  • Die RegioSchau Segeberg 2017
    © Kreis Segeberg
Namen / Ausbildung

Sabrina Guder, M. Sc. Wirtschafts- und Sozialgeographie
Heiko Birnbaum, Dipl.-Ing. Umweltverfahrenstechnik

 

Kontaktdaten

Kreis Segeberg
Klimaschutzleitstelle
Hamburger Straße 30
23795 Bad Segeberg
04551 951-561
04551 951--522
klimaschutz@kreis-se.de

 

Bundesland Schleswig-Holstein
Kreis Kreis Segeberg
Einwohnerzahl und Größe des Landkreises

Ca. 271.500 Einwohnerinnen und Einwohner
auf ca. 1345 km²

 

Unsere Verortung in der Gemeinde Bad Segeberg (Kreisstadt und Sitz der Kreisverwaltung)

Wir sind Klimaschutzmanagerin und Klimaschutzmanager für…

… Klimaschutz und Klimaanpassung.
Seit 2013 Umsetzung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes von 2012 (Birnbaum)
Von 2016 bis Oktober 2017: Umsetzung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes (Guder)

Seit 2017 Umsetzung des Klimaschutzteilkonzeptes „Anpassung an den Klimawandel“ (Guder)

 

Projektlaufzeit

2013 – 2018:
2013-2016 Erstvorhaben Klimaschutz (Birnbaum)
2016-2018 Anschlussvorhaben Klimaschutz (Birnbaum)
Bis 2017 Anschlussvorhaben Klimaschutz (Guder)
2017-2019 Erstvorhaben Teilkonzept Klimaanpassung (Guder)

Highlights der vergangenen Monate

•    Kreiseigene Förderrichtlinie zur Errichtung von Ladeinfrastruktur mit einem jährlichen Budget von bis zu 500.000 Euro
•    Energetisches Quartierskonzept Marinesiedlung Wahlstedt
•    Segeberger Energieforum: Veranstaltung mit über 100 Gästen aus Wirtschaft und Politik mit einem umfangreichen Vortragsprogramm
•    Ausschreibung Klimaschutzteilkonzept für eigene Liegenschaften
•    Klimaschutzunterricht für rund 60 zweite und vierte Klassen
•    Initiierung von 300 Stromsparchecks
•    Umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit mit mehr als 40 Pressemeldungen, zwei Fernsehbeiträgen, vier Publikationen, drei Ausstellungen (Sanieren und Klimawandel), 14 Newslettern und zehn Flyern, über 40 Veranstaltungen und diversen kommunalen Beratungen

 

(Einspar-)Effekte (mit Vergleichsjahr)

  • CO2
  • Strom
  • Sonstiges
  • evtl. Kosten
  • CO2: 69.000 Tonnen (2013-2016)
  • durch die Arbeit der KSM ausgelöst (direkt oder indirekt) flossen Fördermittel in Höhe von 3,9 Mio. € in den Kreis Segeberg
Internetlink zum Konzept und zum Internetauftritt des Kreises

www.segeberg.de/klimaschutz
integriertes Klimaschutzkonzept
Klimaschutzteilkonzept „Anpassung an den Klimawandel"

 

Förderprogramm
Weiterführende Informationen