Abgeschlossenes Projekt

Towards 2050

Innovatives Bildungslabor „Klimaverträgliche Mobilität“ für junge Menschen in Ausbildung und Studiu
Verbraucher
Information
Qualifikation
Beteiligung
© VCD
Projektinformationen
Förderprogramm 
Projektnehmer 
Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD)
Projektlaufzeit 
01. Jan. 2014 bis 30. Sep. 2017
Förderkennzeichen: 
03KSF046
Fördersumme in € 
1.087.954
  • Die Moderatorinnen und Moderatoren der Community 2050
    © VCD
  • Vorstellung des Buches „50 Spiele für mobile Kinder“ mit Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks, den Autorinnen und Kita-Kindern zum Tag der offenen Tür der Bundesregierung am 27. August 2017
    © Pixel and Dot Photography
  • Im Studiengang Bekleidungstechnik/Konfektion entwickelten Studierende der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin im Sommersemester Businessmode für Radfahrerinnen
    © HTW/Camilla Rackelmann
  • Die Moderatorinnen und Moderatoren der Community 2050
  • Vorstellung des Buches „50 Spiele für mobile Kinder“ mit Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks, den Autorinnen und Kita-Kindern zum Tag der offenen Tür der Bundesregierung am 27. August 2017
  • Im Studiengang Bekleidungstechnik/Konfektion entwickelten Studierende der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin im Sommersemester Businessmode für Radfahrerinnen

Eine hochmobile Generation

Während ihrer Ausbildungszeit legen junge Menschen jede Woche durchschnittlich 220 Kilometer zurück – einen Großteil davon mit dem Auto. Ihre heutigen Ent­scheidungen werden den Verkehr von morgen prägen. Sie bestimmen, ob der CO2-intensive Verkehrs­sektor klimaschonender gestaltet werden kann.

Auf einen Blick

Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) richtete sich mit dem Projekt Towards 2050 an junge Menschen in Ausbildung und Studium, die in den nächsten Jahr­zehn­ten die Klimaverträglichkeit des Verkehrssektors entscheidend bestimmen werden. Diese Gruppe ist zwar zunehmend mit öffentlichen Verkehrs­mit­teln, dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs. Aber im Großen und Ganzen ist das Auto nach wie vor ihr Haupt­ver­kehrs­mit­tel. CO2-intensive Flugreisen werden bei dieser Gruppe ebenfalls immer beliebter. Ziel von Towards 2050 war es, Stu­die­rende und Aus­zubildende zu motivieren, beruflich und privat häu­fi­ger Fahrrad, Bus und Bahn zu nutzen und gleich­zeitig im zukünf­tigen Beruf für klimaverträgliche Mobilität zu werben. Mit Angeboten zur Information zum Mit­machen wandte sich der VCD an Auszubil­den­de und Studierende sowie berufsbildende Schulen, Hoch­schulen und außerschulische Bildungs­einrich­tungen.

Klimabewusst privat und im Beruf

Der Verkehr ist der drittgrößte Verursacher von Treib­hausgasemissionen in Deutschland. Das Bun­desum­welt­ministerium möchte daher die CO2-Emis­sionen bis 2030 um 40 Prozent verringern. Von 1990 bis 2014 sanken sie jedoch nur um zwei Prozent. Towards 2050 sollte jungen Erwachsenen neue Hand­lungsmöglich­kei­ten eröffnen, um für den Klima­schutz aktiv zu werden und die CO2-Emissionen im Verkehrs­sektor zu verringern. Gleichzeitig wollte das Projekt Impulse setzen, um das Umweltbewusstsein in Unter­nehmen und Bildungseinrichtungen dauerhaft zu stärken.

Für junge Erwachsene schuf das Projektteam mehr Möglichkeiten, sich weiterzubilden und Gleichgesinnte zum Gedankenaustausch zu finden. Die Bildungs­part­nerinnen und ‑partner entwickelten dazu Unter­richts­materialien, die das Thema Mobilität in Schlüssel­branchen behandelten – wie beispielsweise ein Bildungspaket Nachhaltige Mobilität im Veran­stal­tungs­management. Die bereitgestellten Materialien sollten helfen, das The­ma nachhaltige Mobi­lität stärker in verschieden Ausbil­dungsgängen oder im Studium zu etablieren. Den Aus­tausch der beteiligten Bil­dungs­reinrichtungen untereinander förderte das Projekt durch das Netzwerk Wissen 2050.

Bloggen, Twittern und Co. für die junge Generation

Mit der Community Mobilität 2050 schuf der VCD eine Diskussions- und Austauschplattform für Aus­zu­bildende und Studierende. Über die Webseite der Ge­meinschaft konnten sich Interessierte mit anderen Mit­gliedern vernetzen, diskutieren oder gemeinsame Aktionen planen. Die Webseite präsentierte die Ange­bote des Pro­jektes und eine Vielzahl von Informatio­nen, regel­mä­ßige Blog-Beiträge von jungen Mode­ra­torinnen und Moderatoren und Online-Aktionen wie digitale Ad­ventskalender. Die Mode­ra­torinnen und Moderatoren genossen Schulungen aus dem Projekt. Zusätzlich streute das Projekt Bei­trä­ge und Aktionen der Gruppe über den Community-News­letter und so­zia­le Medien. Neben den digitalen Beiträgen und Ak­tionen organi­sierte die Gemeinschaft selbst, begleitet vom Pro­jekt­team, reale Treffen wie Flashmobs, Sternfahr­ten oder Kreativ­work­shops so­wie zwei Zukunfts­camps, auf denen die Teilneh­me­rin­nen und Teil­nehmer über nachhaltige Mobilität disku­tierten.

Aktiv im Netzwerk Wissen 2050

Um Bildungs­ein­rich­tungen und -initiativen als Mul­ti­plikatorinnen und Multiplikatoren für die erste Ziel­gruppe zu gewinnen und Austausch untereinander zu ermöglichen, baute das Projekt das Netzwerk Wissen 2050 auf. Über 40 schulischen und außer­schu­li­schen Bildungseinrichtungen nahmen teil, darunter Berufs- und Hoch­schulen aber auch Bildungszentren und Ver­eine, die auf Nachhaltigkeit spezialisiert waren. Sie integrierten die Projektinhalte zu nachhaltiger Mobi­li­tät in Bildungspläne, die bisher kaum auf Nach­hal­tig­keit ausgerichtet waren. Zur wei­te­ren Unterstützung der Partnerinstitutionen erstellte der VCD, teilweise in Kooperation mit den Bil­dungs­part­nerinnen und ‑part­nern, Bildungspakete wie Un­ter­richts­ent­würfe, Work­shops und Planspiele, zuge­schnitten auf verschiedene Ausbildungsbranchen und Studiengänge. Zusätzlich zu den Bildungspaketen erar­beitete der VCD das Hand­buch 50 Spiele für mobile Kinder für Erzieherinnen und Erzieher und eine inter­aktive Wanderausstellung.

Der Wissen 2050-News­letter informierte das Netz­werk an Bildungs­insti­tutionen regelmäßig über neue Materialien und Aktionen.

Erfolgreich getestet

Für Jugendliche und junge Erwachsene, die sich bisher wenig mit dem Thema nachhaltige Mobilität ausein­an­dergesetzt hatten, entwickelte das Team ver­schie­dene einfache Aktionsformate wie Fahrrad-Par­cours, Foto-Aktionen oder CO2-Schätzwettbewerbe. Diese Formate ermöglichten einen Einstieg in das Thema und zeigten spielerisch einfache Verhaltensänderungen auf. Es ent­standen 17 verschiedene Formate, die Part­ner­insti­tu­tio­nen selbständig durchführen konnten. Insgesamt wur­den bundesweit 111 dieser Aktionen durchgeführt – 17 mehr als ursprünglich geplant.

Das Projektteam nahm an mehr als 60 Veranstal­tun­gen teil, um das Projekt bekannt zu machen und neue Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zu gewinnen. Die erarbeiteten Bil­dungs­materialien kamen im Unterricht oder anderen Bildungs­ver­an­staltungen an berufsbildenden Schu­len und Hoch­schulen bundes­weit zum Einsatz. Während der Projektlaufzeit konnte das Projektteam durch systematische Öffentlichkeitsarbeit auch errei­chen, dass viele Medien auf Towards 2050 aufmerk­sam wurden und in insgesamt 640 Beiträgen darüber berichteten.

„Junge Menschen in der Ausbildung sind ein Think Tank für innovative Ideen, leider haben sie oft zu wenig Raum, diese Ideen zu entwickeln und zu erproben.“ Anja Hänel, Projektleiterin Towards 2050, Verkehrsclub Deutschland e.V.

Lehr­kräfte erhielten mit den Bildungspaketen alles, was sie für die Durchführung eines Workshops oder einer Vorlesung im Rahmen ihrer Tätigkeit brauchten. Dazu zählten nicht nur die zu vermittelnden Inhalte und die empfohlene Methodik, sondern auch unter­stützende Materialien wie Handouts und PowerPoint-Präsenta­tionen. Das Feed­back von Teilnehmerinnen und Teilneh­mern nutzte der VCD, um die Bildungspakete für den allgemeinen Gebrauch zu überarbeiten.

Werbespots für das Radfahren

Für Studierende der Medien- und Kom­muni­kations­wissenschaften entwickelte das Projektteam bei­spiels­weise in Zusam­menarbeit mit Bildungs­institutionen die Bildungs­ein­heit Kommunizierte Mobilität, bei der sich die Teil­ne­hmerinnen und Teilnehmer in einem Work­shop mit der Darstellung von Mobilität in Werbe­spots ausein­an­dersetzen. Dazu wer­den nicht nur Kennt­nisse in der Ana­lyse von Werbung vermittelt, sondern auch eigene Video­produ­ktionen kreiert. In den bisher entstandenen Werbe­spots beschäftigten sich Studierende unter anderem mit der Frage: Welche Hürden muss man auf dem Fahr­rad überwinden, um mobil sein zu können, und wie kann man diese redu­zieren? Die besten Kurzfilme sind auf der Seite des Bildungsservice des VCD zu sehen.

Spielerisch lernen

Ein weiteres Bildungspaket ist das Planspiel Güter­verkehr. Bis zu 30 Studierende, beispielsweise aus den Politik- und Wirtschaftswissenschaften, über­neh­men hier die Rollen von Politikerinnen und Politikern, Lobbyistinnen und Lobbyisten oder der Presse. Unter Berücksichtigung eines vorgegebenen Budgets vertre­ten und vereinen sie unterschiedliche Interessen bei der gemeinsamen Entwicklung eines klimaschonenden Güterverkehrssektors.

Von der UNESCO ausgezeichnet

Der Erfolg des Projektes wurde durch die starke Nut­zung der angebotenen Informationen und Vernet­zungs­­möglichkeiten deutlich. Für die erfolgreiche Netz­werkarbeit wurde das Projekt 2016 vom UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Ent­wick­lung ausgezeichnet.

  • Was sollte das Projekt erreichen?

    • Die Community Mobilität 2050, 80 Aktio­nen, 52 Bildungs­ver­anstaltungen und die Vorstellung des Projektes auf 12 Treffen mit Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sollten Studierende und Auszubildende im Alter von 18 bis 25 Jahren motivieren, sich privat und beruflich für nachhaltige Mobilität zu engagieren;
    • die im Projekt geschaffenen fachspezifischen Bildungsmaterialien für Schlüsselbranchen sowie ein spezifisches Netzwerk sollten Bildungseinrichtungen dabei unterstützen, das Thema nachhaltige Mobilität in der Ausbildung zu etablieren.  
  • Was hat das Projekt erreicht?

    • Die Community Mobilität 2050 vereinte 222 angemeldete Userinnen und User aus 85 Städten und führte Online-Aktionen, zwei Zukunftscamps und acht weitere Aktionen durch; das Projektteam publizierte 21 Com­munity-News­letter und bot fünf Schulungen zur Unter­stützung der Community an;
    • das Netzwerk Wissen 2050 vereinte zu Projektende 45 Bildungseinrichtungen, die die entwickelten Lehrpläne und Materialien nutzten;
    • Aktionstage, an denen das Team und Partner einfache Einstiegsaktionen anboten, erreich­ten über 11.700 Personen;
    • 71 Bildungsveranstaltungen und drei Fach­tagungen fanden statt und das Projekt­team präsentierte Towards 2050 auf 62 Veranstal­tungen;
    • die entwickelten Bildungs­pakete wurden bis September 2017 65 Mal verschickt; mehr als 100 Personen aus den Bereichen Hochschul- und Berufsbildung, außerschulischer Bildung, Politik und Verwaltung luden zusätzlich 790 einzelne Dateien der Pakete herunter.
  • Wie ging es weiter?

    Die im Projekt erstellten Materialien für Berufs­schule, Hoch­schule und den außerschulischen Bereich sind unter https://bildungsservice.vcd.org/bildungsmaterialien/ verfügbar. Die Community ist im Rahmen des Folgeprojektes DIY-Klimaschutz: Dein Mobilitätsprojekt unter https://diy.vcd.org/ueber-uns/diy-projekt/ weiter aktiv.

Beitrag zum Klimaschutz

Junge Erwachsene verursachen jährlich insgesamt circa 12,5 Millionen Tonnen CO2 durch Pkw-Nutzung und Flugreisen. Mit einem weiteren Anstieg muss auf­grund einer zunehmenden Anzahl von Flugreisen in dieser Altersgruppe gerechnet werden. Durch den Fo­kus auf diese Gruppe wollte das Projekt vor allem langfristig zur Minderung der Treibhausgas­emissionen im Verkehrsbereich bis 2050 und darüber hinaus bei­tragen. Dennoch versuchte der VCD, die CO2-Emis­sio­nen, die während der Projekt­laufzeit eingespart wur­den, mittels einer mehrstufigen Methodik abzu­schätzen. In der Umsetzungsphase sollte das Projekt Towards 2050 circa 41.300 Tonnen einsparen. Tatsächlich, so der VCD, erzielte das Projekt eine CO2-Minderung von schätzungsweise 220.000 Tonnen.

Die Reduzierung ergab sich aus der angenommenen Verlagerung von Autofahrten auf alternative Verkehrs­mittel, einer effizienteren Nutzung des Autos und dem Verzicht auf Fernflug­reisen während des Projektes.

Das Projekt unterstützte somit bereits während seiner Laufzeit die Bundesregierung bei ihren Klimaschutz­zielen. Da das Projektteam die Projektinhalte im letz­ten Projektjahr systematisch optimiert und bekannt gemacht hat, sind zusätz­liche Treibhausgas­minde­run­gen zu erwarten. Dazu können auch die weiterhin betriebene Vermarktung und Nut­zung von Bildungs­paketen, Wander­ausstellung und Handbuch beitragen.

  • Checkliste der Erfolgsfaktoren

    • Bestehende Bildungsmaterialien nutzen;
    • nachhaltige Mobilität in Lehrpläne und Organisationsstrukturen integrieren.

Tipps und Tricks für interessierte Institutionen

Das Projekt Towards 2050 war so ausgelegt, dass es auch nach Projektende in großen Teilen weitergeführt werden kann.

Umfassende Bildungsangebote nutzen

Für ausgewählte Studiengänge und Ausbildungs­berei­che erarbeitete der VCD fachspezifische Mate­rialien zum Thema nachhaltige Mobilität. Diese sind seit Anfang Oktober 2014 kostenlos über den Bil­dungs­­service des VCD bestellbar oder herun­terladbar. Auf der Webseite des Bildungsservice finden sich außer­dem Aktionsideen, eine Dar­stel­lung der Projekt­part­nerinnen und -partner, Infor­ma­tio­nen zu Weiter­bildungen und Abschlussarbeiten von Absolventinnen und Absolventen.

Mobile Infostation ausleihen

Auch die interaktive Wanderausstellung Mobilität heute – morgen – 2050 ist umsonst ausleihbar. Interessierte müssen allein die Versandkosten über­nehmen. Die Ausstel­lung informiert über nachhaltige Mobilität und eröff­net zum Beispiel mit einem Quiz Beteiligungs­möglich­keiten auch über das Projektende hinaus. Durch ihre selbsterläuternde Gestaltung kann sie alleine aufge­stellt oder in Veranstaltungen inte­griert werden.

Aktionen in Kindergärten anleiten

Das Handbuch 50 Spiele für mobile Kinder. Praxis­nahe Anregungen für eine nachhaltige Mobilität im Elemen­tarbereich ist im Schneider-Verlag erschienen. Inter­es­sierte Erzieherinnen, Erzieher und Eltern können es über den VCD-Shop erwerben.

Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD)

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