Projekt

WWM – WirWollenMehr. Mehr Beteiligung und mehr Klimaschutz für unsere Zukunft

Jugendliche entwickeln eigene Klimaschutzmaßnahmen in ihren Kommunen und setzen diese gemeinsam mit Partner*innen um.
Kommunen
Empowerment
Beteiligung
Klimaschutz
Logo des Projekts "WWM – WirWollenMehr"
Helmut Bauer, Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg gGmbH
Jugendliche haben bisher kaum Einfluss auf die Klimaschutzpolitik. Zwar müssen sie die Folgen tragen, dürfen aber nicht über ihre eigene Zukunft mitbestimmen. Diese Lücke hat das Projekt geschlossen. Daher haben Jugendliche aus zehn Kommunen eigene Klimaschutzmaßnahmen für ihre Kommunen entwickelt und diese erfolgreich umgesetzt.
Projektinformationen
Förderprogramm 
Projektnehmer 
Universität Stuttgart, ZIRIUS Zentrum für interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung, www.zirius.uni-stuttgart.de; Ifeu-Institut für Energie und Umweltforschung Heidelberg gGmbH, www.ifeu.de  
Projektlaufzeit 
01. Feb. 2016 bis 31. Jul. 2019
Förderkennzeichen: 
03KF0028A/B
Fördersumme in € 
464.067,51

Auf einen Blick

Das Projekt „WWM – WirWollenMehr“ richtete sich an kleinere Kommunen, die Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, eigene Klimaschutzmaßnahmen zu entwickeln und diese gemeinsam mit der Gemeinde und weiteren Akteur*innen umzusetzen.

Die Kommunen förderten das außerschulische Projekt mit einem jährlichen Beitrag von zwei Euro je Einwohner*in unter 20 Jahren. Stimmen von Teilnehmenden des Projekts:

WWM war und bleibt Teil der nachhaltigen Anstrengungen unserer Gemeinde für ein gutes Klima. Dabei geht es um konsequente und nachhaltige Verbesserungen für den Umweltschutz in der Kommune“, sagte Detlef Wellbrock, Bürgermeister der Gemeinde Loxsted in Niedersachsen.

Ich mache bei WWM mit, weil es unsere Zukunft ist, für die wir etwas tun. Was hilft es, wenn wir nur immer sagen, dass die anderen halt etwas machen sollen, dass das Klima besser wird? Da müssen wir schon selbst mitmachen “, sagte eine Jugendliche aus Markt Schierling in Bayern.

Was sollte das Projekt erreichen?

„WWM – WirWollenMehr“ zielte darauf ab,

  • Jugendlichen mehr Mitbestimmung zur Gestaltung ihrer Zukunft zu ermöglichen. Somit wird die Diskrepanz zwischen „Folgen tragen müssen“ und bereits heute über die eigene Zukunft „mitbestimmen dürfen“ geschlossen.
  • Kommunen zu animieren, Kindern und Jugendlichen mehr Beteiligungsmöglichkeiten und somit mehr Mitbestimmung zu ermöglichen.
  • Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu bieten, sich in Gruppen mit dem Thema Klimaschutz auseinanderzusetzen. In diesem Rahmen können sie für sie wichtige Projekte anregen und eigenständig umsetzen.
  • Einen Austausch der am Projekt teilnehmenden Kinder und Jugendlichen über die Ortsgrenzen hinaus organisieren. (Anmerkung: Bevor es „Fridays for Future“ gab.)

Was hat das Projekt erreicht?

Bundesweit haben Jugendliche aus zehn Kommunen rund 30 Klimaschutzmaßnahmen für ihre Kommunen entwickelt und umgesetzt.

Wie ging es weiter?

  • Viele der Jugendlichen wollen sich auch zukünftig für den Klimaschutz einsetzen.
  • Das Umfeld der Jugendlichen, wie Freunde, Familienangehörige und kommunale Akteur*innen, wurde für das Thema Klimaschutz sensibilisiert.

Beitrag zum Klimaschutz

CO2-Einsparung
Das Projekt hat circa 1.100 Tonnen CO2 eingespart.

Bewusstseinsbildung und Handlungsänderung
Durch die konkrete Projektarbeit haben die Kinder und Jugendlichen viel über das Thema Klimaschutz gelernt. Das hat unter anderem zu konkreten Verhaltensänderungen geführt, wie beispielsweise häufiger  mit dem Fahrrad zu fahren oder Handyladegeräte auszustecken. Diese Verhaltensänderungen haben sich auch auf die Familien und Freunde der Jugendlichen ausgewirkt.

WWM war schon eine tolle Sache“, resümierten Janka und Nadja aus Loxstedt.

Kommunaler Klimaschutz
In den teilnehmenden Kommunen ist das Thema Klimaschutz in Politik, Verwaltung und Bürgerschaft verstärkt ins Bewusstsein gerückt. Die Jugendlichen haben große Unterstützung erfahren. Zudem wurde ihre politische Beteiligung gestärkt.

Es ist wichtig, Jugendliche dabei zu unterstützen, ihre eigene Zukunft aktiv zu gestalten und sich im Klimaschutz zu engagieren. Auch nach dem Projekt WWM werden wir unsere Jugendlichen weiter bei der Umsetzung ihrer Klimaschutzprojekte fördern“,  sagte Manfred Scherer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen.

Tipps und Tricks für interessierte Institutionen

WWM ist mehr als nur ein Projekt. Es handelt sich um einen zeitlich unbegrenzten Prozess. Um ihn erfolgreich zu bestreiten sind folgende Faktoren besonders zu beachten.

Betreuungsperson
Eine volljährige Person unterstützt die Kinder und Jugendlichen über einen längeren Zeitraum. Fehlt diese, funktioniert WWM nicht.

Räume für regelmäßige Treffen.
Regelmäßige Treffen sind wichtig. Dazu braucht es geeignete Räume, die kostenlos zur Verfügung stehen müssen. Wie oft Treffen stattfinden und was behandelt wird, entscheiden die Kinder und Jugendlichen selbst.

Gruppenerlebnis
Alle Kinder und Jugendlichen, die bei WWM mitgemacht haben, sagen, dass das gemeinsame Handeln für sie ganz wichtig war.

Aktionen
Kinder und Jugendliche wollen etwas tun und nicht nur reden. Sie sind bereit, auch selbst sehr viel zu tun.

Unterstützung durch Verwaltung
Auch die Betreuungsperson braucht Unterstützung in vielerlei Hinsicht. Diese zu leisten ist Sache der Kommunalverwaltung.

Politik steht dahinter
Irgendwann geht es auch um Geld und um rechtliche Fragen. Dann muss die Politik ihre Aufgabe als Unterstützer erfüllen.

Hemmnisse
Das Haupthemmnis ist die mangelnde Freizeit von Jugendlichen. Umso wichtiger sind attraktive Angebote für die interessierten Kinder und Jugendlichen. Nicht viel reden, sondern konkrete Dinge unternehmen.

Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn es mal nicht so rund läuft. Jugend-beteiligung ist ein ständiger Prozess und der Klimaschutz wird uns noch viele Jahre fordern!

Checkliste der Erfolgsfaktoren

  • Motivation und Engagement aller Beteiligten
  • Die Mischung macht’s: Bildung, konstruktives Arbeiten und Spaß bei der Sache
  • Unterstützung seitens der Kommunen

Universität Stuttgart, ZIRIUS Zentrum für interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung, www.zirius.uni-stuttgart.de;
Ifeu-Institut für Energie und Umweltforschung Heidelberg gGmbH, www.ifeu.de

 

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