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29. Jun. 2020

Ein maßgeschneidertes Förderprogramm für Amberg

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Kommunaler Klimaschutz
Im bayerischen Amberg werden Klimaschutzmaßnahmen durch das Förderprogramm „Fürs Amberger Klima“ bezuschusst. Die Idee dazu hatte Klimaschutzmanagerin Corinna Loewert – sie wird von der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) unterstützt.
  • Bei der Europäischen Mobilitätswoche 2019: Oberbürgermeister Michael Cerny, Klimaschutzmanagerin Corinna Loewert und der Referatsleiter für Recht, Umwelt und Personal, Dr. Bernhard Mitko (von links).
    Stadt Amberg

Die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Amberg in Ostbayern werden seit Januar 2020 belohnt, wenn sie einen Beitrag zum Klimaschutz leisten: Sie erhalten von der Stadt Zuschüsse – beispielsweise bei einem Heizungspumpentausch, der Gebäudesanierung oder der Verschrottung ihres Dieselautos. Zusammengefasst sind die einzelnen Maßnahmen in dem speziell für Amberg entwickelten Förderprogramm „Fürs Amberger Klima“. Entwickelt und auf den Weg gebracht hat es Corinna Loewert, die seit April 2019 als Klimaschutzmanagerin der Stadt Amberg arbeitet. Ihre Vollzeitstelle wird vom Bundesumweltministerium über die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) gefördert.

Klimaschutz ist in der kreisfreien Stadt seit vielen Jahren Tradition. Bereits seit 1993 ist die Stadt Mitglied im Klima-Bündnis, dem größten europäischen Städtenetzwerk, das sich dem Klimaschutz verschrieben hat. Auch für die Ambergerinnen und Amberger spielt Klimaschutz eine zentrale Rolle. „Hier herrscht viel privates und ehrenamtliches Engagement. Es gibt vier Arbeitsgruppen in einem Klimaschutzbündnis, die konkrete Klimaschutzmaßnahmen, beispielsweise in den Bereichen Mobilität, Konsum und erneuerbare Energien, vorantreiben“, sagt Corinna Loewert.

Und welche Ziele hat die Klimaschutzexpertin für Amberg? Neben der Förderung des Radverkehrs setzt sie sich für die Einsparung von CO2-Emissionen ein. Konkret heißt das: Nach Hochrechnungen beträgt aktuell in Amberg der jährliche Pro-Kopf-CO2-Ausstoß 9 Tonnen. Bis spätestens 2030 soll er auf 6,2 Tonnen CO2 sinken. Diesen Wert hat Amberg in der Selbstverpflichtung des Klima-Bündnisses definiert. „Mein weiteres Ziel ist, dass die Bürgerinnen und Bürger häufiger Energieberatungen annehmen und dadurch im besten Fall auch mehr Fördermittel beantragen“, sagt Corinna Loewert.

Einer ihrer größten beruflichen Meilensteine ist jedoch die Richtlinie des kommunalen Förderprogramms „Fürs Amberger Klima“. „Das Programm soll die Bürgerinnen und Bürger sensibilisieren, dass auch mit wenigen Ausgaben Kilmaschutz möglich ist“, sagt Corinna Loewert. Bei der Zusammenstellung des Maßnahmenkatalogs hat sie vom Input anderer Klimaschutzanagerinnen und Klimaschutzmanager in der Region profitiert: „Wir tauschen uns regelmäßig aus. Einige haben mir ihre speziellen Förderprogramme geschickt. Somit konnte ich die Maßnahmen auswählen, die für Amberg passen.“

Ihren Maßnahmenkatalog stellte Corinna Loewert im ersten Schritt ihrem Referatsleiter vor. Anschließend wurde er im Umweltausschuss diskutiert und schließlich vom Stadtrat beschlossen. Folgende sechs Teilprogramme beinhaltet heute das Förderprogramm:

  1. Aufstockung von KfW-/BAFA-Zuschuss für bauliche und technische Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in Bestandsgebäuden
  2. Gebäudethermographie für Wohngebäude durch die Stadtwerke Amberg
  3. Prämie für emissionsarme Mobilität
  4. Radlerbonus
  5. Bezuschussung von Heizungspumpentausch durch einen regionalen Fachbetrieb
  6. Abwrackprämie für Haushaltsgeräte

Der „Radlerbonus“ bedeutet eine Förderung bei der Anschaffung eines Lastenpedelecs, Lastenrads oder Fahrradanhängers zur privaten oder gewerblichen Nutzung. Dabei profitieren die Ambergerinnen und Amberger nicht nur von 15 Prozent Zuschuss zum Nettokaufpreis, sondern erhalten zusätzlich 5 Prozent, wenn sie es bei einem Händler im Stadtgebiet Amberg kaufen.

Ein weiteres Beispiel: Wenn die Antragstellenden ihr fossil betriebenes Auto verkaufen oder verschrotten, können sie zwischen drei Prämien wählen – dazu zählt ein Jahresabo für den Amberger öffentlichen Personennahverkehr sowie eine Gutschrift für einen ortsansässigen eCarsharing-Anbieter. Damit die Förderrichtlinie „Fürs Amberger Klima“ bekannter wird, startet demnächst eine größere Werbekampagne. Zudem gibt es ab Juli Online-Veranstaltungen zum Förderprogramm. Weiterhin plant Corinna Loewert den nächsten Termin mit dem Stadtrat – um weitere Klimaschutzziele für Amberg zu besprechen.

Die Förderrichtlinie „Fürs Amberger Klima“ finden Sie hier.

Informationen zum Engagement für den Klimaschutz der Stadt Amberg finden Sie hier.

Sie sind selbst Klimaschutzmanagerin oder -manager und haben Fragen an Corinna Lowert? Ihr Kontakt:
Frau Corinna Loewert
Referat für Recht, Umwelt und Personal
Stabsstelle Klimaschutzmanagerin
Herrnstraße 1-3, 3. Obergeschoss, 92224 Amberg
E-Mail: Corinna.Loewert@Amberg.de

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