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21. Sep. 2021

Gesundheitsbranche für ein gesundes Klima

Verbraucher
Wirtschaft
Klimaschutz im Gesundheitswesen
Die Stiftung viamedica unterstützt die Teilnehmenden ihres Projekts „Klimaretter- Lebensretter“ beim nachhaltigen Handeln in ihrem Arbeitsumfeld. Ihre persönlichen CO₂-Einsparungen können sie mithilfe eines Klimaretter-Tools berechnen.
  • Eine klimafreundliche Alternative zu Einwegverpackungen ist die Verwendung von Mehrwegbehältern.
    © iStock/colnihko

Die Digitalisierung erleichtert viele Prozesse, hat aber auch Nachteile: Die Herstellung und Entsorgung elektronischer Geräte sowie die Übertragung und Speicherung der steigenden Datenmengen sorgen für einen zunehmenden Energieverbrach. Laut einer Datensammlung des Öko-Instituts e. V. beträgt der digitale Fußabdruck einer Person in Deutschland durchschnittlich 739 Kilogramm CO2 im Jahr. Wer also einen Beitrag zum Umweltschutz leisten möchte, sollte den eigenen Umgang mit digitalen Medien kritisch hinterfragen.

„Klimaschutzprozess in Gang bringen“

Diesen Ansatz greift die Stiftung viamedica in ihrem Projekt „Klimaretter – Lebensretter“ auf. Ziel ist es, Mitarbeitende der deutschen Gesundheitsbranche zu einem nachhaltigen Handeln und zu selbst entwickelten Klimaschutzaktionen am Arbeitsplatz zu motivieren. Markus Loh, Projektleiter der Stiftung viamedica, erklärt: „Wenn Sie Ihren Klimaschutzprozess in Gang bringen möchten, kommt es auf die Sensibilisierung Ihrer Beschäftigten an. Mitarbeitende, die den Umwelteinfluss ihres eigenen Handelns kennen, tragen auch in ihrem Arbeitsumfeld zu einem klimaschonenden Betrieb bei.“

Und die Idee geht auf: Seit Projektstart im Jahr 2017 haben rund 100 Unternehmen und Einrichtungen mit mehr als 5.000 Beschäftigten am Wettbewerb um die jährlich vergebenen „Klimaretter-Awards“ teilgenommen. Gemeinsam haben sie eine Million Kilogramm CO₂ eingespart. Das Bundesumweltministerium fördert die Initiative mit Mitteln aus der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI).

Ein Tool für mehr Bewusstsein

Praktisch für die Teilnehmenden des Projekts: Das Klimaretter-Tool auf der Website gibt konkrete Handlungsempfehlungen für alle, die ihren persönlichen digitalen CO₂-Fußabdruck am Arbeitsplatz minimieren möchten - etwa das Ausschalten der Kamera bei Videokonferenzen, das Löschen unwichtiger E-Mails oder den achtsamen Gebrauch von Geräten. „Mit unseren vielfältigen und einfach umsetzbaren Aktionen im Klimaretter-Tool schaffen wir ein Bewusstsein für die Klimawirkung des eigenen Verhaltens und bieten praktische Lösungsansätze“, sagt Markus Loh. Zusätzlich zeigt das Tool die persönlichen CO₂-Einsparungen an. Laut viamedica können diejenigen, die einige Regeln bei der digitalen Nutzung beachten, rund ein Kilogramm CO₂ pro Woche vermeiden.

Verpackungsmüll vermeiden

Ein weiteres Handlungsfeld, das durch das Klimaretter-Tool optimiert werden kann, ist die Vermeidung von Verpackungsmüll. Das Thema hat Potenzial: Vor der Coronapandemie hat eine Person durchschnittlich etwa 100 Kilogramm Verpackungsmüll jährlich verursacht. Das entspricht rund 120 Kilogramm CO₂. Während der Pandemie ist der Verbrach von Einwegprodukten aufgrund der erhöhten Nutzung von Lieferdiensten und Essen zum Mitnehmen gestiegen. Das Klimaretter-Tool bietet den Nutzer*innen nützliche Empfehlungen wie beispielweise die Wahl von Mehrweglösungen, recycelbaren Verpackungen oder frischen unverpackten Lebensmitteln. Wer seinen Verpackungsmüll um ein Drittel reduziert, spart immerhin circa 0,8 Kilogramm CO₂ pro Woche.

  • Informationen zur Stiftung viamedica

    Die 2002 von Umweltpreisträger und Hygieniker Prof. Dr. Franz Daschner gegründete Stiftung mit Sitz in Freiburg arbeitet zu den Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen. Die Stiftung hat das vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative geförderte Projekt „Klimaretter – Lebensretter“ vor rund drei Jahren initiiert, um die Beschäftigten im Gesundheitswesen für mehr Klimaschutz zu sensibilisieren. Seit Januar 2021 läuft die zweite Projektphase. Alle Mitarbeitenden und Einrichtungen der Gesundheitsbranche sind dazu aufgerufen, sich am Projekt zu beteiligen. Weitere Infos gibt es auf der Projekt-Website.