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13. Sep. 2021

Ein „Superradwegenetz“ für Tübingen

Kommunen
Klimaschutz durch Radverkehr
Tübingen baut sein Radwegenetz weiter aus und hat dafür ein Radvorrangroutennetz erarbeitet. Zum Baustart am 8. September überreichte die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter einen Förderscheck an Oberbürgermeister Boris Palmer.
  • Die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter überreicht Oberbürgermeister Boris Palmer den Förderbescheid.
    © Gudrun de Maddalena

Die Stadt Tübingen will bis zum Jahr 2030 klimaneutral werden und sich zu einer „Fahrradstadt“ etablieren. Damit dies gelingen kann, sind tiefgreifende Veränderungen im Stadtgebiet geplant. Ein Projekt ist das „Superradwegenetz Tübingen“, das die Errichtung eines sogenannten Radvorrangroutennetzes vorsieht. Diese Routen bilden ein Netz an durchgängigen gut ausgebauten Radrouten, auf denen dem Radverkehr ein besonderer Vorrang eingeräumt wird.

Das Bundesumweltministerium fördert das Vorhaben über die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) mit 12,6 Millionen Euro. Anlässlich des ersten Spatenstichs am 8. September überreichte Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, einen Förderscheck an Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen.

„Weniger Abgase, weniger Stau, weniger CO2“

Rita Schwarzelühr-Sutter erklärte:

„Tübingens Mobilitätswende ist ein herausragendes Beispiel für kommunalen Klimaschutz. Mit dem durchgreifenden Umbau setzt die Stadt ein Zeichen, wie trotz topografischer Herausforderungen der Anteil am Radverkehr deutlich erhöht werden kann. Das ist ein Gewinn für alle: weniger Lärm, weniger Abgase, weniger Stau und weniger CO2. Durch das Projekt sollen bestehende Lücken im Radnetz geschlossen und mit Sonderbauwerken noch mehr Menschen vom Fahrradfahren überzeugt werden. Dass die Radbrücke Ost sich dabei gut in das unter Denkmalschutz stehende Stadtbild integriert, ist ein Vorbild auch für andere Städte.“

Verbindungslücken schließen

Im Zuge des Vorhabens fließen 2,5 Millionen Euro in den Bau der 90 Meter langen und vier Meter breiten Radbrücke Ost. Eine Unterführung am neuen Haltepunkt der Regional-Stadtbahn am Güterbahnhof und die neue Neckarüberquerung werden die zentralen Verbindungslücken für den Radverkehr in Nord-Süd-Richtung schließen. Außerdem entsteht eine Anbindung der Bereiche an den neuen Radweg „Blaues Band“. Weiterhin wird die Brückenstraße nördlich des Neckars zur bevorrechtigten Fahrradstraße. Somit entsteht ein Radvorrangroutennetz mit durchgängigen, leistungsfähigen Radachsen.

Für dieses Vorhaben prognostizieren die Stadt eine jährliche Treibhausgasminderung von 4.200 Tonnen CO2 und eine Erhöhung des Radverkehrsanteils um fünf Prozent.

NKI-Programm Klimaschutz durch Radverkehr

Das Bundesumweltministerium fördert mit dem Förderaufruf Klimaschutz durch Radverkehr der NKI regional modellhafte und investive Projekte, die die Radverkehrssituation in konkret definierten Gebieten wie beispielsweise Wohnquartieren, Dorf- oder Stadtteilzentren verbessern. Seit 2016 wurden bundesweit bereits 59 Einzel- und 31 Verbundvorhaben zum Radverkehr mit einem Fördervolumen in Höhe von rund 160 Millionen Euro bewilligt.

In diesem Jahr können Projektskizzen noch bis zum 31. Oktober eingereicht werden. Sie haben Fragen zum Förderaufruf? Das Team vom Projektträger Jülich (PtJ) berät Sie gern telefonisch unter 030 20199-3422 sowie per E-Mail unter ptj-ksi@fz-juelich.de.

 

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