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25. Mai. 2021

Know-how für den Klimaschutz in Unternehmen

Wirtschaft
Klimaschutz in Unternehmen
Der Mittelstandsverbund hat mit seinem Programm „Klimaprofi“ ein Beratungsangebot zu den Themen Klimaschutz und Energieeffizienz für Unternehmen entwickelt. 1.000 Unternehmen sollen davon profitieren.
  • Treffen der Partner*innen des Projekts „Klimaprofi im mittelständischen Verbund“ Oktober 2020 in Essen.
    © Der Mittelstandsverbund – ZGV e.V.

Mit nachhaltigem Handeln und ihrem Einsatz für den Umwelt- und Klimaschutz zeigen Unternehmen Verantwortungsbewusstsein. Gleichzeitig legen sie damit einen wichtigen Grundstein für ihren zukünftigen Geschäftserfolg. Um Unternehmen bei ihrem Engagement für Klimaschutz zu unterstützen, hat der Mittelstandsverbund das Beratungsangebot „Klimaprofis“ ins Leben gerufen. Entstanden ist das Programm im Rahmen des Vorhabens „Klimaprofi im mittelständischen Verbund“ (Laufzeit: 1. Mai 2020 bis 30. April 2023). Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt über die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) mit zwei Millionen Euro. Bundesumweltministerin Svenja Schulze sieht im nachhaltigen Handeln Vorteile für die Unternehmen:

„Wer in den Klimaschutz investiert, investiert auch in die Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland. Um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen, brauchen wir mehr Unternehmen, die zeigen, dass nachhaltiges Wirtschaften und ökonomischer Erfolg zusammengehören. Und mit ihren Best Practices können sie andere Unternehmen motivieren. Die Klimaprofis beraten auch kleine und mittlere Unternehmen, wie sie sich für den Klimaschutz engagieren und fit für die Zukunft machen können. Das unterstütze ich gerne.“

Branchenspezifische Beratung

In den letzten Monaten wurden 17 Personen vom Projektpartner Bundesdeutscher Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e.V. als sogenannte „Klimaprofis“ ausgebildet, kürzlich haben sie ihre Abschlussprüfung bestanden. Ihre Aufgabe ist es nun, bundesweit Vertreter*innen von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zu schulen, die zu den Verbundgruppen und Anschlusshäusern des Mittelstandsverbunds gehören. Die Teilnehmenden lernen, wie sie in ihren Firmen selbst Klimaschutzmaßnahmen umsetzen und einen schonenden Umgang mit Ressourcen entwickeln können. Dr. Sabine Schäfer, Projektleiterin beim Mittelstandverbund, sagt:

„Große Ziele brauchen die richtigen Maßnahmen. Wir wollen dafür sorgen, dass praktisches Wissen über Neuerungen im Bereich Klimaschutz bei den kleinen und mittleren Unternehmen ankommt.“

Das Ziel: 50.000 Tonnen CO2-Emissionen einsparen

Die „Klimaprofis“ dokumentieren die Maßnahmen der teilnehmenden Firmen sowie die eingesparten Treibhausgasmengen. Anschließend werten sie das aus. Das Ziel der Klimaschutzexpert*innen ist, innerhalb von rund zwei Jahren 1.000 Unternehmen unabhängig und branchenspezifisch zu beraten. Durch die aufgezeigten Einsparpotenziale bei Energieverbräuchen und Klimaschutzmaßnahmen sollen 50.000 Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden.

Der Mittelstandsverbund vertritt als Spitzenverband der deutschen Wirtschaft die Interessen von etwa 230.000 mittelständischen Unternehmen, die in rund 310 Verbundgruppen organisiert sind. Die „Klimaprofis“ besitzen meist einen ingenieurwissenschaftlichen oder betriebswirtschaftlichen Hintergrund. Sie arbeiten in Unternehmen, die 15 Verbundgruppen angehören. Gemeinsam decken die Expert*innen Fachkompetenzen in den Bereichen Energieeffizienz, Mobilität, Logistik, Prozessabläufe, Ressourcen- und Abfallmanagement ab.

  • „Film ab!“ für den Klimaverbund Mittelstand

    Im Rahmen des Projekts entstehen drei Videos.

    Der erste Film erklärt, was im Klimaverbund passiert, wie das Projekt funktioniert und welche Vorteile eine Klimaprofi-Beratung bringt. Zu Wort kommen Vertreter*innen von acht Projektpartnern an ihren Standorten in ganz Deutschland. Interviewt wurden sie im Frühjahr 2021. Ihre Beiträge bieten einen interessanten Einblick, wie das Thema Klimaschutz in den einzelnen Branchen aktiv angegangen wird. Das Erklärvideo ist auf der Projektwebseite einsehbar.

    Wer Zukunft nachhaltig gestalten will, braucht starke Partner. Der zweite Film des Projekts stellt die Gestalter*innen der beteiligten Unternehmen vor und gibt ihnen das Wort.

    Im dritten Video stehen die Klimaprofis selbst im Mittelpunkt. Wie wird man eigentlich ein „Klimaprofi“? Welche relevanten Themen waren Teil des Qualifizierungsprogramms? Wo liegen die größten Einsparpotentiale in ihrer Branche? Das Filmteam war bundesweit unterwegs und hat acht der insgesamt 17 Klimaprofis für ein Interview besucht.

Anschluss an erfolgreiches Vorläuferprojekt

Dr. Ludwig Veltmann, Hauptgeschäftsführer des Mittelstandverbundes, sagt:

„Die Anschlusshäuser der Verbundgruppen können durch das Beratungsangebot nur gewinnen. Wer sich technologisch auf den neuesten Stand der aktuellen Entwicklungen bringen lässt, nutzt die Chance, vor der Welle zu reiten und sich krisensicher und zukunftsfit aufzustellen. Wir freuen uns, dass unsere ‚Klimaprofis‘ jetzt die Fackel für den verantwortlichen und klugen Umgang mit Klima und Ressourcen in die angeschlossenen Unternehmen und Betriebe tragen.“

Der Mittelstandsverbund knüpft mit dem Projekt „Klimaverbund Mittelstand“ an dem Vorgängerprojekt „Klimaprofi für den Mittelstand“ (Laufzeit: 1. Februar 2016 bis 31. Dezember 2019) an, das ebenfalls vom Bundesumweltministerium gefördert wurde. Dessen Ziel war, eine Infrastruktur für ein ganzheitliches Informations- und Beratungskonzept über Klimaschutz- und Energieeffizienzmaßnahmen in den Unternehmen auszubauen, die im Mittelstandsverbund organisiert sind. Besonders berücksichtigt wurden Kleinstunternehmen wie Bäckereien, Fleischereien, Friseure, Kfz-Werkstätten und Apotheken.

Förderung innovativer Klimaschutzprojekte

Seit 2011 fördert und initiiert das Bundesumweltministerium über die NKI innovative Klimaschutzprojekte, die einen Beitrag dazu leisten, Treibhausgasemissionen zu senken. In diesem Jahr können Antragsteller*innen Projektskizzen für das Modul 2 des Förderaufrufs für innovative Klimaschutzprojekte vom 1. Juli bis zum 30. September einreichen. Die besten Projekte werden in einem wettbewerblichen Verfahren ausgewählt und zur Antragstellung aufgefordert. Weitere Informationen zum Förderprogramm finden Sie hier.