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03. Aug. 2021

Neuartiges Pedelec-Verleihsystem für Usedom

Kommunen
Radverkehr
Davon profitieren die Bewohner*innen und Gäste der Insel: Usedom erweitert sein bestehendes Fahrradverleihsystem um ein großflächiges Angebot von Pedelecs. 2,4 Millionen Euro gibt es dafür aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI).
  • Staatssekretär Jochen Flasbarth (zweiter von links) überreichte den Förderbescheid an das Team der Usedomrad GmbH für das neue Pedelec-Verleihsystem.
    © Maris Media

Für die Menschen und die Umwelt auf der Insel Usedom wird der stetig wachsende Autoverkehr zunehmend zur Belastung. Hohe CO2-Emissionen, eine zunehmende Schadstoffbelastung der Luft und lange Fahrzeiten sind die Folgen. Dieser Entwicklung wirkt ein neues Klimaschutzprojekt entgegen: Die UsedomRad GmbH schafft ein innovatives umwelt- und klimafreundliches Verkehrsangebot für die Ostseeinsel. Geplant ist die Erweiterung des bestehenden Rad-Verleihsystems um ein großflächiges Pedelec-Angebot für Tourist*innen und Bewohner*innen. Bereits vor zehn Jahren hatte das Unternehmen ein Fahrradverleihsystem auf der Insel initiiert, das den Nutzer*innen den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad erleichterte.

Wichtiger Beitrag zum lokalen Klimaschutz

Das Bundesumweltministerium fördert das Vorhaben „Pedelec-Verleihsystem Usedom“ mit rund 2,4 Millionen Euro über die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI). Aus diesem Anlass hat Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, am 30. Juli einen Förderbescheid an die UsedomRad GmbH überreicht.

Jochen Flasbarth erklärte:

„Ständig zunehmender Autoverkehr zeigt auch auf der Sonneninsel Usedom seine Schattenseiten und führt zu verstopften Straßen. Umso wichtiger ist es, alternative umweltfreundliche Verkehrsangebote zu schaffen. Der Fahrradverleih der UsedomRad GmbH ist dafür ein gutes Beispiel, das sich bereits großer Beliebtheit erfreut. Er soll nun mit Fördermitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative um ein Pedelec-Verleihsystem erweitert werden. Davon profitieren nicht nur Touristinnen und Touristen, sondern auch Usedomerinnen und Usedomer. Sie alle können die Pedelecs einfach in Verbindung mit dem ÖPNV nutzen. Das ist ein Gewinn für alle. Denn weniger Autofahrten und mehr mit dem Rad heißt: Weniger Staus und Lärm, bessere Luft und weniger CO2.“

Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr

Für das innovative Pedelec-Verleihsystem sind 500 neue Pedelecs und 26 inselweite Verleihstationen geplant. Die Fahrräder mit Motorunterstützung werden über ein Online-System buchbar sein. Praktisch für Besitzer*innen eines „Inseltickets“: Das Pedelec-Angebot ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kombinierbar.
Etwa 100 Pedelecs werden abseits der touristischen Hauptrouten im Achterland stationiert. Das Achterlandumfasst Bereiche derInsel, die nicht der Ostsee, sondern dem Achterwasser, dem Stettiner Haff und dem Peenestrom zugewandt sind. Zusätzlich soll es den Anwohner*innen der zu Usedom gehörenden Halbinsel Lieper Winkel ermöglicht werden, über vergünstigte Nutzungsbedingungen den nächstgelegenen Knotenpunkt des öffentlichen Personennahverkehrs mit einem Pedelec zu erreichen. Durch die Maßnahmen ist mit einer Treibhausgasminderung von etwa 488,93 Tonnen CO2 im Jahr zu rechnen.

NKI – eine Erfolgsgeschichte

Mit der NKI fördert und initiiert das Bundesumweltministerium gemeinsam mit Bürger*innen und Akteuren aus Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft bundesweit Klimaschutzprojekte. Dabei werden innovative Ansätze und Konzepte entwickelt und aktiv umgesetzt. Die sieben unterschiedlichen Förderprogramme der NKI decken sowohl strategische als auch investive Maßnahmen ab.

Bis Ende 2020 wurden 35.900 Projekte mit einem Fördervolumen von rund 1,22 Milliarden Euro durch die NKI gefördert. Die Maßnahmen haben bis heute zu einer Treibhausgasreduktion von 30 Millionen Tonnen geführt.