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09. Sep. 2021

Wärmeversorgung mit Modellcharakter

Kommunen
Kommunaler Klimaschutz
Das Bundesumweltministerium fördert ein neues Wärmenetzprojekt in Steinheim an der Murr in Baden-Württemberg. Dafür überreichte die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter am 26. August einen Förderscheck.
  • Bei der Förderscheckübergabe: Thomas Winterhalter, Bürgermeister der Stadt Steinheim an der Murr, und Rita Schwarzerlühr-Sutter, Parlamentarische Staatsekretärin im Bundesumweltministerium.
    © Stadt Steinheim an der Murr

Das Bundesumweltministerium unterstützt die erste Ausbaustufe eines hocheffizienten Wärmenetzes in Steinheim an der Murr in Baden-Württemberg. Das kommunale Klimaschutz-Modellprojekt wird mit rund 5,3 Millionen Euro aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) gefördert. Zu diesem Anlass überreichte Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, am 26. August einen Förderscheck an Thomas Winterhalter, den Bürgermeister von Steinheim.

Rita Schwarzelühr-Sutter erklärte:

„Engagierter Klimaschutz beginnt vor Ort, in Kommunen wie Steinheim an der Murr. Der hiesige Aufbau eines effizienten und nachhaltigen Wärmenetzes dient dem Klimaschutz und spart Geld, da der Wärmebedarf um 15 Prozent gesenkt werden kann. Das Konzept einer nachhaltig betriebenen Wärmeversorgung hat Modellcharakter. Steinheim sollte daher die Ergebnisse und Erfahrungen aus diesem Projekt mit anderen Kommunen teilen, damit sich möglichst viele Nachahmer finden.“

Wärmeversorgung von 750 Wohneinheiten

Durch die erste Ausbaustufe erhalten bis zu 395 Wohngebäude mit insgesamt 750 Wohneinheiten nachhaltig erzeugte Wärme. Dafür werden etwa 4.700 Meter Hauptleitungen und rund 2.700 Meter Hausanschlussleitungen verlegt. Zusätzlich werden errichtet: 158 Wärmeübergabestationen, eine rund 5.000 Quadratmeter große Solarthermieanlage als Parkplatzüberdachung sowie ein circa 800 Kubikmeter großer Wärmespeicher. Aufgrund der verschiedenen Maßnahmen dieser ersten Ausbaustufe ist mit einer jährlichen Treibhausgasminderung von etwa 1.800 Tonnen CO2 zu rechnen.

Im weiteren Verlauf des Klimaschutzvorhabens wird eine bestehende Wärmeinsel für kommunale Schul- und Sportgebäude an das Wärmenetz angedockt. Dabei kommen sogenannte Niedrig-Exergie-Systeme (LowEx) zum Einsatz. Sie gleichen die Temperaturunterschiede von angrenzenden Einheiten im Wärmeverbundsystem aus. Die Wärmeinsel sorgt dadurch für niedrige Vorlauftemperaturen bei einem naheliegenden Schwimmbad und benachbarten Quartieren.

Zum Förderprogramm der NKI

Seit 2016 unterstützt und initiiert das Bundesumweltministerium über die NKI mit dem Förderaufruf Kommunale Klimaschutz-Modellprojekte wegweisende Investitionsvorhaben im kommunalen Umfeld, die durch ihre direkten Treibhausgasminderungen einen wesentlichen Beitrag dafür leisten, die Treibhausgasneutralität in Kommunen schrittweise zu erreichen. Bisher wurden mit dem Förderaufruf bundesweit rund 50 Klimaschutz-Modellprojekte mit einem Fördervolumen von rund 135 Millionen Euro bewilligt.

Antragsberechtigte können Projektskizzen in diesem Jahr vom 1. September bis 31. Oktober einreichen. Die wettbewerblichen Auswahlverfahren sind zweistufig gestaltet. In einem ersten Schritt werden die eingereichten Projektskizzen begutachtet. Für die ausgewählten Vorhaben schließt sich dann ein formelles Antragsverfahren an. Zur Skizzeneinreichung und Antragstellung berät das Team des Projektträger Jülich (PtJ) telefonisch unter 030 20199-3510 sowie per E-Mail unter ptj-ksi@fz-juelich.de.

Bei Fragen rund um die Förderung bietet das Team vom Service- und Kompetenzzentrum: Kommunaler Klimaschutz (SK:KK) im Auftrag des Bundesumweltministeriums kostenlose Beratung an: telefonisch unter 030 - 39001-170 sowie per E-Mail unter skkk@klimaschutz.de.