Projekt des Monats
03. Aug. 2018

Klima kommunal: Borkum

Auf der Nordseeinsel tritt man entspannt in die Pedale und nimmt als Urlaubssouvenir viele Klimaschutz-Ideen mit nach Hause
Kommunen
Bildung
Sommer, Sonne, Ferien: Auf der ostfriesischen Insel Borkum ist Hochsaison. Wer dort Ferien macht, schwärmt zu Hause von Strand, Seehunden – und dem entspannten Fahrradfahren. Die Insel hat den Radverkehr konsequent gefördert und will 2030 möglichst emissionsfrei sein. Damit wollen die Borkumerinnen und Borkumer nicht nur die Lebensqualität auf der Insel verbessern, sondern auch ihre Gäste zum Klimaschutz inspirieren.
  • 448 neue Fahrradabstellplätze werden durch das Projekt geschaffen - auch in der Viktoriastraße stehen neue hochwertige Fahrradabstellanlagen bereit..
    © Jens Albrecht
  • Der Radweg "Am Neuen Leuchtturm" ist nach dem Lückenschluss über 110m nun durchgängig befahrbar.
    © Jens Albrecht
  • Die nach ADFC-Kriterien etablierte Wegweisung lenkt die Radelnden auf ausgewählten Routen zu den beliebtesten Zielen auf der Insel.
    ©Jens Albrecht

Rückenwind für den Radverkehr

In der Vergangenheit wuchs der Wunsch auf der Insel, den Autoverkehr auf der Insel zu reduzieren. Insbesondere soll die besonders reine Luft im Hochseeklima bewahrt bleiben.

Borkum hat rund 5.000 Einwohner. Im Sommer vervielfacht sich diese Zahl mit den Gästen der Insel. 2012 wurde ein Verkehrskonzept für die Stadt erstellt, um Verkehrsströme zu lenken sowie Fußgänger- und Radverkehr zu fördern. In der Folge wurde der Radverkehr im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesumweltministeriums mit insgesamt 42.186,00 Euro gefördert. Mit Abschluss aller Maßnahmen werden 448  neue Fahrradabstellplätze neu geschaffen sein. Außerdem wurde eine Lücke im Radwegenetz geschlossen und ein Fahrradschutzstreifen auf der beliebten Route zwischen Ort und Hafen angelegt. Eine nach ADFC-Kriterien etablierte Wegweisung lenkt die Radelnden auf ausgewählten Routen zu den beliebtesten Zielen auf der Insel. Seitdem läuft der Verkehr auf Borkum gelassener, immer mehr Fahrräder sind unterwegs und die klimaschädlichen Emissionen sinken.

Kopenhagen als Vorbild

Vom Vorbild Kopenhagen inspiriert, möchte die Stadtverwaltung den Verkehr auf ihrer Insel weiter verbessern. Kopenhagen hat es geschafft, die Lebens- und Aufenthaltsqualität im Zentrum derart zu verbessern, dass die Menschen sich zum Verweilen und Austauschen treffen.  „Auf Borkum soll dies in den nächsten Jahren zum Beispiel am Bahnhofsvorplatz und am Neuen Leuchtturm angestrebt werden“, sagt Jens Albrecht, Umweltbeauftragter der Stadt Borkum.

Dahinter steht die Grundüberzeugung der Stadt: Wer die Bedingungen für den Rad- und Fußverkehr verbessert, wird automatisch immer mehr Autofahrerinnen und Autofahrer zum Umsteigen bewegen. So wird nicht nur der Verkehr entlastet, sondern auch der Klimaschutz auf der Insel gestärkt. „Nicht autofeindlich zu agieren, sondern positiv und optimistisch den Rad- und Fußverkehr zu stärken, das ist in unseren Augen der richtige Weg“, sagt Jens Albrecht.

Das Ziel: möglichst emissionsfrei und besonders lebenswert werden

Die Themen Klimawandel und Hochwasserschutz aber auch die Auswirkungen des Klimaschutzes auf die wertvolle Natur auf und um die Insel sind allgegenwärtig. Deshalb bewirbt sich die Insel für das Pilotprojekt „emissionslose Nordseeinsel“. Neben der klimafreundlichen Mobilität stehen dabei auch besonders das Energiesparen und die effizientere Nutzung von Energie im Vordergrund. Im Jahr 2030 will Borkum eine möglichst emissionslose Insel sein und so zugleich „besonders lebenswert und touristisch attraktiv sein“, heißt es in der Gesamtstrategie für Borkum.

Klimaschutz im Urlaubsgepäck

„Wir haben hier auf Borkum schon ein gutes Stück Weg zurück gelegt“, sagt Jens Albrecht. Dabei geht es Albrecht und den Borkumerinnen und Borkumern nicht nur darum, die Lebensqualität auf der Insel zu stärken. „Wer bei uns Ferien macht, ist entspannt und hat meist Zeit und Lust, Neues aufzunehmen. Das nutzen wir und tun vieles dafür, dass unsere Gäste auch jede Menge Anregungen zum Klimaschutz bei uns entdecken und erleben – und sie mit nach Hause nehmen und dort weitertragen“, so Albrecht.

Und wie ist sein persönliches Verhältnis zum Radeln? Er bringt es so auf den Punkt: „Ich habe vor zehn Jahren meinen Führerschein gemacht und habe seitdem nie wieder ein Auto gesteuert. Mit dem Rad und den Öffentlichen Verkehrsmitteln komme ich so gut klar, dass ich mein ganzes Leben lang einfach nie Autofahren musste.“

Auf einen Blick

Antragsteller

Stadt Borkum

Bundesland Niedersachsen

Projekte im Rahmen der NKI geförderten Klimaschutzstelle

Förderung der
Radverkehr
sinfrastruktur

Errichtung von Abstellanlagen
Aufbau einer Wegweisung
Anbringung eines Fahrradschutzstreifens
Lückenschluss im Fahrradwegenetz

Projektzeitraum:

10/2014 – 5/2017

Förderung der
Radverkehrsinfrastruktur

Schaffung von Fahrradabstellplätzen

 

Projektzeitraum

9/2015 – 4/2017

 

Ansprechperson

Jens Albrecht
Umweltbeauftragter
Stadt Borkum
Neue Straße 1
26757 Borkum
Tel. +49 4922/ 303 205
E-Mail:
Jens.Albrecht@Borkum.de

 
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