Projekt des Monats
01. Feb. 2017

Klimaschutz Kommunal: Erzbistum Köln

Erzbistum Köln: moveo – Initiative Energie und Nachhaltigkeit
Kommunen
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„moveo“ ist lateinisch und bedeutet „ich bewege“. Das Erzbistum Köln hat seine Klimaschutzaktivitäten genau unter diesem Motto gebündelt und damit jede Menge Bewegung in das Thema gebracht. Ziel ist, ein deutliches Zeichen zur Bewahrung der Schöpfung zu setzen. Entscheidende Grundlage für sämtliche Aktivitäten von „moveo – Initiative Energie und Nachhaltigkeit“ bildet ein vom Bundesumweltministerium (BMUB) im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördertes Klimaschutzkonzept. Mehr als zwei Millionen Katholiken leben im Erzbistum Köln. Etwa 50.000 von ihnen arbeiten hauptamtlich in den Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen, weitere 200.000 engagieren sich tagtäglich ehrenamtlich im Erzbistum. „Beim Klimaschutz ist die Mitwirkung eines jeden Einzelnen gefragt. Genau das wollen wir mit ‚moveo’ symbolisieren“, erklärt Tobias Welz. Als Umweltbeauftragter koordiniert er sämtliche Klimaschutzaktivitäten in den Kirchengemeinden, Verbänden und Institutionen des Erzbistums. Ziel ist, über eine breit angelegte Aufklärungsarbeit zu einem sparsamen und umweltbewussten Umgang mit Energie, Wasser und anderen Rohstoffen beizutragen. „Allerdings ist das in Konzepten zwar schnell dahingeschrieben, in der Umsetzung jedoch eine immens große Herausforderung“, weiß Welz. „Umso wichtiger ist, dass wir immer wieder hervorheben, dass der Einsatz effizienter Techniken ebenso wie Verhaltensänderungen ein Mehr an Lebensqualität mit sich bringen“, so der Umweltbeauftragte.

Immobilien im Fokus

Tobias Welz profitiert bei seiner Aufgabe von der tatkräftigen Unterstützung einer Klimaschutzmanagerin Maren Kügler und des Klimaschutzmanagers Thomas Ehses, deren Stellen vom BMUB gefördert werden. Die Klimaschutzmanager sind vor allem im Bereich Immobilien tätig. Denn auf die Kirchen, andere Gebäude in Kirchengemeinden, sowie die Erzbischöflichen Gebäude entfällt laut einer Bestandsaufnahme aus dem Jahr 2007 mit rund 110.000 Tonnen der größte Anteil klimaschädigender CO2-Emissionen. Insgesamt wurden jährliche CO2-Emissionen in Höhe von rund 130.000 Tonnen für das Erzbistum Köln errechnet.

Zu den Hauptaufgaben und Basis der Klimaschutzmanager zählt die Einführung eines professionellen Energiemanagements in den Kirchengemeinden und Erzbischöflichen Gebäuden, wie beispielsweise der Bistumsverwaltung. „In den ersten Gemeinden machen wir bereits sehr gute Erfahrungen mit dem sogenannten Grünen Datenkonto“, sagt Ehses. Das „Grüne Datenkonto“ ist in einer kirchlichen Entwicklerpartnerschaft verschiedener Landeskirchen und Bistümer entstanden und wird bereits in vielen Gemeinden in ganz Deutschland genutzt. Es ermöglicht eine strukturierte Datenerfassung und -auswertung und damit einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess zum ressourcenschonenden Wirtschaften. „Die kontinuierliche Datenerfassung ist für uns sehr wichtig, damit wir wissen, wo wir stehen. Schließlich haben wir uns hohe Ziele gesetzt und streben bis 2020 eine Reduktion der CO2-Emissionen um 25 Prozent im Vergleich zu 2007 an“, verdeutlicht der Klimaschutzmanager.

Anschauliche Informationsmaterialien regen zu Verhaltensänderungen an

Zugleich steht die Einführung des Umweltmanagements „Grüner Hahn“ in den Kirchengemeinden auf der Agenda der Klimaschutzmanager. Dazu gehört auch, dass in den Gemeinden vor Ort ehrenamtliche Mitstreiter geschult werden. „Oft lassen sich auch durch ganz kleine Verhaltensänderungen schon signifikante Einsparerfolge realisieren“, so die Erfahrung von Maren Kügler. Dafür haben die Umweltverantwortlichen im Erzbistum gut verständliche Informationsmaterialen und Checklisten ausgearbeitet. Die „Heizungs-Checkliste“ wurde speziell für den Einsatz in Pfarrheimen, KiTas und ähnlichen Gebäuden entwickelt und ermöglicht die einfache Optimierung von Heizungsanlagen. „Die Heizungs-Checkliste zeigt was zu tun ist und wie wichtig diese Aktivitäten für eine gute Funktion der Heizung sind“, so die Klimaschutzmanagerin. So gilt es zum Beispiel regelmäßig zu prüfen, ob die Heizkörper staubfrei sind und entlüftet wurden, in ungenutzten Räumen nicht unnötig geheizt wird oder Stoß- statt Dauerlüftung durchgeführt wird.

Über diese Maßnahmen hinaus wird das Erzbistum sein Engagement mit einem Klimaschutzteilkonzept für die eigenen Liegenschaften noch weiter vertiefen. Dieses wird momentan ebenfalls mit einer Förderung durch das BMUB umgesetzt.

Mobil mit dem Fahrrad

Aber auch im Bereich Mobilität konnten im Erzbistum Köln erste sichtbare Zeichen gesetzt werden. Seit 2016 ist das Erzbistum Köln Partner der ökumenischen Aktion "AUTOFASTEN". Passend dazu wurden den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Erzbischöflichen Generalvikariat (Bistumsverwaltung) eine Reihe unterschiedlicher Dienstfahrräder zur Verfügung gestellt. Neben Trekking-, Klapp- und Elektrorädern können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sogar Lastenräder für Dienstfahrten nutzen. „Damit wird unser Engagement auch im öffentlichen Straßenbild sichtbar und findet hoffentlich viele Nachahmer“, so der Umweltbeauftragte. So haben wir auch unser Anliegen in einem kleinen Videoclip zum Ausdruck gebracht. Auch an der Aktion „STADTRADELN“ hat sich die Bistumsverwaltung gemeinsam mit den Gemeinden und Verbänden beteiligt. Für das Engagement von zehn Teilnehmenden wird je ein hocheffizienter Brennholzkocher nach Sambia gespendet.

„Auch wenn noch ein weiter Weg vor uns liegt, ‚moveo’ ist ein voller Erfolg. Es ist uns gelungen, gute Strukturen innerhalb der Verwaltung und für alle Mitglieder zu schaffen und feste Ansprechpartner zu definieren, die sich alle gemeinsam für die Bewahrung der Schöpfung einsetzen“, so das Fazit von Tobias Welz.

Auf einen Blick

Kommune Erzbistum Köln
(2,02 Millionen Mitglieder)
Bundesland & Größe Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz
Geförderte Projekte im Rahmen der NKI  
Integriertes Klimaschutzkonzept 10.2011-04.2013
Klimaschutzmanagement 11.2015-10.2018
Klimaschutzteilkonzept in eigenenLiegenschaften und Portfoliomanagement 09.2016-08.2017
Ansprechperson

Erzbistum Köln, Generalvikariat
Stabsstelle Umweltmanagement

Tobias Welz

Marzellenstraße 32
50668 Köln

Tel.: 0221 1642-1181
Fax: 0221 1642-1220

tobias.welz@erzbistum-koeln.de

www.erzbistum-koeln.de/moveo

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