Projekt des Monats
05. Jun. 2018

Klimaschutz Kommunal: Steffenberg im Landkreis Marburg-Biedenkopf

Kommunen
Der Sommer ist da, die Freibäder öffnen. Für die hessische Gemeinde Steffenberg beginnt mit der Freibad-Saison in diesem Jahr viel mehr als nur die Zeit erfrischender Schwimmzüge: Sie ist der Auftakt zum kommunalen Klimaschutz. Nachdem im Mai die Pumpen des Freibads energetisch saniert wurden, sollen schon bald weitere Investitionen folgen. Vor allem Maßnahmen zur Energieeinsparung in Gebäuden stehen auf der Agenda der Gemeinde nahe Marburg.
  • Das Schwimmbad in Steffenberg aus der Vogelperspektive
    © Gemeinde Steffenberg
  • Dank der neuen Umweltpumpen kann das Schwimmbad auch dieses Jahr wieder für die Besucherinnen und Besucher öffnen
    © Gemeinde Steffenberg
  • © Gemeinde Steffenberg

Rein ins kühle Nass: Das im grünen Lahn-Dill-Bergland gelegene Freibad zieht neben den Steffenbergern und Steffenbergerinnen auch viele Gäste des benachbarten Campingplatzes und Ausflügler an. Rund 5.000 Badegäste kommen je nach Wetter pro Saison in das Bad. Steffenberg sieht für sich auch im Tourismus Chancen – doch wie in vielen Gemeinden stand der Weiterbetrieb des Bades vor ein paar Jahren auf der Kippe. Die Kosten waren hoch, vor allem der Stromaufwand sorgte die Verwaltung. Die jetzt umgesetzte Investition punktet so gleich zweimal: Sie trägt zum Klimaschutz bei und erleichtert durch die Senkung der Energiekosten den Weiterbetrieb des Bades.

Stromeinsparungen von 50 Prozent

Die sich auf rund 20.000 Euro belaufende Investition in neue Umwälz-Pumpen hat das Bundesumweltministerium (BMU) im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) im Rahmen der Kommunalrichtlinie mit 40% der zuwendungsfähigen Ausgaben gefördert.Die vorherigen Umwälz-Pumpen wurden durch neue hocheffiziente Pumpen ersetzt und mit einer Frequenzregelung ausgestattet. So kann die Leistung der Pumpen an die jeweiligen Erfordernisse im Badebetrieb angepasst werden und der Energiebedarf im Standardbetrieb verringert sich. Nachts und bei schlechtem Wetter kann die Pumpenleistung erheblich reduziert werden. Die Gemeinde erhofft sich durch die Investitionen Stromeinsparungen von gut 50 Prozent. Ein Wermutstropfen: Da die Gemeinde als Gesellschafter an den regionalen Stromversorger EAM gebunden ist, wird das Freibad zunächst nicht mit erneuerbaren Energien betrieben.

Positives Signal für weitere Energieeinsparungen

Für die Steffenberger und Steffenbergerinnen sind die Pumpen-Sanierungen im Freibad eine wichtige Wegmarke – weit über diese konkrete Maßnahme hinaus. Schwimmbäder – ebenso wie Sporthallen, Jugend- und Gemeindehäuser – sind beliebt und wichtig für das gemeinschaftliche Leben in den Kommunen. Aber oft müssen sich Kommunalpolitiker und -politikerinnen fragen, wie sie die Sport- und Freizeiteinrichtungen finanzieren können. „Das Freibad-Projekt hat sich gelohnt“, resümiert Gerhard Acker zufrieden, Verantwortlicher für den Fachbereich Zentrale Verwaltung, Bauen und Planen in der Gemeinde Steffenberg. „Gerade in der heutigen Zeit, in der Kommunen erheblichem Sparzwang unterliegen, sind freiwillige Einrichtungen wie Freibäder immer wieder in der Kritik. Die jetzt möglichen Kostensenkungen sind für die Politik ein positives Signal für weitere Energieeinsparungen.“

Genau damit soll es bald weitergehen, denn das Freibad-Projekt war nur der Anfang: Bereits Mitte Juni wollen die politischen Gemeindevertreter_innen in Steffenberg die Gründung eines neuen Ausschusses für Bauen, Umwelt und Klima beschließen. Das Ziel des Ausschusses wird sein, Prioritäten für weitere Investitionen in den Klimaschutz zu setzen und diese konkret anzugehen. Neben dem Haupt- und Finanzausschuss wird dies der erst zweite Ausschuss sein – was die wachsende Bedeutung des Umwelt- und Klimaschutzes für die rund 4.300 Einwohner große Gemeinde unterstreicht.
Neben einem Dorfgemeinschaftshaus soll auch das Rathaus der Gemeinde eine neue, energiesparende Heizungsanlage bekommen. Weitere ältere Liegenschaften der Kommune sollen folgen. Steffenberg macht jetzt Nägel mit Köpfen in Sachen kommunaler Klimaschutz.

Antragsteller

Gemeinde Steffenberg

Bundesland Hessen
Geförderte Projekte im Rahmen der NKI

Ausgewählte Maßnahme:
Energetische Sanierung des Wüstenhauses

Projektzeitraum:
05/2017 – 05/2018

Ansprechpersonen


Gerhard Acker
Gemeinde Steffenberg
Leitung Fachbereich Zentrale Verwaltung, Bauen und Planen
Bauhofstr. 1
35239 Steffenberg
Tel. +49 6464 / 9188 11
E-Mail:
Gerhard.Acker@steffenberg.de 

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