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Stadt Aalen

25.000 Euro Preisgeld für Null-Energie-Neubau am Schubart-Gymnasium
Kommunen

Die Auszeichnung im "Wettbewerb Klimaaktive Kommune 2020" wurde für den neuen Fachklassentrakt am Schubart-Gymnasium als Null-Energie-Gebäude vergeben.

  • Das Team aus Aalen
    © hearts&minds/Difu

Prinzipien der Natur nutzen

Die Stadt Aalen hat mit dem Fachklassentrakt für Biologie und Chemie am Schubart-Gymnasium ein Null-Energie-Gebäude errichtet, das Architektur und Nachhaltigkeit in sich vereint. Mit einer Photovoltaikanlage zur Energiegewinnung und einem integralen Klimakonzept setzt die Stadt auf eine Kombination aus erneuerbarer Energie, Energieeffizienz und Ressourcenschonung. Die Bilanz spricht für sich, denn das Gebäude produziert so viel Energie wie es verbraucht. Besonders spannend ist, dass dabei in weiten Teilen auf großen Technikeinsatz verzichtet wird. Stattdessen werden – wo immer möglich – natürliche Prinzipien wie etwa Licht, Thermik und Erdwärme genutzt.

Die Beleuchtung basiert zum Großteil auf Tageslicht, das durch große Fensterfronten und Oberlichtfenster bis ins Gebäudeinnere strahlt. So kann im Vergleich zu konventionellen Bauten 50 Prozent Kunstlicht eingespart werden. Der verbleibende Bedarf wird durch stromsparende LED-Lampen, die präsenz- und tageslichtabhängig reagieren, gedeckt. Auch beim Lüftungskonzept stehen natürliche Ressourcen im Vordergrund: Frischluft wird über einen Ansaugturm durch einen 45 Meter langen Erdkanal geleitet und durch das Erdreich im Sommer natürlich vorgekühlt und im Winter natürlich vorerwärmt, bevor sie in die Klassenzimmer gelangt. So entsteht eine passive Grundlüftung, die zusätzlich nach Bedarf durch manuelles Lüften über die Fenster ergänzt werden kann. Die Oberlichter im Obergeschoss werden außerdem für die Nachtlüftung genutzt, wobei im Winter ein zusätzlicher Wärmetauscher zur Wärmerückgewinnung genutzt wird. Die benötigte Heizwärme im Winter wird über ein Blockheizkraftwerk im Hauptgebäude des Gymnasiums gedeckt.

Überwacht werden die einzelnen Komponenten von einer komplexen Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik, deren Daten in das Rathaus von Aalen übertragen werden. Dadurch können die Verbräuche von der Stadtverwaltung überwacht und die Einstellungen im Bedarfsfall nachjustiert werden.

Video zum ausgezeichneten Projekt

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Oberbürgermeister Thilo Rentschler zur Verwendung des Preisgelds:

„Wir werden das Preisgeld zum Einbau einer autarken Energieversorgungsanlage für unser Aalener Wahrzeichen, dem Aalbäumle-Aussichtsturm, verwenden.“

Nachhaltigkeit mit Wohlfühlfaktor

Eine weitere Besonderheit ist die ganzheitliche Betrachtung des Themas Dämmung. Statt auf Passivhausqualität setzte man auf einen guten Dämmstandard mit reduziertem Materialeinsatz. Dabei tragen massive und wärmespeichernde Bauteile in großem Maße zum guten Raumklima bei. Auch das Thema Nachhaltigkeit spielte der Auswahl der Baustoffe eine Rolle: Auf Basis einer Lebenszyklusanalyse der Materialien hat sich die Stadt für eine Holz-Beton-Hybridbauweise entschieden, mit geringem Materialeinsatz und einem entsprechend geringem CO2-Fußabdruck.

Das Null-Energie Gebäude der Stadt Aalen fügt sich als moderne Ergänzung in das Schulgelände mit dem denkmalgeschützten Hauptgebäude des Gymnasiums ein. Und das Wichtigste: Die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte, die das Gebäude täglich nutzen, erhalten ein optimales Lernklima und Wohlfühlfaktor.

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Ansprechpartner:
Tobias Wessely
Stadt Aalen
Amt für Gebäudewirtschaft
07361/52-1393
gebaeudewirtschaft@aalen.de

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