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Stadt Marburg

25.000 Euro Preisgeld für den „Klimaschutzbecher to go“
Kommunen

Die Auszeichnung wurde der Stadt für die Aktion „Klimaschutzbecher to go“ vergeben. Der nachhaltig produzierte Mehrwegbecher ist zentraler Bestandteil einer Kampagne der Universitätsstadt Marburg gegen die Umweltbelastung und Ressourcenverschwendung durch Einweg-Getränkebecher. Die Aktion motiviert die Nutzer, mit einer kleinen Verhaltensänderung im Alltag aktiv zum Klimaschutz beizutragen.

Klimaschutzbecher
© hearts&minds/Difu

Weniger Abfall, mehr Klimaschutz
In Marburg hat man die negativen Auswirkungen von „Wegwerfbechern“ auf Umwelt und Klima, insbesondere durch den hohen Energieaufwand bei Herstellung und Entsorgung, erkannt. Aktuell wandern hierzulande – laut Deutscher Umwelthilfe – jährlich etwa drei Milliarden Einwegbecher über die Ladentheken. Mit dem Marburger „Klimaschutzbecher“ bietet die Stadt eine umweltfreundliche und ressourcensparende Alternative und macht kontinuierlich auf die Problematik aufmerksam.

Die Idee zum Projekt „Klimaschutzbecher to go“ entstand 2015 im Fachdienst Klimaschutz, Stadtgrün und Friedhöfe. Mit der Aktion spricht die Stadt zwei Zielgruppen explizit an, zum einen die Anbieter von „Coffee-to-go“ und zum anderen die Konsumenten. Die Produktion der Mehrwegbecher übernahm ein hessisches Unternehmen, das die Kaffeebehälter aus natürlichen Rohstoffen und biologisch abbaubar herstellt. Denn eines war den Initiatoren der Aktion von Anfang an besonders wichtig: Nur ein wirklich ökologisch nachhaltig und ressourcenschonend produzierter Kaffeebehälter kann als „echter Klimaschutzbecher“ in Frage kommen.

In einer ersten Testphase mit kleiner Stückzahl wurden die Becher zunächst auf Kosten der Stadt produziert. Insgesamt neun interessierte Gastronomie- und Bäckereibetriebe mit 19 Filialen in Marburg erhielten die Mehrwegbecher kostenlos und gaben diese ebenfalls kostenfrei an ihre Kunden weiter. Das Interesse an der nachhaltigen Alternative zu „Wegwerfbechern“ war so groß, dass bereits kurz nach Einführung eine zusätzliche Charge „Marburger Klimaschutzbecher“ produziert werden konnte und weitere Unternehmen in Marburg sich entschlossen, an der Aktion teilzunehmen. Diesmal wurden die Marburger Klimaschutzbecher von den teilnehmenden Betrieben für drei Euro an die Kundschaft verkauft. Der Erlös kam einem Hilfsprojekt des Marburger Vereins „Terra Tech“ zu Gute, das sich für die Opfer bereits eingetretener Folgen des Klimawandels auf den Philippinen einsetzt. Im Zeitraum von März 2015 bis Februar 2017 haben sich 34 Gastronomiebetriebe in Marburg mit insgesamt 55 Filialen an der Aktion „Klimaschutzbecher to go“ beteiligt. Etwa 2.700 Mehrwegbecher wurden ausgegeben. Die Stadt hat die Testphase der „Klimaschutzbecher“ mit rund 5.000 Euro aus dem kommunalen Haushalt finanziert.

Video zum ausgezeichneten Projekt

Bürgermeister Wieland Stötzel zur Verwendung des Preisgeldes:

„Klimaschutzbecher to go“ durch eine Werbekampagne und die Anschaffung weiterer Becher fördern. Zudem möchten wir mit dem Geld Klimaschutzprojekte in der philippinischen Stadt Muñoz unterstützen, mit der wir eine kommunale Klimapartnerschaft vereinbart haben“

Aktion gelungen, Nachahmer gefunden
Langfristig soll sich die Kampagne in den Gastronomie- und Bäckereibetrieben der Stadt etablieren und verselbstständigen. Ziel ist es, dass die Unternehmen den speziell designten „Klimaschutzbecher“ auf eigene Kosten produzieren lassen und ihren Kunden zum Selbstkostenpreis anbieten. Bei einer ersten Sammelbestellung orderten die teilnehmenden Betriebe bereits Klimaschutzbecher ohne finanzielle Unterstützung der Stadt.

Auch überregional hat die Kampagne Aufmerksamkeit erregt. Viele Kommunen haben sich beim Fachdienst Klimaschutz, Stadtgrün und Friedhöfe in Marburg zum Projekt „Klimaschutzbecher to go“ informiert, erste Nachahmer sind bereits tätig geworden. Die Aktion verdeutlicht: Mit kleinen Änderungen der Alltagsgewohnheiten lässt sich bereits ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz leisten – ohne auf den „Coffee-to-go“ verzichten zu müssen.

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Ansprechpartner:
Achim Siehl
Stadt Marburg, Fachdienst Klimaschutz, Stadtgrün und Friedhöfe
Telefon: 06421- 2011549
E-Mail: achim.siehl@marburg-stadt.de

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