Allgemeine Information

Verbandsgemeinde Bad Ems

25.000 Euro Preisgeld für das Projekt „Grubenwasserwärme zur Beheizung des Rathauses“
Kommunen

Die Auszeichnung wurde der Verbandsgemeinde für die klimaschonende Beheizung des Rathauses mit warmem Grubenwasser vergeben. Über eine Nahwärmeleitung wird die Wärme des Wassers von einem benachbarten ehemaligen Bergwerkstollen zum Rathaus geleitet.

  • Besichtigung des ehemaligen Bergwerkstollens
    © hearts&minds/Difu

Klimafreundliche Erdwärme für die Rathausbüros

Bereits von der Antike bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurden im Raum Bad Ems Kupfer sowie Blei-, Zink-, Eisen- und Silbererze abgebaut und verarbeitet. Eine Tradition, die mit der Überflutung der Stollen nach einem Stromausfall im März 1945 ein jähes Ende fand. In jüngster Zeit erlebt das Bergwerk jedoch eine neue und gleichzeitig intelligente Nutzung: Mit dem ganzjährig etwa 25 Grad Celsius warmen Wasser aus dem sogenannten „Stadtstolln“ werden die Büros und anderen Räume des Rathauses der Verbandsgemeinde ressourcenschonend beheizt. Im September 2017 fiel der Startschuss für die Baumaßnahmen, bereits am 3. Februar 2018 konnte die Anlage im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern der Kommunal- und Landespolitik sowie weiterer Gäste unter großem Presseinteresse eingeweiht werden.

Video zum ausgezeichneten Projekt

 

Herr Rainer Lindner (Beauftragte Person der Verbandsgemeinde) zur Verwendung des Preisgeldes:

„Auch in der ab Januar 2019 neu gegründeten Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau wird der Klimaschutz ein wichtiges Thema sein. Wir möchten unser Engagement hinsichtlich der weiteren Umsetzung und Erweiterung des Klimaschutzkonzeptes verstärken und den Maßnahmenblock „Elektromobilität“ und die damit verbundene Schaffung von Ladeinfrastruktur aktiv vorantreiben. Die Stadt Bad Ems, aber auch die zukünftige Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau, sowie der Rhein-Lahn-Kreis sind deutlich touristisch geprägt. Dies wollen wir aufgreifen. Neben der Möglichkeit für die vielen Individualtouristen, bei welchen der Pkw-Verkehr immer noch deutlich überwiegt, sollen auch die Bürgerinnen und Bürger und nicht zuletzt die neue Verwaltung der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau – in welcher sich auch der kommunale Fuhrpark in Richtung Elektro- und Hybridmobilität wandeln wird – von einer öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur profitieren."

Klimafreundliche Erdwärme für die Rathausbüros

Bereits von der Antike bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurden im Raum Bad Ems Kupfer sowie Blei-, Zink-, Eisen- und Silbererze abgebaut und verarbeitet. Eine Tradition, die mit der Überflutung der Stollen nach einem Stromausfall im März 1945 ein jähes Ende fand. In jüngster Zeit erlebt das Bergwerk jedoch eine neue und gleichzeitig intelligente Nutzung: Mit dem ganzjährig etwa 25 Grad Celsius warmen Wasser aus dem sogenannten „Stadtstolln“ werden die Büros und anderen Räume des Rathauses der Verbandsgemeinde ressourcenschonend beheizt. Im September 2017 fiel der Startschuss für die Baumaßnahmen, bereits am 3. Februar 2018 konnte die Anlage im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern der Kommunal- und Landespolitik sowie weiterer Gäste unter großem Presseinteresse eingeweiht werden.

Neue Perspektiven im Klimaschutz – auch für andere Alt-Bergbaustandorte

Während der sechsmonatigen Bauzeit wurde unter Tage im Stollen und im Heizungskeller des Rathauses zeitgleich gearbeitet. Zunächst musste eine mit Betonplatten zugedeckte Rinne geöffnet werden, um an das Grubenwasser zu gelangen. 50 Rohre aus Kupfer und Edelstahl nehmen nun die Wärme des Wassers auf, die über eine Nahwärmeleitung in den Keller des Rathauses geführt wird. Dort bringt eine hocheffiziente Wärmepumpe die Temperatur auf 50 Grad Celsius, und eine neue Heizkreisverteilung sorgt für behagliche Temperaturen im gesamten Gebäude.

Ein Ingenieurbüro aus Koblenz hat die Wärmepumpe im Rathaus geplant und das neue Heizsystem optimal eingestellt. Die Entwicklung der Wärmetauschermodule im Stadtstolln übernahm ein Planungsbüro aus dem benachbarten Bendorf. So profitierte auch die regionale Wirtschaft von der Maßnahme. Das Projekt wird vom Institut für geothermisches Ressourcenmanagement zusammen mit der Transferstelle Bingen wissenschaftlich begleitet. Das Forschungsteam bereitet die Projektergebnisse zur Umsetzung an weiteren geeigneten Alt-Bergbaustandorten in Rheinland-Pfalz auf. Das Umweltministerium Rheinland-Pfalz förderte das Vorhaben finanziell mit 50 Prozent der Gesamtkosten. Den Eigenanteil konnte die Kommune durch einen KfW-Kredit weiter reduzieren. Die Beheizung eines historischen öffentlichen Gebäudes (Baujahr 1901) dieser Größe mit warmem Grubenwasser ist in Rheinland-Pfalz wohl einzigartig.

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Ansprechpartner:
Nico Hickel
Verbandsgemeinde Bad Ems
Klimaschutzmanagement
Telefon: 02603/793162
E-Mail: klima@bad-ems.de

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