Nahaufnahme Klimaschutz
Oktober 2014

Das Klimanetzwerk Südwestfalen

Das klimanetzwerk.südwestfalen wurde im Rahmen des integrierten Klimaschutzkonzepts der Stadt Arnsberg im Jahr 2012 gegründet. Es wird organisiert und koordiniert von Sebastian Marcel Witte (Stadt Arnsberg) und Sonja Eisenmann (Stadt Lüdenscheid) in Zusammenarbeit mit dem Klimanetzwerker im Regierungsbezirk Arnsberg, Marcus Müller (EnergieAgentur.NRW). Inzwischen beteiligen sich an den Netzwerktreffen jeweils 15 bis 20 kommunale Vertreter.
Zitat
"Wo ein Ruhrgebietler, eine Bayerin und ein Sauerländer zusammenarbeiten, ist viel kreatives Potenzial vorhanden und es entstehen oft tolle Ideen. Aber ebenso wie das Innovative verbindet uns auch das Bodenständige. Was gut zu 'unserer' Region Südwestfalen passt."

SK:KK: Ein Ruhrgebietler, eine Bayerin und ein Sauerländer in Südwestfalen – wie gestaltet sich Ihre Arbeit im klimanetzwerk.südwestfalen?

Durch die interkommunale Zusammenarbeit und den Informationsaustausch können wir den Dialog in der Region verbessern, uns über Klimaschutzziele und Inhalte unserer Arbeit austauschen und insbesondere das Thema Klimaschutz noch mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Dadurch schaffen wir mehr Akzeptanz für unsere Klimaschutzmaßnahmen und gewinnen gleichzeitig regionale Multiplikatoren für unsere Arbeit. Durch Veranstaltungen und Exkursionen wird Klimaschutz mit "südwestfälischem Anstrich" sicht- und greifbar. Das betrifft hauptsächlich Fragen rund um die Themen Mobilität im ländlich strukturierten Raum und Energieeffizienz im historischen Gebäudebestand, beispielweise bei den typischen Fachwerkhäusern und Schützenhallen der Region.

Die Mitarbeit von Marcus Müller von der Energieagentur NRW ermöglicht uns u.a. umfassenden Zugang zu Expertenwissen aus den Bereichen Klimaschutz und Erneuerbare Energien. Darüber hinaus arbeitet die Energieagentur NRW im Auftrag der Landesregierung, was den Austausch mit der Landes- und Oberbehörde vereinfacht. Die Multiplikatoreffekte nutzen wir auch im Web 2.0. Mit Facebook und Twitter können wir die Follower des jeweils anderen nutzen und dadurch mehr Menschen für Veranstaltungen und Projekte in der Region mobilisieren und informieren.

SK:KK: Am 1. Oktober findet die Veranstaltung "klimadialog.südwestfalen" zum Thema Elektromobilität in Arnsberg statt. Welche Rolle spielt die Elektromobilität in Ihrer Region?

Ein Blick auf die Topographie unserer Region zeigt: Wir haben eine gebirgige Landschaft mit vielen Dörfern – E-Bikes sind bei uns prädestiniert für kurz- und mittellange Strecken im Stadtgebiet und E-Autos für die bis zu 150 Kilometer langen Strecken der vielen Berufspendler. Bei der Veranstaltung "klimadialog.südwestfalen" am 1. Oktober tauschen wir uns mit der Wirtschaft, Wissenschaft, Politik sowie den Bürgerinnen und Bürgern zur Zukunft der Elektromobilität in unserer Region aus. Bei der Durchführung der Veranstaltung setzen wir auf Nachhaltigkeit: Bewusst verzichten wir ganz auf den Einsatz von Papier. Wir sind gespannt, wie unser Dialogformat von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern angenommen wird.

SK:KK: Gibt es schon erste Erfolge im Bereich Mobilität?

Wir haben für klimafreundliche Dienstgänge sowohl in Arnsberg als auch in Lüdenscheid Pedelecs angeschafft und Ladestationen errichtet. Zudem testen wir in beiden Städten ein E-Auto im Verwaltungsalltag. Das wird sehr gut angenommen und hat in Lüdenscheid bereits dazu geführt, dass ein zweites E-Auto via Sponsoring durch lokale Unternehmen angeschafft wurde. In Arnsberg existiert bereits eine Ladestation für E-Autos, bis Ende des Jahres wird auch am Lüdenscheider Bahnhof eine solche errichtet. Zusätzlich können die Lüdenscheider Bürgerinnen und Bürger Vergünstigungen bei der Anschaffung von E-Rollern, E-Autos und E-Bikes erhalten – hier unterstützen die Stadtwerke. In deren Energietreff können zudem E-Bikes und E-Roller kostenlos zum Probefahren ausgeliehen werden.

Im nächsten Jahr planen wir in Arnsberg ein Teilkonzept Mobilität zu erarbeiten. Wir möchten dadurch unsere jetzigen Maßnahmen ausbauen und eine langfristige Strategie insbesondere für den  Fuß- und Radverkehr sowie Elektromobilität entwickeln. Gerade die Mobilität im ländlichen Raum wird sich stark ändern und bedarf – auch unter Berücksichtigung des demografischen Wandels – neuer Ideen und Konzepte. Hierbei soll die Öffentlichkeit frühzeitig informiert und beteiligt werden.

SK:KK: Wie geht es weiter: Was planen Sie zukünftig im Rahmen des klimanetzwerk.südwestfalen?

Unser Ziel ist es, das klimanetzwerk.südwestfalen als "Marke" zu etablieren und somit die interkommunale Zusammenarbeit zu verstetigen. Wir planen weitere Veranstaltungen und wollen zukünftig noch stärker in den Dialog mit Wirtschaft, Wissenschaft, Politik sowie den Bürgerinnen und Bürgern treten. Einen ersten Ansatz dafür bildet der klimadialog.südwestfalen in Arnsberg am 1. Oktober – der erste seiner Art in der Region! Zudem haben wir vor, neue Formate wie z.B. einen "Best-Practice-Marktplatz Südwestfalen" zu initiieren.

Außerdem wollen wir das "Team" hinter dem klimanetzwerk.südwestfalen erweitern. Dabei stehen wir mit unseren Erfahrungen auch gerne neuen Klimaschutzmanagerinnen und Klimaschutzmanagern zur Seite, um diesen – im Rahmen eines "regionalen Mentorings" – den Einstieg in das komplexe Themengebiet zu erleichtern.

Porträt
Namen und Ausbildung

Sebastian Marcel Witte (Diplom in Raumplanung), Klimaschutzmanager der Stadt Arnsberg für das integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt Arnsberg

Sonja Eisenmann (Geographin mit Schwerpunkt Ökologie und Umwelt), Klimaschutzmanagerin der Stadt Lüdenscheid für das integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt Lüdenscheid

Marcus Müller (Geograph), Klimanetzwerker der Energieagentur.NRW und regionaler Ansprechpartner für den Regierungsbezirk Arnsberg

Kontaktdaten

Sebastian Marcel Witte
Zukunftsagentur, Rathausplatz 1, 59759 Arnsberg
E-Mail: klima@arnsberg.de
Telelfon: 02932 201 1869

Sonja Eisenmann
Rathausplatz 2, 58507 Lüdenscheid
E-Mail: klimaschutz@luedenscheid.de
Telefon: 02351 17 1210

Marcus Müller
EnergieAgentur.NRW, c/o Bezirksregierung Arnsberg, Goebenstraße 25, 44135 Dortmund
E-Mail: marcus.mueller@energieagentur.nrw.de
Telefon: 0152 22967962

Bundesland Nordrhein-Westfalen
Kommunen und Einwohnerzahlen Stadt Arnsberg: 73.501 (31.12.2013)
Stadt Lüdenscheid: 73.336 (31.12.2013)
Region Südwestfalen: ca. 1,5 Millionen
Verortung in der Kommune

Sebastian Marcel Witte ist angesiedelt bei der Stabsstelle "Zukunftsagentur" der Stadt Arnsberg (organisatorisch ist er dem Fachdienst Umwelt zugeordnet)

Sonja Eisenmann ist angesiedelt beim Fachdienst Umweltschutz und Freiraum

Marcus Müller ist verortet bei der Bezirksregierung Arnsberg am Standort Dortmund (Abt. Bergbau und Energie)

Projektlaufzeit Arnsberg: 01.03.2012 - 28.02.2015 (Erstvorhaben)
Lüdenscheid: 01.07.2012 - 30.06.2015 (Erstvorhaben)
Highlights der nächsten 12 Monate Arnsberg:

Weiterentwicklung des Themenschwerpunktes "Wald & Holz" im Bereich Klimaschutz

Energetische Stadtsanierung im historischen Altstadtquartier (Schossberg und Klassizismusviertel)

Klimaschutzteilkonzept "Mobilität" (bei Förderbewilligung)

Lüdenscheid:

Weiterentwicklung im Bereich "Nachhaltige Mobilität" mit Schwerpunkt Ausbau von Elektromobilität und Infrastruktur

Verbesserung des städtischen Energieberatungsangebots: Unternehmen-Ökoprofit-Projekt, Bürger-Energieberatungsstelle der Verbraucherzentrale Lüdenscheid ab 2015 (bei Förderbewilligung)

Anschlussvorhaben Klimaschutzleitstelle Lüdenscheid

Rathausplatz 1
Arnsberg
59759
7.9723630
51.4404090
Förderprogramm