Nahaufnahme Klimaschutz
Juli 2014

Katharina List, Teltow und Kleinmachnow

Zitat
"Klimaschutz ist spannend: Bei der "Klimaschutzfahrt" sind Verwaltungskollegen, Bürger, Politiker, Unternehmen entscheidende Mitfahrer! Deshalb bin ich so gerne Klimaschutzmanagerin!"

SK:KK: Welche Qualifikationen sind Voraussetzung für Ihre Arbeit als Klimaschutzmanagerin?

Frau List: Ich habe Geographie sowie Climate Change and Risk Management studiert. Viele Inhalte aus meinem Studium kommen mir bei meiner Arbeit zu Gute. Die Aufgaben sind sehr facettenreich. Dabei  kann man sich durch den Austausch mit Experten und Kollegen und durch "Learning by Doing" viele Fertigkeiten und Know-How aneignen. Dazu zählen allgemeine Verwaltungstätigkeiten, die Beantragung und das Verwalten von Fördermitteln oder auch die Öffentlichkeitsarbeit. Als eine der wichtigsten Qualifikationen für meine Arbeit sehe ich die Kommunikationsfähigkeiten an.

SK:KK: Sie sind für die Umsetzung der Klimaschutzkonzepte der Kommunen Teltow und Kleinmachnow zuständig: Wie funktioniert die interkommunale Kooperation?

Frau List: Die Schwerpunkte und Maßnahmen beider Klimaschutzkonzepte ähneln sich, deshalb ist es absolut sinnvoll, sie gemeinsam anzugehen und so Synergieeffekte zu nutzen – nicht zuletzt finanzielle. Geteilte Personal- und Sachkosten bedeuten für jede Kommune Einsparungen, die wieder in den Klimaschutz oder andere wichtige kommunale Projekte einfließen können. Auch die Etablierung des Klimaschutzmanagements als Stabsstelle beim Bürgermeister von Teltow hat sich als sinnvoll erwiesen, um Abstimmungen und andere Prozesse zu beschleunigen. Die Kooperation zwischen beiden Kommunen funktioniert bei vielen Projekten sehr gut, beispielsweise beim Thema ÖPNV und der Erstellung eines gemeinsamen Verkehrskonzeptes. Bereiche, in denen die Zusammenarbeit noch ausbaufähig ist, sind zum Beispiel die Strom- und Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien und der Aufbau regionaler Stadtwerke. Ich bin von unserem Modell des regionalen Klimaschutzmanagements überzeugt. Insgesamt hat die gemeinsame Arbeit beider Kommunen im Bereich Klimaschutz die interkommunale Zusammenarbeit verstärkt.

SK:KK: Was sind die speziellen Herausforderungen für den kommunalen Klimaschutz in Teltow und Kleinmachnow?

Frau List: Eine ständige Herausforderung ist es, Interesse und Begeisterung für das Thema Klimaschutz zu wecken und Kolleginnen und Kollegen in Verwaltung, Politik, Bürgerschaft und kommunalen Unternehmen zum Mitmachen zu motivieren. Wir sind zum Beispiel bei vielen Festen und Messen der Region mit unserem Klimaschutz- und Energieberatungsstand vor Ort, um Bürgerinnen und Bürger anzusprechen, auf Fragen einzugehen und zu diskutieren. Zusätzlich bieten wir unterschiedliche Veranstaltungsformate und Themen an, um alle Bürgerinnen und Bürgern zu erreichen. Zum Beispiel eine "E-Tour" bei der über 65 Elektrofahrzeuge von Teltow aus zu einer Rundfahrt durch den Landkreis Potsdam-Mittelmark gestartet sind. Dieses neue Veranstaltungsformat haben wir mit dem Verein "Interessengemeinschaft Elektromobilität Berlin-Brandenburg" organisiert und gleichzeitig die Förderung der Elektromobilität in Teltow und Kleinmachnow bekannt gemacht.

Eine weitere Herausforderung, insbesondere mit Blick auf die Versorgung unserer Region mit erneuerbaren Energien, ist unsere Lage im Verdichtungsraum Berlin/Potsdam. So sind Flächen für Windkraftanlagen, Freiflächen für Solaranlagen sowie Biomasse "Mangelware" und/oder zu teuer. Im Gegenzug bietet die Verdichtungsregion auch viele Potenziale: Zum Beispiel kurze Wege zwischen Wohnen, Einkaufen, Arbeiten, Leben und Freizeit, die klimafreundlich und CO2-sparend mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV zurückgelegt werden können. Die Fahrradinfrastruktur und das ÖPNV-Netz weiter zu verdichten und zu verbessern sind ebenfalls wichtige Maßnahmen unseres Klimaschutzkonzeptes.

SK:KK: Klimaschutzmanager/innen betonen immer wieder den großen Wert von Erfahrungsaustausch und Vernetzung: Welchen Gewinn ziehen Sie persönlich daraus?

Frau List: Ich freue mich, dass sich Teltow und Kleinmachnow bereits jetzt, Monate vor Ablauf der dreijährigen Projektlaufzeit, mit der Zukunft des Klimaschutzes in der Region auseinandersetzen. Es wird angestrebt, das Projekt um eine zweijährige Projektphase zu verlängern. Ziel ist es, den Klimaschutz anschließend zu verstetigen und im Stellenplan unserer Verwaltung fest zu verankern. Momentan bereiten wir die Antragstellung vor. Schwerpunkt der nächsten Jahre sollen die kommunalen Gebäude und deren energetische Optimierung sein. Auch die Berücksichtigung des Klimaschutzes in der Bauleitplanung soll verstärkt angegangen werden. Hier liegen noch viele Potenziale.

 

Porträt
Name Katharina List
Ausbildung

B.Sc. Geographie an der Universität Bayreuth

M.Sc. Climate Change and Risk Management an der University of Exeter

Kontaktdaten

Marktplatz 1-3
14513 Teltow
E-Mail: k.list@teltow.de
Tel.: 03328-4781-252

Bundesland Brandenburg
Einwohnerzahl

Teltow: ca. 24.000
Kleinmachnow: ca. 20.000

Meine Verortung in der Kommune Stabsstelle beim Bürgermeister der Stadt Teltow
Ich bin Klimaschutzmanagerin für... ...die Stadt Teltow und die Gemeinde Kleinmachnow und wurde auf der Grundlage von zwei verschiedenen Klimaschutzkonzepten eingestellt.
Projektlaufzeit 1.12.2012 - 1.12.2014
Highlights der nächsten 12 Monate Beantragung einer ausgewählten Maßnahme in der zweiten Förderphase. Angedacht ist die Umrüstung eines Schulgebäudes, um den Energieverbrauch zu senken und Kosten zu sparen, aber auch um ein "Vorbild-Gebäude zu entwichkeln, das Demonstrationszwecken, Lehrzwecken usw. dient.
Marktplatz 1–3
Teltow
14513
13.2632500
52.4025000
Förderprogramm
Weiterführende Informationen