Nahaufnahme Klimaschutz
April 2016

Wolfgang Müller, Klimaschutzmanager der Stadt Nürnberg

Wolfgang Müller hat fast zehn Jahre das Kommunale Energiemanagement der Stadt Nürnberg geleitet und profitiert nun als Klimaschutzmanager von seiner guten Vernetzung auf regionaler und bundesweiter Ebene. Den Erfahrungsaustausch pflegt er auch mit rund 20 weiteren Klimaschutzbeauftragten der Region in einem eigens dafür gegründeten Arbeitskreis.
Zitat
„Klimaschutz ist eine große gesellschaftliche Herausforderung. Auch in den momentan schwierigen Zeiten dürfen die Bemühungen für den Klimaschutz nicht nachlassen. Kommunen haben dabei eine wichtige Vorbildfunktion und ich freue mich sehr, dass ich die Chance habe, an dieser globalen Aufgabe aktiv mitzuwirken.“

SK:KK: Sie haben fast zehn Jahre das Kommunale Energiemanagement der Stadt Nürnberg geleitet. Seit Oktober 2014 sind Sie nun als Klimaschutzmanager in Nürnberg tätig. Wie kam es zu diesem Wechsel?

Wolfgang Müller: Das Kommunale Energiemanagement der Stadt Nürnberg (KEM) kümmert sich schwerpunktmäßig um Energieeffizienz bei kommunalen Gebäuden. Eine Stadt besteht aber aus weiteren wichtigen Bereichen. Es geht um Wohnen, Gewerbe, Industrie, Verkehr, Nutzerverhalten, Öffentlichkeitsarbeit, die Bürgerinnen und Bürger, Klimaanpassung und vieles mehr. Als sich mir die Möglichkeit bot, innerhalb der Stadtverwaltung die Stelle des Klimaschutzbeauftragten anzutreten, habe ich diese persönliche Herausforderung gerne angenommen. In meiner früheren Funktion als Leiter des KEM kannte ich bereits einige städtische, regionale und bundesweite Netzwerke. Das war bei meinem Einstieg als Klimaschutzmanager sehr hilfreich. Dennoch bedeutet meine neue Tätigkeit eine Erweiterung meines Aufgabenfeldes.

SK:KK: Durch den „Arbeitskreis der kommunalen Energiemanager der Metropolregion Nürnberg“ stehen Sie mit 20 weiteren Klimaschutzmanagern der Region im Austausch. Was waren die Beweggründe, sich in diesem Netzwerk zusammenzuschließen?

Wolfgang Müller: Innerhalb der Europäischen Metropolregion Nürnberg gibt es den „Lenkungskreis Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung“. Hier haben sich einige Klimaschutzbeauftragte aus der Metropolregion kennengelernt. Anhand einer Übersicht des Service- und Kompetenzzentrums: Kommunaler Klimaschutz wurde uns dann bewusst, dass sehr viele Kommunen und Landkreise in der Metropolregion einen Klimaschutzmanager eingestellt haben. So haben wir dann eine Auftaktsitzung veranstaltet und dabei beschlossen, einen Arbeitskreis zu gründen. Wir treffen uns etwa zwei- bis dreimal pro Jahr. Unser Hauptziel ist der gemeinsame Erfahrungsaustausch. Aber auch über gemeinsame Stellungnahmen und Aktionen wird nachgedacht. Insgesamt hatten wir bisher vier Treffen, bei denen jeweils rund 20 Klimaschutzmanagerinnen und -manager der Metropolregion zusammengekommen sind. Das Feedback zu diesen Treffen war durchweg sehr positiv.

SK:KK: Wie fällt Ihre persönliche Bilanz nach etwas mehr als einem Jahr im neuen Amt aus? Welche unerwarteten Herausforderungen sind Ihnen begegnet? Welche positiven Überraschungen gibt es?

Wolfgang Müller: Meine persönliche Bilanz ist sehr positiv. Es macht mir viel Spaß in diesem Bereich zu arbeiten und ich glaube, dass wir schon einiges auf die Beine stellen konnten. Wir können die Bürgerinnen und Bürger gut erreichen. Eine unerwartete Herausforderung ist für mich die große Weltpolitik bei der so viele Probleme in den Vordergrund geraten sind, die den Klimaschutz oft ins politische Hintertreffen bringen. Aber ich denke, dass die Kommunen weiterhin sehr aktiv sind. Das macht deutlich, wie wichtig die Arbeit der Klimaschutzmanager insbesondere in der heutigen Zeit ist.

Postiv überrascht hat mich die breite Öffentlichkeit, die sehr interessiert an den Klimaschutzthemen ist und immer noch hinter der Energiewende steht.

SK:KK: Was sind die nächsten großen Aufgaben, die auf Ihrer Agenda stehen?

Wolfgang Müller: Das größte Problem ist sicherlich die Etablierung des Klimaschutzmanagers, also meiner Stelle, innerhalb der Stadtverwaltung. Mein Förderzeitraum läuft 2017 aus und wir versuchen die Stelle im nächsten Jahr zu entfristen. Vor diesem Problem stehen die Klimaschutzmanager fast überall, das ist sehr schade!

Im Moment bereiten wir ein Energiesparprojekt mit den Kirchen vor. Die Kirchen sind wichtige Botschafter im Klimaschutz – daher hoffe ich, dass unser Projekt gut angenommen wird. Darüber hinaus versuchen wir, uns dem Bereich Klimaschutz in der Landwirtschaft anzunähern.

Ein weiterer Schwerpunkt wird sicherlich die Umsetzung der ausgewählten Maßnahme im Klimaschutz werden. Hier geht es um die Energetische Sanierung eines Einzeldenkmals zum Passivhausstandard im Nürnberger Tiergarten. Außerdem werden wir die Klimakampagne weiterführen und weiter ausbauen.

Porträt
Name Wolfgang Müller
Ausbildung Dipl.-Ing. (FH) Maschinenbau/Schwerpunkt Energietechnik und Zertifizierter Gebäude-Energieberater an der Universität Kassel
Kontaktdaten

Stadt Nürnberg
Referat für Umwelt und Gesundheit
Klimaschutzbeauftragter
Hauptmarkt 18
90403 Nürnberg

Tel. 0911 / 231 - 3977
Fax  0911 / 231 – 3391
Mail: wolfg.mueller@stadt.nuernberg.de

Bundesland Bayern
Kommune Nürnberg
Einwohnerzahl und Größe der Kommune ca. 526.000 Einwohner
ca. 186 km²
Meine Verortung in der Kommune Referat für Umwelt und Gesundheit
Ich bin Klimaschutzmanager für... … die Umsetzung des Klimafahrplanes 2010 bis 2050 der Stadt Nürnberg, der am 23.07.2014 vom Stadtrat beschlossen wurde.
Projektlaufzeit 01.10.2014 bis 30.09.2017
Highlights der vergangenen Monate

Verschiedene Veranstaltungen für Bürgerinnen und Bürger (Klimarundgänge; Klimakampagne und Klimabotschafter; Abendveranstaltungen zu energetischer Gebäudesanierung; Projektarbeit Klimaschutz mit Studierenden)

Solarinitiative Nürnberg

Förderbescheid für die ausgewählte Maßnahme im Klimaschutz

Inbetriebnahme einer Brennstoffzelle durch N-ERGIE AG

Veranstaltung für Alten- und Pflegeeinrichtungen

Fortbildungsveranstaltung für Energieberaternetz Mittelfranken

Internationale Klimaschutzkonferenz der Metropolregion Nürnberg

Gründung eines Arbeitskreises der Klimaschutzmanager in der Metropolregion Nürnberg

Mitglied und Vorsitz im bundesweiten Arbeitskreis Kommunaler Klimaschutz

Runder Tisch „Energie und Klima“ im Rahmen des Agenda-21- Prozesses

Klimapartnerschaft mit San Carlos (Nicaragua) und Nizza

Hauptmarkt 18
Nürnberg
90403
11.0773240
49.4545670
Förderprogramm