Projekt des Monats

Klimaschutz Kommunal: Klimaschutz ganzheitlich konzipiert, Maßnahmen clever kombiniert

Die Stadt kombiniert verschiedene Fördermöglichkeiten und vernetzt Akteure innerhalb und außerhalb der Stadtverwaltung
Kommunen
Das baden-württembergische Ludwigsburg in der Metropolregion Stuttgart hat sich bereits seit zehn Jahren voll und ganz der Nachhaltigkeit verschrieben. Aus diesem Grund wurde in der 88.000-Einwohner-Gemeinde sogar ein eigenes Referat für nachhaltige Stadtentwicklung ins Leben gerufen. In Sachen Klimaschutz existiert damit eine zentrale Schnittstelle zu Bürgerinnen und Bürgern, ortsansässigen Partnern und anderen Abteilungen in der Kommunalverwaltung. Mit Geschick und Sachverstand bündeln und verknüpfen die Ludwigsburger Klimaexperten interne Erfahrung mit externem Fachwissen und verschiedenen Fördermöglichkeiten und schnüren daraus ein kompaktes Maßnahmenpaket.

Drei Mal E plus "x" lautet die Formel im Ludwigsburger Klimaschutz

Das im 18. Jahrhundert erbaute Ludwigsburger Residenzschloss prägt das Stadtbild auch heute noch  und gilt heute als das größte unzerstörte Barockschloss Deutschlands. Die ebenfalls barocke Altstadt mit ihren denkmalgeschützten Gebäuden ist nicht nur zum jährlichen Weihnachtsmarkt ein Besuchermagnet, sondern birgt daneben auch umfangreiche Klimaschutzpotenziale. Diese Chance hat die Stadtverwaltung schon früh erkannt. Seit 2004 ist Ludwigsburg im Klimaschutz aktiv und kann mittlerweile auf eine ganze Bandbreite an Aktivitäten zurück blicken. Impulse für die zahlreichen Vorhaben gibt das integrierte Klima- und Energiekonzept Ludwigsburg, das die Kommune zwischen 2009 und 2010 mit Hilfe von Fördermitteln aus der Kommunalrichtlinie und in Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart erstellt hat.

Es bildet die Grundlage für den Schwerpunkt "Energie" des Stadtentwicklungskonzeptes "Chancen für Ludwigsburg", in dem die strategischen Leitlinien für elf Themenfeldern aufgezeigt werden. Der Fahrplan in Richtung Energieautarkie und Klimaneutralität bis 2050 lässt sich in "drei E" zusammenfassen: Energieeinsparung, Energieeffizienz, Erneuerbare Energien. Hinzu kommen fortlaufende Bürgerbeteiligungsprozesse, etwa in Form von Runden Tischen und einer jährlichen Zukunftskonferenz, sowie ein Netzwerk aus Energiefachleuten, Unternehmen und Hochschulen – fertig ist die Formel für erfolgreichen Klimaschutz in Ludwigsburg.

Seit Sommer 2008 fördert das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit auf Basis der "Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzprojekten in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative" ("Kommunalrichtlinie") Klimaschutzprojekte in Kommunen. Alles zur Kommunalrichtlinie.

Klimaschutzpotenziale klug genutzt

Die Klimaschutzmaßnahmen, die im Rahmen der Kommunalrichtlinie des Bundesumweltministeriums gefördert wurden, bauen vorbildlich aufeinander auf: Auf ein integriertes Klimaschutzkonzept (2009-2011) folgen Klimaschutzmanagement (2011 – 2014), das Teilkonzept Liegenschaften (2011 – 2013), welches in der Umsetzung einer ausgewählten und einer investiven Klimaschutzmaßnahme (beide 2013 – 2014) mündet. Konkret hat die Stadtverwaltung im Rahmen des Förderschwerpunkts "Ausgewählte Klimaschutzmaßnahme" die Kindertageseinrichtung Charlottenkrippe saniert und dabei Fenster ausgetauscht und eine Fernwärmeübergabestation eingerichtet. Durch die Umsetzung der investiven Klimaschutzmaßnahme "Sanierung der Innen- und Hallenbeleuchtung" in der Sporthalle Kleines Feldle profitieren Sportbegeisterte und der kommunale Haushalt gleichermaßen von der Umstellung auf eine energieeffiziente Hallenbeleuchtung durch LED-Technologie. Aufgrund des umfangreichen Bestandes an historischer Bausubstanz gibt es gerade im Gebäudebereich noch viel zu tun. Gut, dass die Kommune die Stelle des Klimaschutzmanagers ab November 2014 auch nach dem Ende der Förderung verstetigen wird.

Um die kommunale Energiebilanz weiter zu verbessern, kombiniert die Stadtverwaltung verschiedene Fördermöglichkeiten von Bund, Land und internationalen Fördermittelgebern miteinander. In Kooperation mit der Landesregierung setzt die Stadt beispielsweise ein Modellprojekt zu Energieeffizienz in Gewerbegebieten um und ist selbst eine von drei landesweiten Modellkommunen für Elektromobilität. Ludwigsburg hat es sich zum Ziel gesetzt, den pro-Kopf-Ausstoß von Treibhausgasemissionen bis 2020 auf fünf Tonnen zu senken. Das entspricht einer Emissionsminderung von 25 Prozent verglichen mit 1990. Um diese ambitionierten Ziele zu erreichen, soll auch in Zukunft nicht auf Erkenntnisse aus bereits umgesetzten Fördervorhaben verzichtet werden.

Um die energetische Gebäudesanierung in Ludwigsburg weiter voran zu treiben, kombiniert die Stadtverwaltung verschiedene Fördermöglichkeiten miteinander. Zusätzlich zu Mitteln aus dem Bundesumwelt- und Bundeswirtschaftsministerium werden auf Fördergelder internationaler Organisationen wie der International Energy Agency (IEA), der Europäischen Union (EU) oder des Land Baden-Württemberg genutzt. EU-Projekte resultieren bereits in klimaneutralen Ganztageseinrichtungen, der Sanierung einer denkmalgeschützten Sporthalle sowie in innovativen Bürgerbeteiligungsprozessen zu Fragen der Energiewende. In Kooperation mit der Landesregierung setzt die Stadt ein Modellprojekt zu Energieeffizienz in Gewerbegebieten um und ist selbst eine von drei landesweiten Modellkommunen für Elektromobilität. Ludwigsburg hat es sich zum Ziel gesetzt, den pro-Kopf-Ausstoß von Treibhausgasemissionen bis 2020 auf fünf Tonnen zu senken. Dies entspricht einer Emissionsminderung von 25 Prozent verglichen mit 1990. Um diese ambitionierten Ziele zu erreichen, soll auch in Zukunft nicht auf Erkenntnisse aus bereits umgesetzten Fördervorhaben verzichtet werden.

Der Schlüssel zum Erfolg heißt Kooperation und Miteinander

Das Referat für Nachhaltige Stadtentwicklung, Europa und Energie pflegt ein breites Netzwerk innerhalb und außerhalb der Verwaltung. Die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim, die Ludwigsburger Energieagentur (LEA) und die Wohnungsbau Ludwigsburg sind wichtige Partner im Klimaschutz. Zusammen engagieren sie sich im Kompetenzzentrum für Energie und Ökodesign Ludwigsburg e.V., dem "Energetikom". Zweck dieser Einrichtung ist es, tatkräftige und kompetente Unternehmen mit anderen Akteuren aus Forschung, Entwicklung, Beratung und Verwaltung zu vernetzen. In diesem Inkubationszentrum werden innovative Ideen in Sachen Klimaschutz geboren. Der langjährigen partizipativen Arbeitsweise des Nachhaltigkeitsreferates ist es auch zu verdanken, dass diese Ideen regelmäßig ihren Weg in Köpfe und Ohren der Bevölkerung finden. "In Ludwigsburg entstehen Mehrheiten in gesellschaftlichen Debatten. Der entscheidende Erfolgsfaktor ist die Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger. Man muss sich mit ihnen ins Gespräch begeben.", bestätigt Referatsleiter Albert Geiger.

Und Action: die Kamera läuft für den Klimaschutz

Ludwigsburg stellt einen zentralen Medien- und Filmstandort in der Region dar. Die Stadt ist Austragungsort zahlreicher europäischer und deutscher Festspiele und Auszeichnungen. Diese Expertise macht sich die Stadtverwaltung auch im Klimaschutz zu Nutze: Zusammen mit der Filmakademie Ludwigsburg hat sie einen Informationsfilm erstellt. Darin werden alle zentralen Akteure im Klimaschutz sowie verschiedene Mitmachmöglichkeiten und einzelne Projekterfolge vorgestellt.

Bundesland & Größe Baden-Württemberg, Fläche 43,33 km²
Einwohner 88.058 (Stand 31.12.2012)

Gefördertes Projekt im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative

 
1. Erstellung Gesamtenergiekonzept zu den Bereichen Wärme, Strom Verkehr gemeinsam mit der Universität Stuttgart, IER

Förderbaustein Kommunalrichtlinie: Klimaschutzkonzepte & -management: Erstellung von Klimaschutzkonzepten
Projektvolumen & Förderquote: 173.200,00 €, Förderquote 65%, Fördersumme 112.580,00 €
Projektzeitraum: 07/2010 bis 07/2011

2. Klimaschutz in den Liegenschaften der Stadt Ludwigsburg

Förderbaustein Kommunalrichtlinie: Klimaschutzkonzepte & -management: Erstellung von Klimaschutz-Teilkonzepten
Projektvolumen & Förderquote: 104.800,00 €, Förderquote 50%, Fördersumme 52.400,00 €
Projektzeitraum: 09/2011 bis 07/2013

3. Klimaschutzmanager/-in für Ludwigsburg

Förderbaustein Kommunalrichtlinie: Klimaschutzkonzepte & -management: Klimaschutzmanagement
Projektvolumen & Förderquote: 172.164,00 €, Förderquote 65%, Fördersumme 111.907,00 €
Projektzeitraum: 11/2011 bis 10/2014

4. Energetische Ertüchtigung der Kindertagesstätte "Charlottenkrippe" der Stadt Ludwigsburg

Förderbaustein Kommunalrichtlinie: Klimaschutzkonzepte & -management: Durchführung einer ausgewählten Klimaschutzmaßnahme
Projektvolumen & Förderquote: 200.000,00 €, Förderquote 50%, Fördersumme 100.000,00 €
Projektzeitraum: 04/2013 bis 10/2014
Angestrebte Effekte: Einsparung von 2.480 Tonnen CO2 über die Nutzungsdauer; Reduzierung der CO2-Emissionen um 100%

5. Sanierung der Sporthalle "Kleines Feldle" in der Stadt Ludwigsburg

Förderbaustein Kommunalrichtlinie: Investive Klimaschutzmaßnahmen: Sanierung der Innen- und Hallenbeleuchtung
Projektvolumen & Förderquote: 70.973,00 €, Förderquote 30%, Fördersumme 21.292,00 €
Projektzeitraum: 11/2013 bis 10/2014
Angestrebte Effekte: Einsparung von 870 Tonnen CO2 über die Nutzungsdauer; Reduzierung des Stromverbrauchs um 65%

Ansprechpartner Klimaschutz

Anja Wenninger
Referat Nachhaltige Stadtentwicklung
Telefon: 07141/910-2654
E-Mail: a.wenninger@ludwigsburg.de

Bernd Schäffer
Fachbereich Hochbau und Gebäudewirtschaft
Telefon: 07141/910-3286
E-Mail: b.schaeffer@ludwigsburg.de

Ansprechpartner Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Isabel Staiger
Referat Nachhaltige Stadtentwicklung
Telefon: 07141/910-3368
E-Mail: i.staiger@ludwigsburg.de

Weiterführende Informationen