Projekt des Monats

Klimaschutz Kommunal: Straßenbeleuchtung mit LED in Nürnberg: Ganz schön hell(e)

Mit LED-Technik Energie sparen, Emissionen mindern, Kosten senken
Kommunen
Die fränkische Metropole Nürnberg setzt bei der Modernisierung der Straßenbeleuchtung zunehmend auf LED-Technik. Das Wirtschafts-, Dienstleistungs- und Kulturzentrum Nordbayerns profitiert damit gleich von mehreren Vorteilen: Gegenüber den alten Leuchtmitteln sinkt der Energieverbrauch, damit reduziert sich auch der CO2-Ausstoß; Lichtqualität und Lebensdauer der Leuchten verbessern sich und die geringeren Kosten entlasten den städtischen Haushalt. Mit der Umstellung auf LED – gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Rahmen der "Kommunalrichtlinie" – folgt Nürnberg einer guten Tradition. Die Stadt ist seit Längerem Vorreiter beim Klimaschutz im Allgemeinen und beim Energiesparen im Besonderen.

In Sachen Energiesparen bei der Straßenbeleuchtung fängt man in Nürnberg wahrlich nicht bei null an. 1980 hatte die Stadt damit begonnen, einzelne Lampen in mehrlampigen Straßenleuchten nachts über eine Tonfrequenz-Rundsteuerungsanlage abzuschalten. Von 1985 an ließen sich die Leuchten auch dimmen – je nach Verkehrsaufkommen. Ab 1990 setzte Nürnberg konsequent auf die äußerst energieeffiziente Natriumdampf-Hochdrucklampe. Und seit Mitte der Neunzigerjahre werden die Anzahl der Leuchten und die eingesetzte Lampenleistung per Computer optimiert. Kein Wunder also, dass Nürnberg auch konsequent "zugriff", als das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit den Kommunen im Rahmen der sog. Kommunalrichtlinie die Chance bot, Klima­schutz­technologien bei der Stromnutzung fördern zu lassen. Der damalige Bundesumweltministerium-Zuschuss in Höhe von 40% der Investitions­kosten verkürzte die Amortisationszeit für das Vorhaben aus Sicht der Stadt ganz entscheidend: auf etwa eineinhalb Jahre.

Getestet, für gut befunden, flächendeckend umgesetzt

Moderne Straßenbeleuchtung ist Teil der allgemeinen öffentlichen Sicherheit und dient vor allem dazu, die (Verkehrs-)Sicherheit in der Nacht zu verbessern. LED steht für Licht emittierende Diode. Anders als beispielsweise Glühlampen sind LEDs keine thermischen Strahler. Moderne LEDs arbeiten sehr energieeffizient, sind auch bei Kälte sofort betriebsbereit und zeichnen sich durch hohe Lebensdauer, Wartungsarmut und Zuverlässigkeit aus.

Erste positive Mess- und Erfahrungswerte mit LED-Straßenbeleuchtung liegen in Nürnberg seit Mai 2008 vor. Damals war eine Versuchsstrecke mit elf LED-Leuchten in der Steinfeldstraße installiert worden. Gerade auf die Mitsprache und das Votum der Bürgerschaft wurde großer Wert gelegt: Im März 2011 installierte die Stadt in der Sigmund-Freud-Straße im Ortsteil Weiherhaus probeweise zwei LED-Leuchten unterschiedlichen Fabrikats. Diese wurden bei nächtlichen Ortsterminen von der Bevölkerung einhellig positiv beurteilt. 

Von August 2011 bis Juli 2012 stattete dann der stadteigene Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (SÖR) im Rahmen der Bundesumweltministerium-Förderung 1 810 Leuchten an 278 Straßen und Wegen im gesamten Stadtgebiet mit LED-Technik aus. An über 13 Kilometern Rad- und Gehwegen sowie gut 48 Kilometern Anliegerstraßen wurden LED-Leuchten mit 17 Watt und 38 Watt installiert. Sie ersetzen unwirtschaftliche Quecksilberdampf-Hochdrucklampen mit 80 Watt und 125 Watt sowie Leucht­stoff­lampen mit 58 Watt.

Folgerichtige Entscheidung – beeindruckende Resultate

Die Entscheidung pro LED ermöglichte der Stadt, den Energieverbrauch – und damit auch den CO2-Ausstoß – gegenüber den Altanlagen um durchschnittlich 80% zu verringern. Nürnberg spart bei der Maßnahme rund 567.000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr an Energie. Dies entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von mehr als 140 Dreipersonenhaushalten. Und es bedeutet auch eine Entlastung des kommunalen Haushalts um deutlich mehr als 100.000 Euro im Jahr. ©

Der CO2-Ausstoß vermindert sich durch die Umrüstung auf das Jahr gerechnet um rund 334 Tonnen – beeindruckende Zahlenwerte, die sich in die lange Reihe erfolgreicher Klimaschutzaktivitäten Nürnbergs perfekt einfügen. Diese waren in der Folge des Ersten Klimaschutzberichts der Stadt 1996 stark forciert worden. Dass so viel Engagement auch gewürdigt wird, belegt etwa Nürnbergs gutes Abschneiden beim Bundeswettbewerb "Bundeshauptstadt Klimaschutz" (Rang 4 im Jahr 2011) und beim Europäischen Wettbewerb "Green Capital City" (4. Platz in 2010).

Nürnbergs "Zielwerte" bei der Emissionsminderung: Gegenüber 1990 will die Stadt die CO2-Emissionen bis 2020 um 40% und bis 2050 um 80% reduzieren – der Zwischenstand 2012 weist eine Verminderung um 34% aus; ein gutes Stück Wegs ist also bereits geschafft. Um seine anspruchsvollen Ziele beim Klimaschutz fristgerecht zu erreichen, muss Nürnberg aber noch viele kleine und große Schritte tun. Zu Ersteren gehört mit Sicherheit auch weiterhin der Einsatz von LED-Technik in der Stadtbeleuchtung.        

Auch in Nürnberg gilt: Klimaschutz ist mehr als nur "weniger CO2"

"Es wurden nicht nur erhebliche Energieeinsparungen und damit Emissionsminderungen erzielt. Durch die intensive Beschäftigung mit der LED-Technik haben wir auch wichtige Erkenntnisse für den Einsatz dieser Technik in der Straßenbeleuchtung gewonnen", urteilt Norbert Hirschmann, beim

kommunalen Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg zuständig für die Stadtbeleuchtung. Zu dem "Mehrwert" aus dem Projekt gehört unter anderem die eindrucksvolle Bestätigung, dass sich LED-Lampen ganz besonders gut für Geh- und Radwege sowie für Anliegerstraßen eignen. Die LED-Technik erlaubt es anders als die konventionelle Lampentechnologie, Leuchten mit einem umfangreichen Spektrum an elektrischer Leistung einzusetzen. Dadurch lässt sich die Lichtleistung sehr genau an die Erfordernisse der jeweiligen Beleuchtungsaufgabe anpassen.

Das rege Interesse an der Maßnahme in Medien und Bürgerschaft bestätigt es: Wenn sich Vorteile geschickt bündeln lassen – hier ein Mehr an Lebensqualität und Sicherheit, die Einsparung von Energie und Kosten, die Verminderung von Umweltbelastung –, ist eine Investition in den Klimaschutz besonders ergiebig und aussichtsreich. 

Kommune Stadt Nürnberg, kreisfreie Großstadt
Bundesland & Größe Freistaat Bayern, Regierungsbezirk Mittelfranken, 510.414 Einwohner
Projektname Sanierung von Teilen der Straßenbeleuchtung in der Stadt Nürnberg mit LED-Technik
Förderbaustein Klimaschutztechnologien bei der Stromnutzung
Projektvolumen Rund 700.000 Euro ohne Personal- und Maschinenkosten, 85.000 Euro Montagekosten
Förderquote 40% (basierend auf alter Förderquote;2013 konnte letztmalig die Straßenbeleuchtung in diesem Förderporgramm beantragt werden)
Projektzeitraum 08/2011 bis 07/2012
Realisierte Effekte Einsparungen pro Jahr von rund 334 Tonnen CO2, von gut 566.000 Kilowattstunden (kWh) Energie und von über 100.000 Euro an Energiekosten; Verkürzung der Amortisationszeit auf eineinhalb Jahre
Ansprechpartner Stadtbeleuchtung, Elektrotechnik

Herr Norbert Hirschmann,
Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (SÖR),
Eigenbetrieb der Stadt Nürnberg

Ansprechpartnerin Klimaschutz

Frau Dr. Susanne Spößer,
Umweltreferat der Stadt Nürnberg