Projekt

Masterplan 100% Klimaschutz Mainz MPK 2016

Kommunen
„Der Klimawandel betrifft uns alle – in allen Lebensbereichen. Mit unserem Masterplan gehen wir die Herausforderung ‚Klimaneutrales Mainz‘ selbstbewusst an und wollen dabei zeigen, dass Klimaschutz nicht gleich Verbot und Verzicht bedeutet.“ Katrin Eder, Dezernentin für Umwelt, Grün, Energie und Verkehr, Mainz
Projektinformationen
Förderprogramm 
Projektnehmer 
Landeshauptstadt Mainz
Projektlaufzeit 
01. Jul. 2016 bis 31. Mär. 2021
Förderkennzeichen: 
03KP0019/M
Fördersumme in € 
740.193
  • Mainz bei Nacht
    © Landeshauptstadt Mainz
  • 50. Grad Nord
    © Landeshauptstadt Mainz
  • Sonnenbaden
    © Landeshauptstadt Mainz
  • Organisationstuktur Masterplan 100 % Klimaschutz
    © Landeshauptstadt Mainz
  • Projektverlauf Masterplan 100 % Klimaschutz
    © Landeshauptstadt Mainz

Mainz im Profil

Die Landeshauptstadt Mainz ist mit rund 210.000 Einwohnerinnen und Einwohnern die größte Stadt im Bundesland Rheinland-Pfalz und bildet mit der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden ein Doppelzentrum mit rund 480.000 Menschen. Seit 2006 steigen die Einwohnerzahlen der Stadt kontinuierlich an.

Die Stadt ist an das ICE-Netz angeschlossen, verfügt über einen Container- und Industriehafen und  ist Hochschulstandort mit rund 40.000 Studierenden. Sie ist Sitz des römisch-katholischen Bistums Mainz sowie mehrerer Fernseh- und Rundfunkanstalten, wie des Südwestrundfunks und des Zweiten Deutschen Fernsehens. Mainz versteht sich als eine Hochburg der rheinischen Fastnacht und wird unter anderem vom Rhein und vom Weinanbau geprägt.

Mainz: Herausforderungen im Klimaschutz

Die Entwicklungen in Mainz entsprechen den Tendenzen in anderen deutschen Großstädten. Eine gute Wirtschaftsstruktur und 40.000  Studierende sorgen für eine hohe  Einpendlerzahl in die Stadt. Jüngste Anstrengungen auf dem Gebiet der Mobilität haben dafür gesorgt, dass der Anteil an Radverkehr seit 2008 von zehn auf 17 Prozent spürbar gestiegen ist. Der Kraftfahrzeuganteil ist in diesem Zeitraum leicht gesunken. Dennoch stellt der Bereich Mobilität bei der Reduktion von Treibhausgasemissionen weiterhin eine Herausforderung dar.

Das Potential für den Ausbau Erneuerbare Energien im Stadtgebiet ist zum Großteil auf Windenergie begrenzt. Derzeit produzieren sechs Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 6,4 Megawatt Strom im Mainzer Stadtgebiet. Fünf weitere Anlagen außerhalb des Stadtgebiets speisen in das Stromnetz ein. Zusammen mit vier geplanten Anlagen und einem möglichen Repowering von Altanlagen ergibt sich ein Netto-Ausbaupotenzial von etwa 25 Megawatt. In den nächsten Jahren sollte eine optimale Nutzung der zur Verfügung stehenden und für die Windenergie ausgewiesenen Flächen angestrebt werden.

Mit der energetischen Quartierssanierung Lerchenberg ist es gelungen die Quote der Sanierungen in einem Stadtteil auf 2,4 Prozent pro Jahr zu erhöhen und somit mehr als zu verdoppeln. Diesen Erfolg auf die gesamte Stadt auszuweiten, ist eine der vielen großen Herausforderungen, denen sich die Stadt Mainz im Klimaschutz stellt.

Eine weitere Herausforderung sieht die Stadtverwaltung darin, möglichst viele Mainzer Bürgerinnen und Bürger zu einem klimafreundlichen Alltag anzuregen. 

Der Masterplan 100 % Klimaschutz in Mainz

  • Konzepterstellung und Beteiligung

    Die Landeshauptstadt Mainz ist seit über 20 Jahren in den Bereichen Energieeinsparung und Klimaschutz aktiv. Mit dem 1993 ausgearbeiteten Energiekonzept war Mainz Vorreiter bei der Erstellung Integrierter Klimaschutzkonzepte. Seit 1994 ist die Stadt Mitglied im Klimabündnis und seit 1994 wirkt ein Mainzer Klimaschutzbeirat. Mainz hat sich zum Ziel gesetzt den Endenergieverbrauch bis zum Jahr 2050 um 50 Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren und den verbleibenden Anteil überwiegend aus erneuerbaren Energiequellen zu decken. Um eine hohe Akzeptanz und Identifikation mit dem Masterplan zu erreichen, wird in einem engen Planungsdialog versucht, alle relevanten Akteure, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren und die breite Bürgerschaft zu beteiligen. In insgesamt 18 Bürger- und Expertenworkshops vernetzen sich eine große Zahl unterschiedlicher Akteure und Institutionen, um eine effiziente und konstruktive Kooperation zu erreichen. Dabei verfolgt die Stadt Mainz das Ziel, einen langfristigen und kontinuierlichen Managementprozess unter Führung der Verwaltung zu etablieren, um ihre Klimaschutzaktivitäten zu verstetigen.

    Ein Schwerpunkt im Masterplanprozess bildet das Handlungsfeld „klimafreundlicher Alltag“ in dem möglichst viele Mainzer Bürgerinnen und Bürger zu einem klimafreundlichen Lebensstil angeregt werden sollen.

    Organisationsstruktur

    Begleitet werden die Konzepterstellung und die anschließende Umsetzung von einer Lenkungsgruppe sowie einem Masterplanbeirat mit zugeordneten Arbeitsgruppen. Die Lenkungsgruppe unter der Leitung des Oberbürgermeisters unterstützt den Prozess und übernimmt eine Bewertung und Priorisierung der erarbeiteten Maßnahmen. Sie setzt sich aus Vertreterinnen und Vertreten aus Verwaltung, Politik und Gesellschaft zusammen.

    Ein weiteres Gremium im Managementprozess ist der Masterplanbeirat. Er wird von der Dezernentin für Umwelt, Grün, Energie und Verkehr geleitet.

    Im Beirat werden die Prozessfortschritte vorgestellt und diskutiert. Der Masterplanbeirat baut auf den Klimaschutzbeirat auf und wurde um Arbeitsgruppen und somit um circa 120 Mitglieder erweitert. Die Arbeitsgruppen entsprechen den strategischen Handlungsfeldern Energie/-versorgung, Gebäude, Mobilität, Wirtschaft/regionale Wirtschaftskreisläufe, klimaverträglicher Alltag. In den Arbeitsgruppen sind rund 150 Fachleute aktiv. Die operative Steuerung des Masterplanprozesses ist Aufgabe der Masterplanmanager mit Unterstützung externer Dienstleister.

    Beteiligungsprozess

    Für die Transformation der Stadt Mainz hin zu einer klimaneutralen Gesellschaft ist ein aktives Mitwirken aller Bürgerinnen und Bürger sowie lokaler Organisationen und Unternehmen von entscheidender Bedeutung. Die Maßnahmen zum Masterplan sollen in einem moderierten Verfahren mit intensiver Beteiligung aller relevanten Akteure erarbeitet werden, so dass sie, auch im Hinblick auf die Umsetzungsphase, auf einem breiten Fundament stehen.

    Aus diesem Grund wird bei der Erarbeitung des Masterplans von Anfang an auf einen breit angelegten Partizipationsprozess gesetzt. Dabei ist zwischen der Partizipation der Bürgerinnen und Bürgern und der Einbeziehung ausgewählter Akteure zu unterscheiden. Die  Bürgerbeteiligung erfolgt über öffentliche Veranstaltungen, Workshops und einen Online-Konsultationsprozess beteiligt.

    Die inhaltliche Bearbeitung einzelner Themen erfolgt im Rahmen von Experten-Arbeitsgruppen, die in der Konzeptphase einzelne Themen in Fachworkshops inhaltlich bearbeiten und diskutieren. Dabei erhalten sie fachlichen Input aus den Bilanz-, Potenzial- und Szenarienberechnungen. Sie erarbeiten die Kernthemen für eine klimaneutrale Stadt Mainz im Jahr 2050, entwickeln konkrete Maßnahmen und gestalten damit die Szenarien mit.

  • Umsetzung des Masterplans

    In der einjährigen Konzeptphase ist ein umfangreiches Dokument entstanden: der Mainzer Masterplan 100 % Klimaschutz.  Dieser wurde mit breiter Beteiligung von mehr als 120 Akteurinnen und Akteuren aus Wirtschaft, Bildung, Politik, Verwaltung und Bürgerschaft erarbeitet.  
    Schwerpunkt der Umsetzungsphase ist die Mobilität mit einem besonderen Fokus auf der Elektromobilität. Hinzu kommen eine  Reihe strategischer und investiver Vorhaben, die Abstimmung und Weiterentwicklung eines Beratungsangebots für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die Prüfung von Handlungsoptionen zur Förderung der Photovoltaik sowie das tiefere Verankern der Marke Masterplan 100 % Klimaschutz Mainz („MP100%“) in der Stadtgesellschaft durch Kooperationen.

    Ausgewählte Projekte

    Kampagne: Fashion Revolution Week 2018

    Im Rahmen der Aktionswoche „Fashion Revolution Week“, die nachhaltig wirtschaftende Modegeschäfte, die Wirtschaftsförderung und das Masterplan-Team organisierten, wurde über die Herstellung und Folgen der Kleiderwirtschaft für das Klima und die sozialen Lieferketten aufgeklärt. Darüber hinaus wurden neue Partner für das Projekt akquiriert und der Masterplan insgesamt sichtbarer.

    Mainz gemeinsam elektromobil

    Die Stadt Mainz hat 2016 die Handlungsstrategie Elektromobilität als gesamtstädtisches Konzept zur Entwicklung der Elektromobilität in Mainz aufgestellt und neun Handlungsfelder definiert.
    Zur Vertiefung der drei Handlungsfelder E-Quartiere, E-Flotten und E-Kommunikation werden im Rahmen eines Mobilitätskonzepts in enger Abstimmung mit der Stadt Mainz und den Mainzer Stadtwerken konkrete Umsetzungsoptionen für Elektromobilität in Mainz untersucht.
    Im Handlungsfeld E-Quartiere wird eine Methodik zur Auswahl eines Entwicklungsgebiets und eines Bestandsquartiers entwickelt und angewendet. Für die ausgewählten Quartiere werden Maßnahmen ausgewählt und Umsetzungsperspektiven beschrieben. Der Status der Mainzer E-Flotten wird aufbereitet und Potenziale für die weitere Elektrifizierung aufgezeigt. Begleitend werden zwei Workshops durchgeführt und Ansätze zur Kommunikation des entwickelten Konzepts erarbeitet.

    Fit für die Zukunft: Stärkung der Energieeffizienz in Mainzer KMUs

    Über die Hälfe der in Mainz genutzten Energie wird in der Wirtschaft verbraucht. Trotz hoher Energiesparpotenziale und bestehender Förderungen nehmen nur wenige lokale Unternehmen und Betriebe eine Energieeffizienzberatung in Anspruch oder setzen Effizienzmaßnahmen um.
    In Kooperation mit bestehenden Akteurinnen und Akteuren wird deshalb ein Konzept erarbeitet, um Unternehmen für das Thema Energieeffizienz zu sensibilisieren und zur Umsetzung von Energiesparmaßnahmen zu motivieren. Der Runde Tisch hat sich dabei folgende Ziele gesetzt:

    • Entwicklung einer gemeinsamen Initiative zur Stärkung der Energieeffizienz Mainzer Unternehmen und Betriebe
    • Einbindung relevanter Mainzer Akteurinnen und Akteure
    • Bündelung und Abstimmung bestehender Programme und Anreize in Mainz sowie die Erzielung von Synergieeffekten
    • Nutzung der vorhandenen Angebote der verschiedenen Akteurinnen und Akteure
    • Verstetigung der Arbeit mit Unternehmen (z.B. ÖKÖPROFIT Klub als Energieeffizienz-Netzwerk)
    • Informations- und Öffentlichkeitsarbeit
    • Gezielte Ansprache von Unternehmen

     

     

  • Projektverlauf und Meilensteine

    Juli 2016

    Start des Masterplanprozesses

    November 2017

    1. Workshoprunde

    Februar 2017

    Image Film in Zusammenarbeit mit „Wissen im Herzen – Mensch und Umwelt“

    Februar 2017

    2. Workshoprunde

    März 2017

    Auftaktveranstaltung Main Mainz Morgen im Kurfürstlichen Schloss

    Mai 2017

    3. Workshoprunde

    April – Juni 2017

    Onlinekonsultation zum Masterplan 100 % Klimaschutz

    Juni 2017

    Workshop mit Bürgerinnen und Bürgern

    Juni 2017

    Workshop mit Jugendlichen

    September 2017

    Beschluss des Masterplan-Konzeptes und Start in die Umsetzungsphase

    Oktober 2017

    Umsetzungsveranstaltung und Podiumsdiskussion - Ein Konzept wird Realität
    Januar 2018

    Baustandards für Gebäude der Landeshauptstadt Mainz treten in Kraft

    April 2018

    Fashion Revolution Week

    August 2018

    Workshop: Elektromobilität im Wirtschaftsverkehr im Rahmen von Mainz gemeinsam elektromobil

    September 2018

    Antragstellung für die ausgewählte Maßnahme: Projekt E-Ko-Wagen

    Oktober 2018

    Workshop: Elektromobilität im Quartier im Rahmen von Mainz gemeinsam elektromobil

    Januar 2019

    Veröffentlichung des Ampelberichts

    Juni 2020

    Ende der Projektlaufzeit
  • Klimaschutz in Mainz: Was bisher geschah...

    Das erste Energiekonzept der Stadt Mainz wurde 1993 erstellt und in den Folgejahren kontinuierlich fortgeschrieben. 2008 wurde ein Integriertes Klimaschutzkonzept mit umfangreichem Maßnahmenkatalog verabschiedet. In Ergänzung zum Integrierten Klimaschutzkonzept wurden mehrere sektorspezifische Teilkonzepte entwickelt, darunter

    • ein Erneuerbare Energien-Konzept zur Deckung des Strombedarfs bis 2020 durch 30 Prozent Erneuerbare Energieen
    • ein Biomasse-Masterplan von 2007: vier Prozent des Mainzer Energiebedarfs könnte durch Biomasse aus dem Stadtgebiet gedeckt werden
    • ein Wärmemasterplan.

    Ein enges Netzwerk aus Verwaltung, Energieversorgern, privaten Akteuren, Unternehmen und Vertreterinnen und Vertretern der Wissenschaft setzt sich für die Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen in Mainz ein. Besonders wichtige Akteure sind der Klimaschutzbeirat und die Mainzer Stiftung für Klimaschutz und Energieeffizienz sowie das Mainzer Bündnis für nachhaltiges Bauen.

    Die Erfolge des Klimaschutzkonzepts werden durch eine regelmäßige Energie- und CO2-Bilanzierung geprüft. Die aktuelle Bilanz stammt aus dem Jahr 2014 und enthält die Daten bis zum Jahr 2012.

    Mainz ist aktives Mitglied im Klima-Bündnis e.V. und im EU-Netzwerk „Covenant of Mayors“. Weiterhin arbeitet die Stadt Mainz im Projekt Klimaanpassung in der Praxis zur Entwicklung von Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel mit.

  • Kompetenzen auf einen Blick

    Wir haben Kompetenzen in den Bereichen:

    • Akteursbeteiligung
    • Umweltbildung
    • Handlungsfeld Mobilität
       

    Wir suchen Austausch in den Handlungsfeldern:

    • Wirtschaft / regionale Wirtschaftskreisläufe
    • Gebäude
    • Klimaneutrale Veranstaltungen

 

Kommune Landeshauptstadt Mainz

Einwohnerzahl

209.779 (Stand 31.12.2015)

Fläche

97,74 km²

Bundesland

Rheinland-Pfalz

Stadt- bzw. Ortsteile

15

Projektleitung
 

Grün- und Umweltamt
Bernd Winkler, Koordinator Klimaschutz
bernd.winkler@stadt.mainz.de
06131 12-2285

Masterplanmanagement

Tatiana Herda Muñoz, Masterplanmangerin
tatiana.herda-munoz@stadt.mainz.de
06131 12-2993

Dirk Lorig, Masterplanmanger
06131 12-3163
dirk.lorig@stadt.mainz.de

Webauftritt

www.mainz.de/leben-und-arbeit/umwelt/energie-klimaschutz.php

Quelle: Die Inhalte basieren auf den Angaben der Landeshauptstadt Mainz.

Landeshauptstadt Mainz
50.00538
8.27109
Mainz
  • Rheinland-Pfalz
55116
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