Direkt zum Inhalt

Login

Teilen Sie Ihr Wissen, diskutieren Sie aktuelle Themen und lassen Sie sich von anderen zu neuen Vorhaben inspirieren. Melden Sie sich jetzt für die Klimaschutz-Community an. Wir freuen uns auf Sie!

Sie haben sich bereits in der Vergangenheit registriert und können sich nun nicht mehr einloggen? Aus technischen Gründen ist es notwendig, sich über die Funktion “Passwort vergessen?” ein neues Passwort anzufordern. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Anweisungen zum Zurücksetzen Ihres Passworts werden an die E-Mail-Adresse gesendet, die Sie in Ihrem Benutzerkonto hinterlegt haben.

Erstellung eines integrierten Vorreiterkonzepts

Nachfolgend finden Sie umfassende Informationen: Lesen Sie alles Wissenswerte zum Inhalt der Förderung und den Voraussetzungen - viele Fragen zur Antragstellung werden direkt beantwortet:

  • Was wird gefördert?

    Gefördert wird die Erstellung eines integrierten Vorreiterkonzepts im Bereich Klimaschutz, mit dem ein Antragsteller seine Klimaschutzstrategie und -maßnahmen aktualisiert, konkretisiert und ambitionierter gestaltet. Ziel des integrierten Vorreiterkonzepts ist die Erreichung der Treibhausgasneutralität bis zum Jahr 2040.

    Ziel der Förderung ist, die Ambitionssteigerung in Kommunen zu unterstützen und die Erstellung von „Vorreiterkonzepten“ zu ermöglichen.

    Viele bestehende Konzepte wurden noch auf Grundlage älterer Anforderungen an Klimaschutz und mit nicht mehr aktuellen Zielsetzungen und Szenarien erarbeitet. Mit dem Vorreiterkonzept sollen weitere Klimaschutzpotenziale in bereits erfahrenen Kommunen gehoben bzw. die Umsetzungsgeschwindigkeit der Maßnahmen erhöht werden. Kommunen, die bereits ein Klimaschutzkonzept erarbeitet haben, welches vor dem 31.12.2016 fertig gestellt wurde, können sich für das Vorreiterkonzept bewerben.

    Klimaschutz in der Kommune muss als Prozess betrachtet werden, bei dem sich Voraussetzungen (u. a. Situation der Kommune, technische Möglichkeiten, Wirtschaftlichkeit einzelner Klimaschutzmaßnahmen) und Anforderungen (Klimaschutzziele des Bundes und der Länder) stetig ändern. Entsprechend besteht auch Bedarf bei der Anpassung älterer Konzepte. Ziel des Vorreiterkonzepts ist es, dadurch ambitionierte Klimaschutzmaßnahmen in allen Sektoren und Handlungsfeldern zu entwickeln und in die Umsetzung zu bringen. Im Idealfall ist eine etablierte Klimaschutzmanager*in bereits in der Verwaltung verankert, die den Prozess steuert und die sich für die Erarbeitung des Konzepts und für die Akteursbeteiligung eine fachlich versierte Unterstützung in Form eines externen Dienstleisters holt. Insofern wird das Vorreiterkonzept nicht mit weiteren Personalstellen gefördert, sondern ausschließlich durch externe Unterstützungsleistungen.

    Das Vorreiterkonzept unterscheidet sich zum Klimaschutzkonzept daher in folgenden Punkten:

    • Zielsetzung: THG-Neutralität 2040 (anstelle der Zielsetzung im KSK, die sich mind. an den aktuellen Bundeszielen orientieren sollte)
    • Darüber hinaus ist eine Strategie zur „klimaneutralen Kommunalverwaltung“ bis 2035 zu entwickeln
    • Das KSK wird durch den KSM erstellt, beim Vorreiterkonzept geht man davon aus, dass ein bestehendes KSM sich Unterstützung durch externe Dienstleister zur Konzepterstellung einkauft. Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass ambitionierte Ziele einen ggf. umfassenderen Diskussionsprozess anstoßen, der umfangreich und professionell begleitet werden muss.

    Zu den geforderten Inhalten eines Vorreiterkonzepts gibt es folgende Hinweise:

    Treibhausgasneutralität:

    Die Treibhausgasneutralität bedeutet Netto-Null der Treibhausgasemissionen, also einen Ausgleich zwischen noch stattfindenden Emissionen und Maßnahmen, die zusätzlich Treibhausgase aus der Atmosphäre entfernen.[1]

    Im Rahmen der kommunalen Bilanzierung auf Basis der BISKO-Systematik ist es das Ziel, die THG-Emissionen soweit wie möglich zu reduzieren. Mit einem Szenario wird also nahezu THG-Neutralität erreicht und (je nachdem, wie steil der Pfad abwärtsführt) auch das Paris-Ziel eingehalten. Ausgleichsmaßnahmen wie z. B. Anrechnung von Ökostrom, Kompensation oder Aufforstungsprojekte, sind hier nicht vorgesehen. Der BISKO-Standard bilanziert bisher ausschließlich energiebedingte THG-Emissionen in einer Kommune, die zu 100% vermeidbar sind, wenn auch unter enormen Anstrengungen. Bisher nicht bilanzierte THG-Emissionen wie z. B. in der Landwirtschaft, Abfallwirtschaft oder in der Daseinsvorsorge (Abwasserentsorgung) werden perspektivisch in den BISKO-Standard integriert. Hier wird neu justiert, ob und wie Ausgleichsmaßnahmen für diese deutlich schwerer zu reduzierenden THG-Emissionen angerechnet werden dürfen.

    Arbeitskreis:

    Aufgrund der hohen Ambition des Vorreiterkonzepts empfiehlt es sich, vor der Bearbeitung und Antragstellung einen Arbeitskreis zu bilden, der sich aus mind. drei Verwaltungseinheiten mit hoher Relevant für den Klimaschutz (z.B. Umweltamt, Hochbauamt, Verkehrsamt etc.) zusammensetzt. Im Idealfall werden in den Arbeitskreis auch verwaltungsexterne relevante Akteure einbezogen (z.B. kommunale Unternehmen, Umweltverbände).

    Szenarien und Potenzialanalyen:

    Eine Kommune, die vor der Bundesebene „treibhausgasneutral“ sein möchte (netto-THG-Neutralität wird angestrebt), muss sich über den Durchschnitt hinaus engagieren. Es muss aufbereitet werden, wo diese Mehranstrengungen besonders relevant sind und wo sie auch eine besondere Herausforderung darstellen. Es soll also anhand der Kommunikation zu Szenarienannahmen deutlich gemacht werden, welche Anstrengungen notwendig sind, um die Ziele zu erreichen (z. B. Sanierungsraten, Nutzungsende fossiler Energieträger, Entwicklung des Wärmeverbrauchs, Umfang der Verkehrsmengenreduktion).

    Es werden mindestens zwei Szenarien gerechnet, ein Trend-Szenario (Referenz) und ein Klimaschutz-Vorreiter-Szenario (Ziel). Es empfiehlt sich, ein drittes, Szenario zu rechnen. In diesem könnte ein weiteres Vorreiter-Szenario entwickelt werden, welches ggf. andere Rahmenbedingungen zu Grunde legt.

    Die Potenzialanalyse geht in den Szenarien auf. Es erfolgt eine iterative Entwicklung der Szenarien, abgleichend mit vorhandenen Potenzialen. Die Szenarien- und Potenzialanalyse ändert sich somit im Vergleich zu „herkömmlichen“ Klimaschutzkonzepten, weil das Ziel im Fokus steht. Es geht also primär nicht mehr darum, „wirtschaftliche“ Potenziale zu eruieren und aufzuzeigen, wie diese umgesetzt werden können. Vielmehr geht es darum, Notwendigkeiten der THG-Minderungen in den einzelnen Sektoren aufzuzeigen und darzulegen, wie vorhandene Potenziale zu diesen notwendigen THG-Minderungen beitragen.

    Klimaschutzstrategien:

    Aufbauend auf den Szenarien und den darin angelegten Entwicklungspfaden werden Handlungsschwerpunkte sichtbar. Diese sind in eine strategische Ausrichtung der Klimaschutzarbeit einzubetten. Die Klimaschutzstrategie versucht den in der kommunalen Klimaschutzarbeit wichtigen aber schwierigen Schritt zu leisten, dass Ziele und Minderungspfade in kommunale Maßnahmen übersetzt werden. Konkret bedeutet dies:

    • Es werden Handlungsfelder definiert, die das gesamte Spektrum der Klimaschutzarbeit abdecken. Mögliche Handlungsfelder sind: Gebäude und Stadt, Nachhaltige Energieversorgung, Personenverkehr, Güterverkehr etc.
    • Es werden Meilensteine sichtbar, die schwierige Entscheidungen notwendig machen, um langfristige und schwerwiegende Lock-in-Effekte zu vermeiden.
    • Im Idealfall wird in den Handlungsfeldern qualitativ deutlich gemacht, wo Ihre Organisation von Entscheidungen anderer politischer Ebenen abhängig ist.

    In den strategischen Ausrichtungen sind auch die großen und wichtigen Entscheidungen eingebettet. Aus den Szenarien wird deutlich, wo diese großen Anstrengungen notwendig sind, unverrückbare Determinanten zeichnen sich ab. Beispiele sind:

    • Wann ist ein Ausstieg aus den fossilen Energieträgern in der Wärmeversorgung notwendig?
    • Was bedeutet dies für vorhandene Infrastrukturen wie z. B. dem Erdgasnetz, der Fernwärmeversorgung etc.?
    • Wann sind Verkehrsmengen auf ein Maß reduziert, dass es verträglich ist?
    • Was bedeutet dies für die aktuelle Verkehrsinfrastruktur?
    • Wann müssen lokale Energieversorgungsanlagen (Kraftwerke, Heizkraftwerke) transformiert sein?
    • Welche Alternativen sind verfügbar?

     

    Maßnahmenkatalog:

    Im Maßnahmenkatalog werden die Aktivitäten der Kommune / der Organisation beschrieben, die dazu beitragen, die Klimaschutzziele zu erreichen. Hier kann auf die Maßnahmenblätter zurückgegriffen werden, die auch im Rahmen der Klimaschutzkonzepte Gültigkeit haben.

    Im Bereich der Maßnahmen, die durch die Verwaltung selbst umzusetzen sind (z. B. Gebäudesanierungen, Umstellung Fuhrpark etc.) sind neben Anschubkosten auch Abschätzungen für die Umsetzungskosten zu integrieren. Hier sollten die betroffenen Akteure (z. B. Hochbauamt) eng eingebunden werden. Es empfiehlt sich, konkrete SMART-Indikatoren zu integrieren, die eine Umsetzungskontrolle der Maßnahmen ermöglichen.

    Klimaneutrale Kommunalverwaltung 2035 (THG-neutrale Kommunalverwaltung):

    Für die klimaneutrale Kommunalverwaltung 2035 gilt als Leitschnur das 1,5 Grad Ziel. Klimaneutral (wird hier synonym zu treibhausgasneutral verwendet) bedeutet, dass nur noch so viele Treibhausgase in die Atmosphäre eingebracht werden dürfen, wie durch natürliche Prozesse auch wieder entzogen werden.

    Ein erster wichtiger Schritt ist die Emissionen zu erfassen. Für die Bilanzierung der klimaneutralen Verwaltung werden die Bereiche erfasst, die in der direkten Entscheidungs- und Weisungshoheit der Kommunalverwaltung liegen. Unbedingt sind die Bereiche Gebäudemanagement, Fuhrpark sowie der Stromverbrauch der Infrastruktur zu erfassen, egal in welcher Betriebsform diese in der Kommune verankert sind. Darunter fällt z. B. das Gebäudemanagement, aber nicht die Beteiligungsunternehmen (z. B. Stadtwerke oder Wohnbaugesellschaften). Es wird zudem empfohlen, weitere Emissionen wie die Anfahrtswege der Mitarbeitenden zu erfassen. Möglichkeiten zur Datenerfassung sind im Leitfaden „Der Weg zur treibhausgasneutralen Verwaltung“ des Umweltbundesamtes [EN2] beschrieben.

    Es ist sinnvoll, den Begriff „Klimaneutrale Kommunalverwaltung“ nicht nur auf den Zielzustand, sondern auch auf den Pfad zur Zielerreichung anzuwenden. Kommunen können somit den Begriff schon zu Beginn ihrer Aktivitäten anwenden und auch in ihrer Außendarstellung einsetzen. Für den Zeitraum bis zur Zielerreichung gilt: Eine Kommunalverwaltung, die ihren Minderungspfad zur Erreichung ihres Klimaschutzziels einhält, kann als „Kommunalverwaltung auf dem Weg zur Klimaneutralität“ bezeichnet werden. Um das 1,5° C Ziel zu erreichen, sind Minderungspfade von mindestens 14 % jährlich erforderlich. Emissionsgutschriften durch Zukäufe aus anderen Regionen der Welt bleiben dabei unberücksichtigt.

    Aufbauend auf der Treibhausgasbilanz müssen daher Maßnahmen zur Minderung der Treibhausgasemissionen ergriffen werden. Die konkreten Schritte hängen stark von der vorhandenen Infrastruktur und der jeweiligen Ausgangssituation der Kommune ab. Um die Minderungsmengen erreichen zu können wird es aber notwendig sein, Maßnahmen zu ergreifen, die

    • den Energieverbrauch stark reduzieren (Effizienz),
    • fossile Energieträger durch nachhaltige, erneuerbare Energieträger ersetzen (Konsistenz) und
    • den Energiebedarf deutlich reduzieren (Suffizienz).

     

    Bei der treibhausgasneutralen Verwaltung geht es nicht nur um die Reduktion von Treibhausgasemissionen, sondern auch um die Glaubwürdigkeit und Vorbildfunktion der Verwaltung. Ihr beispielhaftes Voranschreiten im Klimaschutz kann andere Akteure inspirieren und motivieren.

    Das alle auf die Verwaltung zurückzuführenden (von ihr direkt zu verantwortenden) THG-Emissionen auf Netto-Null reduziert werden, also inkl. einer ggf. notwendigen Restkompensation.

    Die Maßnahmenbeschreibungen, die notwendig sind, um die KN-Veraltung zu erreichen, sind um konkrete SMART-Indikatoren zu erweitern. Es muss also festgelegt werden, wie viele Sanierungen pro Jahr angestrebt werden, wie viele Mittel pro Jahr in die Umsetzung von THG-mindernden Maßnahmen fließen etc. 

  • Wer wird gefördert?

    Alle Antragsberechtigten finden Sie im Abschnitt  "Einen Förderantrag können folgende Organisationen stellen:" auf der Seite der  Kommunalrichtlinie sowie unter Nummer 5.1 der Kommunalrichtlinie.

    Hinweis: Die Beantragung von Vorreiterkonzepten ist einmalig bis zum 31.12.2024 möglich.

  • Förderquoten

    50 % Regelförderquote

    70 % für finanzschwache Kommunen oder Antragstellende aus Braunkohlegebieten

    Kommunen gelten als finanzschwach, sofern Sie an einem Hilfs- oder Haushaltssicherungsprogramm des Landes teilnehmen oder wenn ihnen die Finanzschwäche durch die Kommunalaufsicht bestätigt wird. Ein entsprechender Nachweis ist jeweils beizufügen.

    Antragsteller aus den Braunkohlerevieren müssen keinen Nachweis erbringen, um eine erhöhte Förderquote zu erhalten. Hier genügt die Zuordnung über den Ort des Antragstellers. Bitte beachten Sie, dass die erhöhte Förderquote explizit im easy-Online-Formular (s. Akkordeon Antragsverfahren und Antragstellung) beantragt werden muss.

     

  • Antragsverfahren und Antragstellung

    Anträge können ganzjährig eingereicht werden.

    Als Antrag einzureichen sind:

    Nach Absenden des easy-Online-Antrags ist dieser auszudrucken, rechtsverbindlich zu unterzeichnen und zusammen mit der Vorhabenbeschreibung innerhalb von 2 Wochen postalisch einzusenden an:

    Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH

    Stresemannstraße 69

    10963 Berlin

  • Weitere Informationen

    Folgt in Kürze.

  • Antworten auf häufig gestellte Fragen

    Muss die Qualifikation des externen Dienstleisters mit Antragstellung nachgewiesen werden?

    Nein, der Antragsteller hat im Rahmen des Vergabeverfahrens sicherzustellen, dass ein fachlich qualifizierter Dienstleister ausgewählt wird. Es empfiehlt sich im Rahmen des Vergabeverfahrens mindestens drei Referenzen einzufordern.

    Kann im Anschluss an die Erstellung des Vorreiterkonzepts auch die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen gefördert werden?

    Falls noch kein Klimaschutzmanagement für die Umsetzung eines integrierten Klimaschutzkonzepts für die geförderte Einrichtung gefördert wurde, kann im Anschluss an die Erstellung des Vorreiterkonzeptes die begleitende Umsetzung des Vorreiterkonzeptes im Rahmen des Förderschwerpunktes 4.1.8 b) Anschlussvorhaben gefördert werden.

    Wieviel Zeit kann ein Vorhaben zur Erstellung eines Vorreiterkonzeptes beanspruchen? Wie lange läuft der Bewilligungszeitraum?

    Der Bewilligungszeitraum beträgt in der Regel 12 Monate.

     

  • Detailberatung zur Kommunalrichtlinie
  • Unterstützung bei der Antragstellung
  • Vermittlung zu Seminaren und Antragspaten
Ihr Ansprechpartner
Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH
Links und Downloads
Vorhabenbeschreibung 4.1.9 Erstellung Vorreiterkonzept

xlsx | 486.01 KB

Kommunalrichtlinie 2022

pdf | 472.03 KB

Kommunalrichtlinie 2022 Technischer Annex

pdf | 351.76 KB

Vorlage Maßnahmenblatt

pdf | 22.16 KB