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06. Nov. 2023

Unterstützung für Kommunen durch Bilanzierungstools

Im Rahmen der neuen Veranstaltungsreihe „Werkzeuge für die treibhausgasneutrale Kommune“ der Agentur für kommunalen Klimaschutz fand ein Webinar zum Thema Bilanzierungstools statt. Knapp 180 Interessierte nahmen am 24. Oktober an der Veranstaltung teil.

Eine Hand tippt auf einem Taschenrechner, im Vordergrund verschwommen ein Laptop
Symbolbild Bilanzierungstools
© Pru Studio | Shutterstock

Eine Energie- und Treibhausgas (THG)-Bilanz ist ein wichtiges Monitoring-Instrument für Kommunen bei ihrer Klimaschutzarbeit. Sie gibt einen ersten Überblick über die Verteilung der Energieverbräuche und Emissionen auf verschiedene Verbrauchssektoren. Mit diesen Informationen können Schwerpunkte für die lokale Klimaschutzstrategie abgeleitet und Entwicklungen überprüft werden. Für die Erstellung der Energie- und THG-Bilanz stehen Kommunen verschiedene Bilanzierungstools zur Verfügung. Das Thema Bilanzierungstools stand im Fokus des zweiten Webinars der Reihe „Werkzeuge für die treibhausgasneutrale Kommune“.

Benjamin Gugel vom Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg gGmbH (ifeu) gab im Rahmen des Webinars einen Einblick in das Vorgehen bei der Erstellung einer kommunalen Energie- und THG-Bilanz. Er informierte über die verschiedenen Tools und die Aufgaben von Bilanzerstellenden. Bilanzierungstools unterstützen Kommunen bei der Erstellung der Endenergiebilanz, für die zunächst Daten gesammelt und nach Verbrauchssektoren aufgeteilt werden müssten. Anschließend werden die Daten verarbeitet und in THG-Emissionen umgerechnet.

Bilanzierungssystematik-Kommunal, kurz „BISKO“

Die Nutzung der Bilanzierungssystematik Kommunal „BISKO“ ist in den gängigen Bilanzierungstools möglich und wird als methodische Grundlage der Bilanzierung empfohlen. Ziel der Systematik ist die methodische Vergleichbarkeit von Energie- und THG-Bilanzen. Seit April 2023 betreut die Agentur für kommunalen Klimaschutz den Standard. Das ifeu unterstützt die Agentur dabei mit seiner wissenschaftlichen Expertise.

Die Teilnehmenden beschäftigte während des Webinars insbesondere die Frage, wie mit BISKO der Erfolg beim Ausbau erneuerbarer Energien im Strombereich vor Ort dargestellt werden kann: Neben der Nutzung von Indikatoren besteht die Möglichkeit, nachrichtlich eine Bilanz mit Territorialmix der BISKO-Bilanz mit Bundesstrommix gegenüberzustellen.

Unterstützung durch die Agentur für kommunalen Klimaschutz

Die Agentur für kommunalen Klimaschutz unterstützt kommunale Akteure in Sachen Energie- und THG-Bilanzierung, unter anderem durch die Zurverfügungstellung der BISKO-Emissionsfaktoren und die Durchführung von Informationsveranstaltungen. Auch Toolbetreiber erhalten Unterstützung, beispielsweise durch die Bereitstellung von Default Verkehrsdaten (Fahrleistungen) für alle Kommunen in Deutschland ab dem Bilanzjahr 2010. Die (Re-)Zertifizierung der Bilanzierungstools in Hinblick auf BISKO-Konformität wird ebenfalls von der Agentur organisiert.

Bei der Auswahl eines Bilanzierungstools durch die Kommune sollten verschiedene Kriterien berücksichtigt werden: Eine Landeslizenz für ein Tool löst nicht nur die Kostenfrage, sondern ist auch mit verschiedenen Unterstützungsleistungen des Landes verknüpft. Wichtige Funktionen können daneben Plausibilitätschecks von Eingangsdaten und Ergebnissen, ebenso wie Interpretationshilfen mit Vergleichs- und Referenzwerten sein.

Wo sind die Bilanzerstellenden gefragt?

Auch das beste Tool kann nicht alles: Benjamin Gugel ging ausführlich auf die Herausforderungen für die Bilanzerstellenden bei der Prüfung und Interpretation der Ergebnisse ein. So müssen die Bilanzerstellenden beispielsweise prüfen, ob alle Energie- und Verkehrsträger für alle Verbrauchssektoren erfasst wurden und der Gesamtwert der THG-Emissionen in der Bilanz plausibel ist. Die Ergebnisse für einzelne Verbrauchssektoren sollten anhand von Kennwerten ebenfalls geprüft werden.

Bei der Interpretation der Ergebnisse müssen Einflussfaktoren wie Witterung, konjunkturelle Entwicklung und lokale Rahmenbedingungen wie Bevölkerungszuwachs berücksichtigt werden. Das gilt auch für die Datengüte, welche Hinweise zur Aussagekraft der Bilanz gibt. Die Bilanz sollte im historischen Vergleich betrachtet und in den Monitoring-Prozess eingeordnet werden.

Fragen zur Anwendung in der Praxis

Aus den Beiträgen der Teilnehmenden wurde klar, dass großes Interesse an den Energie- und THG-Bilanzierungstools besteht. In vielen Fragen ging es um die konkrete Anwendung, beispielsweise wie viel Zeit für die Energie- und THG-Bilanzierung einer Kommune in einer bestimmten Größe eingeplant werden sollte. Die Einsehbarkeit der Ergebnisse war für die Kommunen von großem Interesse: Einige Teilnehmende würden ihre Bilanzen gerne mit den Ergebnissen anderer Kommunen an ähnlichen Standorten vergleichen. Außerdem gab es Rückfragen zur Nutzung der Daten für das Klimaschutzmanagement der Kommune. Die Beiträge der Teilnehmenden dienen als Impulse für die Wiederholung des Seminars am 09. April 2024.

Weitere Veranstaltungen der Reihe

Die neue Webinar-Reihe hat das Ziel, in 90 Minuten hilfreiche Tools und Instrumente sowie spannende Projekte und Praxiserfahrungen vorzustellen, die Kommunen dabei unterstützen, bis 2045 – oder früher – die Treibhausgasneutralität zu erreichen.

Am 24. Oktober 2023 geht es in der Veranstaltungsreihe mit dem Thema Klimafonds weiter. Lisa Keusen von adelphi wird die Ergebnisse des NKI-Vorhabens „Lokale Klimafonds: Gemeinsam für mehr regionalen Klimaschutz" vorstellen.