Abgeschlossenes Projekt

Aktion Klima!

Veranstaltung von Klimaschutzaktionen an Schulen, Bildungseinrichtungen und deutschen Auslandsschulen
Bildung
Information
Beratung
Beteiligung
Logo des Projekts Aktion Klima
© BildungsCent e.V.
Projektinformationen
Projektnehmer 
BildungsCent e.V.
Projektlaufzeit 
01. Nov. 2008 bis 29. Feb. 2012
Förderkennzeichen 
03KS0099
Fördersumme 
3.179.661 €
  • Schülerinnen und Schüler engagiert für Aktion Klima!
    © Alexandra Nethers, Aktion Klima!

Für ein gutes Klima in den Schulen

Kinder und Jugendliche verbringen einen großen Teil ihrer Zeit in der Schule. Die Erfahrungen dort prägen ihre Werte, Einstellungen und Verhaltensweisen. Klima­schutz sollte hier entsprechend stärker veran­kert werden.

Auf einen Blick

Häufig sind die Schulen jedoch durch straffe Lehr­plä­ne, anspruchs­volle Eltern und Reformen enormen Er­war­tungen ausgesetzt. Freie Zeit ist rar. In diesem Umfeld können Kinder und Jugendliche nur durch praxis­nahe Unterstützung und einen wert­schätzenden Dialog dazu bewegt werden, sich für Klimaschutz zu engagieren. Die Aktion Klima! des gemeinnützigen Vereins BildungsCent e.V. lieferte beides. So setzten über 2.200 Schulen mit einer motivierten Lehrer- und Schüler­schaft Klimaschutz­aktionen um – und beweg­ten einiges mit vielen kleinen Aktionen. Basis des Erfolgs waren gut durchdachte und pass­ge­nau ausgearbeitete Informations- und Experimen­tier­materialien sowie ein lebhafter Austausch mit und unter den teilnehmenden Schulen.

Schulen als wichtige Adressaten

Schulen sind wichtige Partner im Klima­schutz: Kinder bekommen hier nicht nur Wissen, sondern auch Werte und Handlungsmaximen vermittelt. Schulen bieten auch Anschauungsmaterialien: Der laufende Betrieb der oftmals alten Schulgebäude und der Technik ver­braucht viel Wärme und Strom, das CO2-Einspar­po­ten­zial ist beacht­lich. Der bewusste Umgang mit Hei­zung und elektrischen Geräten kann in Schulen einen signi­fikanten Bei­trag zur CO2-Minderung leis­ten. Gleich­zeitig haben viele Fächer einen Bezug zu Klima und Energie. Der Pra­xisbezug und die An­schau­lichkeit der Themen hängen dabei jedoch stark vom Engagement einzelner Lehrerinnen und Lehrer ab, denn die Suche nach guten Un­ter­richts­materialien ist oft mühsam.

Passgenaue Angebote

Das Team von Aktion Klima! entwickelte für die Schu­len einfach umsetzbare Angebote sowie didaktisch aus­ge­reif­te Materialien und stellte sie den Schulen als Bau­steine zur Verfügung. Diese individuell kombi­nier­baren Formate halfen, Inhalte mit Klima­bezug in Un­terricht und Schulalltag zu integrieren und mittelbar CO2-Einspar­potenziale zu heben. Zusätzlich zu den Inhalten ging es dabei auch um die Förderung neuer Lern­for­men. Im Zentrum des Projektes stand eine wert­schät­zen­de und motivierende Kommunikation mit den Schülerinnen und Schülern.

Breites Bündnis für mehr Aufmerksamkeit

Um möglichst viele Schulen zu erreichen, holte sich das Projekt Unterstützung ins Boot. Der Koopera­tions­partner Zeitbild Verlag brachte seine Expertise mit Schu­len für die Erstellung von Bildungs- und Kom­mu­ni­kations­materialien, die Organisation der Eröffnungs­veranstaltung und weiterer Aktivitäten ein. Darüber hi­naus unterstützten das Bundesministerium für Um­welt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) sowie co2online und das Unabhängige Institut für Um­welt­fragen e.V. (UfU) die Öffentlichkeitsarbeit des Projekt­teams. Das UfU und das Institut für Energie- und Um­welt­forschung Heidelberg GmbH (ifeu) beantworteten fach­spezi­fische Fragen.

Prägnanter Start am Weltklimatag

Der Startschuss von Aktion Klima! wurde öffent­lich­keits­wirksam am Weltklimatag, dem 8. Dezember 2008, gegeben. Etwa 25.000 Schulen erhielten Post mit Informationen und den Anmelde­unterlagen. Ab Januar 2009 konnten sich Schulen außerdem online für die Teil­nahme bewerben. Dafür sollten sie möglichst kon­kret erläutern, welche Aktivitäten sie im Rahmen der Aktion Klima! umsetzen möchten. Die Webseite ent­hielt einen zweiminütigen Film, der die Ziele und den Ablauf der Aktion anschau­lich darstellte.

Ein breites Angebotsspektrum aus…

Um Schülerinnen und Schüler für die Wichtigkeit und Dringlichkeit von Klimaschutzaktivitäten zu sensibili­sie­ren entwickelte Aktion Klima! verschiedene Infor­ma­tions- und Praxisangebote, die im Laufe des Pro­jek­tes an die Erfahrungen, Bedingungen und Möglich­kei­ten der einzelnen Schulen weiter angepasst wurden.

…Klima- und SchulgartenKiste

Anstelle des geplanten Energiesparkoffers konzipierte das Projektteam vor Beginn der Aktion eine umfassendere KlimaKiste mit einer Variante für Grund­schulen sowie einer für weiterführende Schulen.

Diese enthielten neben Informationsmaterialien auch Messgeräte, darunter Geräte zum Messen von Strom, Tem­peratur, Helligkeit, dem CO2-Gehalt in der Luft und Was­ser­durchflussmengen. Mit diesen Werkzeugen und Informationen konnten sich die Schülerinnen und Schü­ler auf ein­fa­che Weise mit Klimaschutz und Kli­ma­wandel be­schäf­tigen. Als Hilfen für die Öffent­lich­keits­arbeit gab es Poster, Aufkleber und An­stecker. Rück­mel­dungen von Grundschulen führten zur Ent­wick­lung einer SchulgartenKiste mit weniger tech­ni­schen und mehr praktischen Inhalten. Sie ent­hielt je einen Baum, zwei Sträucher und 15 heimische Stau­den­pflanzen so­wie Pflanz- und Pflege­hinweise. Diese Kisten wur­den ins­gesamt 580-mal versandt.

…Klima-Zeitungen und Handbuch

Im Projektverlauf entstanden weitere hilfreiche Me­dien. Dazu gehörten ein KlimaBuch mit spannenden Berichten aus zehn teilnehmenden Schulen sowie fünf verschiedene Ausgaben der KlimaZeitung in einer Auf­lage zwischen 5.000 und 16.000 Exemplaren. Ein Klima­Handbuch stellte abschließend alle wichtigen Informationen zum Weiterführen der Aktion zusam­men. Die Leitfäden zu Kommunikation und Veran­stal­tungsmanagement unterstützten die Schulen darin, ihre durchgeführten Projekte innerhalb und außerhalb der Schule zu kommunizieren und sichtbar zu machen.

…Filme mit den Schülerinnen und Schülern

Schülerinnen und Schüler der Klasse 6c der Berliner Jeanne-Narez-Schule stellten in sieben Kurzfilmen auf witzige und ansprechende Art die Verwendung der KlimaKiste im Unterricht vor. Sie beschrieben den Umgang mit den Messgeräten und stellten Möglich­keiten vor, um Strom und Wasser zu sparen.

…Zuschüsse für Sachmittel

Damit die teilnehmenden Schulen die ermittelten Einspar­mög­lich­kei­ten auch umsetzen, konnten zu­nächst 1.000 Schulen Zuschüsse in Höhe von bis zu 500 Euro für konkrete Projekte auf ihrem Schulge­lände beantragen. Das Projektteam verlängerte die Frist für die Umset­zung und Verwendung der Zuschüsse, da viele Schulen dafür etwas mehr Zeit be­nötigten als ursprünglich geplant. Gleichzeitig wur­den aufgrund der großen Nachfrage der Zeitraum verlän­gert und das Volumen erhöht.

Persönliche Begleitung

Um die Angebote im Schulalltag zu verankern und bei der Verwendung der Zuschüsse zu helfen, war das Ak­tionsteam ständig in Kontakt mit den Schulen. Diese Betreuung half auch, die Angebote aktuell an die Bedürfnisse der Zielgruppe anzupassen.

Befragung mit positiver Rückmeldung

Eine Befragung unter den teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrern gab frühzeitig Einblick in die Bewertung des Projektes. Die Auswertung brachte folgende Ergebnisse zu Tage: 30 Prozent bestätigten, sich vorher noch nicht mit Kli­ma-Themen beschäftigt zu haben. 71 Prozent gaben an, ihre Projektziele größtenteils oder komplett erreicht zu haben. Ein Großteil der Projekte wirkte in das gesamte Schul­leben hinein. 67 Prozent der Projekte fanden außer­halb des Fachunterrichts statt, 33 Prozent im Unter­richt. 25 Prozent der Schulen präsentierten ihre Ergeb­nisse der Schulbehörde beziehungsweise der Kommu­ne. Die angestoßenen Projekte motivierten zu weite­ren Aktionen. 96 Prozent der Schulen wollten sich über das Projekt hinaus engagieren.

In die zweite Runde mit prominenten Fürsprecherinnen und Fürsprechern

Im Februar 2010 kündigte das Projektteam allen Schu­len die zweite Runde von Aktion Klima! an. Ein weite­rer Clou: Über ein Anschreiben des Bundes­um­welt­mi­nisters wurden Abgeordnete des Bundes­tages gebeten, einer an der Aktion teilnehmenden Schule in ihrem Wahl­kreis persönlich eine KlimaKiste zu über­geben. An dieser pressewirksamen Idee beteiligten sich 170 Bundestagsabgeordnete. Beispiels­weise über­gab der Bundes­tags­abgeordnete Burkhard Lischka die Klima­Kiste an Schülerinnen und Schüler aus Calbe, die diese für Experimente im Physikunterricht, in der AG „Grü­ner Daumen“ sowie im gesamten Ganztagsschulbetrieb nutzten.

Vernetzung und Wissenstransfer über Online-Dokumentation

Auch der Wissenstransfer unter den Schulen war dem Projektteam wich­tig: Bis zum Mai 2012 hatten etwa 960 Schulen ihre Projekte im Online-Dokumentations­zentrum einge­stellt. Davon profitierten auch Schulen, die nicht mehr an der Aktion Klima! teil­neh­men konn­ten. Über diesen Weg konnten sie die KlimaKiste aus­leihen beziehungsweise sich unter­einander austauschen.

Gute Resonanz

Insgesamt bewarben sich 4.012 Grundschulen und weiter­führende Schulen für eine Teilnahme. Teilge­nommen haben schließlich 2.285 Einrichtungen. Eben­so viele KlimaKisten wurden aus­gegeben und 1.300 Schulen erhielten Zuschüsse. Die teilnehmenden Schu­len waren gleichmäßig über alle Bundesländer verteilt. Viele der Schulen planten auch nach der Aktion weite­re klimaschützende Aktivitäten.

 

  • Was sollte das Projekt erreichen?

    • 1.000 Schulen sollten mithilfe von Zuschüs­sen bundesweit Maßnahmen zu CO2-Einspa­rung umsetzen;
    • 600 Schulen sollten den Energiesparkoffer mit Messgeräten einsetzen;
    • Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler sollten für Klima­wandel und Klimaschutz sensibilisiert werden;
    • die Themen Klimawandel und Klimaschutz sollten möglichst tief im schulischen Kontext verankert werden. 
  • Was hat das Projekt erreicht?

    • 2.285 Schulen beteiligten sich bundesweit an der Aktion und erhielten eine KlimaKiste, 1.300 von ihnen erhielten Zuschüs­se und setzten damit konkrete Maßnahmen zu CO2-Einsparung um;
    • etwa 100 Multi­pli­katorinnen und Multipli­katoren wie Kommu­nen, Verbände oder Um­weltorganisa­tionen nutzten die Angebote von Aktion Klima!;
    • 580 SchulgartenKisten, KlimaBuch, Klima­Zeitung, KlimaHandbuch und KlimaFilme sensibilisierten Lehrende und Lernende für die Themen Kli­mawandel und Klimaschutz und moti­vier­ten zum Handeln;
    • die durchgeführten Projekte und Aktionen verankerten die Themen Klimawandel und Klimaschutz im schulischen Kontext und trugen sie darüber hinaus auch in die schulexterne Öffentlichkeit. 
  • Wie ging es weiter?

    Das Projekt Aktion Klima! wird nicht mehr weitergeführt, aber es gibt Folge­pro­jekte mit abgeänderten KlimaKisten und Zie­len, zum Beispiel Aktion Klima! mobil und Aktion Klima engagiert!;

    Materialien, die in dem Projekt erarbeitet wur­den sind noch auf der Webseite verfüg­bar, werden aber nicht mehr aktualisiert: www.bildungscent.de/aktionklima

Beitrag zum Klimaschutz

Über die Vermittlung von Wissen und über die Ak­tionen in den Schulen, die Möglichkeiten für den Kli­maschutz aufzeigten, wurde Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer zum Handeln animiert. Daraus lassen sich keine direkten Effekte messen, es ist aber von einer positiven Wirkung auszugehen. Mit den Zuschüssen wurden direkt Einsparmaßnahmen umgesetzt und damit CO2-Emissionen vermieden, die das Projektteam allerdings nicht erfasste.

Tipps und Tricks für interessierte Institutionen

Die Erfahrungen des Projektes sind für alle Einrich­tungen, die Jugendliche oder Schulen ansprechen möchten, wertvoll. Um der großen Unterschiedlichkeit von Institutionen zu begegnen, sind differenzierte Angebote wichtig, aus denen die Einrichtungen indivi­duell wählen können.

  • Checkliste der Erfolgsfaktoren

    • Direkter und regelmäßiger Kontakt mit den Teilnehmenden;
    • Anerkennung des Engagements über Zertifikate oder die Präsentation in Projektveröffentlichungen;
    • inhaltliche sowie finanzielle Flexibilität, um auf besondere Bedarfe reagieren zu können;
    • Einbindung prominenter Multiplikatorinnen und Multiplikatoren und Bereitstellung von Kommunikationsleitfäden für eine gute öffentliche Sichtbarkeit.   

Direkter und regelmäßiger Austausch

Über Befragungen und den Versand inspirierender Materialien stand das Aktionsteam regelmäßig in Kontakt mit den Schulen sowie den Schülerinnen und Schülern. Das hat dazu beigetragen, die Motivation aller Beteiligten aufrecht zu erhalten und stetig zu fördern.

Wertschätzung durch Zertifikate und Darstellungen

Anerkennung für das Engagement ist entscheidend für die Motivation von Jugendlichen. Dazu gehörte unter anderem die Möglichkeit, Projekte im KlimaBuch dar­zu­stellen. Ebenfalls erhielten alle Schülerinnen und Schüler ein personalisiertes Teilnahmezertifikat.

Flexibilität zeigen bei Inhalten und Verwendung der Gelder

Im Verlauf des Projektes zeigte sich, dass einige Arbei­ten nicht wie geplant umsetzbar waren. So wurde eine ursprünglich vorgesehene Baumpflanzaktion nicht realisiert. Auf der anderen Seite entwickelte das Pro­jekt­team die SchulgartenKiste für Grundschulen, denen die KlimaKiste zu technisch war. Flexibel sein heißt also zweierlei: die Möglichkeit, inhaltlich frühzeitig umplanen zu können sowie die entsprechende Verlagerung finanzieller Mittel.

Öffentliche Resonanz durch prominente Multiplikatorinnen und Multiplikatoren

Die Einbindung von Bundestagsabgeordneten für die Übergabe von KlimaKisten verhalf der Aktion zu guter Presse, was auch die Schülerinnen und Schüler zusätz­lich motivierte.

Anregungen für Verbreitung der Ergebnisse in der schulexternen Öffentlichkeit

Für die Verstetigung und die öffentliche Wahr­neh­mung sind Anregungen zur Darstellung der Projekt­er­gebnisse im öffentlichen Raum hilfreich. Die Leit­fäden für Kommunikation schulten den Umgang mit der Presse und sind dauerhaft einsetzbare Instru­men­te.

BildungsCent e.V.

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