Projekt

Kompetenzzentrum Ressourceneffizienz 2015-2019

Entwicklung von Instrumenten und Arbeitsmitteln zur Bewertung und Darstellung von Ressourceneffizienzpotenzialen, insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)
Wirtschaft
Information
Beratung
Weiterbildungsangebote
Netzwerkaktivitäten
Richtlinienarbeit
© VDI Zentrum Ressourceneffizienz GmbH
Die Steigerung der Ressourceneffizienz stärkt die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und führt zu einer Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Das Kompetenzzentrum Ressourceneffizienz entwickelte Beratungs- und Informationsangebote insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
Projektinformationen
Förderprogramm 
Projektnehmer 
VDI Zentrum Ressourceneffizienz GmbH
Projektkontakt 

VDI Zentrum Ressourceneffizienz GmbH
Bülowstr. 78
10783 Berlin
info@vdi-zre.de
www.ressource-deutschland.de

 

Projektlaufzeit 
01. Mai. 2015 bis 30. Sep. 2019
Förderkennzeichen: 
03KE0006
Fördersumme in € 
12.994.081,13
  • © VDI Zentrum Ressourceneffizienz GmbH
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Auf einen Blick

Ressourceneffizienz setzt bei dem größten Kostenblock des verarbeitenden Gewerbes an: 43 Prozent der Kosten entfallen auf die betrieblichen Ausgaben für den Material- und Energieverbrauch. Neben den betriebs- und volkswirtschaftlichen Vorteilen ist die Senkung der Umweltwirkung von Produktion und Dienstleistungen der entscheidende Grund für die Notwendigkeit der Steigerung der Ressourceneffizienz. In der Konsequenz führt eine Steigerung der Ressourceneffizienz zu einer Senkung der Treibhausgasemissionen und ist somit ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung des globalen Klimawandels.

Die Zielgruppe der Informations- und Beratungstätigkeit waren insbesondere kleine und mittlere Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes und der Bauwirtschaft. Das Projekt hatte folgende Schwerpunkte:

1. Erarbeitung und Umsetzung von Wissen zur Ressourceneffizienz in Unternehmen

Dazu gehörten die Entwicklung von Strategien und Maßnahmen zur Steigerung der Ressourceneffizienz, ein kontinuierliches Technologie- und Innovationsmonitoring, Arbeiten zum Ressourcenmanagement sowie die Unterstützung des nachhaltigen Bauens.

2. Verbreitung von Wissen zur Ressourceneffizienz in Unternehmen

Dies umfasste den Betrieb einer Servicestelle Ressourceneffizienz, den Ausbau des Internetangebots www.ressource-deutschland.de, das Fachmarketing und die Fachpressearbeit sowie die Präsentation auf Veranstaltungen.

3. Förderung von Qualifizierung, Bildung und Weiterbildung

In diesem Schwerpunkt führte das Kompetenzzentrum Qualifizierungskurse durch und entwickelte Arbeitsmaterialien zur Unterstützung der Bildungsträger.

4. Richtlinien- und Normenarbeit

Dies umfasste die Mitarbeit an verschiedenen Richtlinien zur Ressourceneffizienz sowie der Unterstützung von entsprechenden Normungsaktivitäten des Deutschen Instituts für Normung e.V. (DIN).

5. Pflege von Netzwerken zur Ressourceneffizienz

Im Rahmen dieses Schwerpunkts betrieb das Kompetenzzentrum die Geschäftsstellen des Netzwerks Ressourceneffizienz, des Netzwerks Bildung für Ressourceneffizienz und -schonung sowie die Geschäftsstelle des Industrieclubs Ressourceneffizienz.
 
Ein weiteres wichtiges Arbeitsfeld war die fachliche Unterstützung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU).

  • Was sollte das Projekt erreichen?

    Ziel des Projekts war die Weiterentwicklung und Pflege der Informations- und Beratungsangebotes des Kompetenzzentrums zur Steigerung der Ressourceneffizienz in Betrieben, insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Wichtige Komponenten des Informations- und Beratungsangebots waren beispielsweise:

    • Der Aufbau der Plattform „Ressource Deutschland.de“ als bundesweites Informationsportal zum Themenbereich Ressourceneffizienz und betrieblicher Klimaschutz. Die zielgruppen- und branchenspezifischen Instrumente zu diesem Themenbereich wurden beispielsweise durch Online-Tools, Publikationen, Gute-Praxis-Beispiele, dem Innovationradar und Informationsfilmen erstellt und kostenlos angeboten.
    • Durch vielfältige Veranstaltungen wurde das Thema betrieblicher Ressourceneffizienz über Multiplikator*innen direkt bei den Unternehmen verankert. Regionale Informationsveranstaltungen, die Teilnahme an Fachmessen waren hier wichtige Formate.
    • Qualifizierungskurse für Mitarbeitende aus Unternehmen und betriebliche Beratende dienten der Weiterbildung im Bereich betriebliche Ressourceneffizienz. • Netzwerkaktivitäten waren ein weiterer wichtiger Baustein der Arbeit des Kompetenzzentrums. Das Zentrum war Geschäftsstelle des Netzwerks Ressourceneffizienz (NeRess) und des Netzwerks „Bildung für Ressourcenschonung und Ressourceneffizienz“ (BilRess). Darüber hinaus betrieb das Kompetenzzentrum den Industrieclub Ressourceneffizienz mit Vorreiterunternehmen und den Kompetenzpool Ressourceneffizienz als Vernetzungsplattform der Effizienzagenturen aus Bund und Ländern.
    • In der Richtlinienarbeit initiierte und begleitete das Zentrum die fachbezogenen Normungsaktivitäten des Deutschen Instituts für Normung e.V. (DIN) und des Vereins Deutscher Ingenieure e.V. (VDI).
  • Was hat das Projekt erreicht?

    • Web-Angebot: Zwölf Ressourcenchecks und/oder Prozessketten, Online-Instrumente „Strategien und Maßnahmen“, 89 Innovations- und 92 Gute-Praxis-Beispiele, 13 Filme im Web-Video-Magazin, Mobile App, Informationen zur Förderung und Beratung, Effizienzatlas, Ressourcenglossar
    • Publikationen: 7 Studien, 12 Kurzanalysen, 4 Informationsbroschüren
    • Veranstaltungen (Auswahl): 8 technische und nichttechnische Fachgespräche, 140 Schulungstage im Rahmen der Qualifizierungskurse, 13 Testveranstaltungen zur Überprüfung des Angebots im Bereich Berufliche Bildung und Weiterbildung, 6 Konferenzen des BilRess-Netzwerks, 7 Konferenzen des Netzwerks Ressourceneffizienz, 45 Regionalveranstaltungen „Ressourceneffizienz vor Ort“, 7 Sitzungen des neugegründeten Industrieclubs Ressourceneffizienz, 16 Messeteilnahmen
    • Richtlinienarbeit: Mitarbeit an der Erarbeitung von 6 VDI-Richtlinien zur Ressourceneffizienz, davon drei im Projektzeitraum veröffentlicht.
  • Wie ging es weiter?

    Alle Aktivitäten des Kompetenzzentrums werden im Auftrag „Kompetenzzentrum für Ressourceneffizienz“ weitergeführt und ausgebaut, der direkt aus einem Haushaltstitel des Bundesumweltministeriums finanziert wird. Die Laufzeit dieses Auftrags geht bis Ende 2022.

  • Beitrag zum Klimaschutz

    Die Einsparung von Ressourcen im betrieblichen Produktionsprozess führt zu einer signifikanten Einsparung von Treibhausgasen. Zur Quantifizierung der entsprechenden Wirkung fanden während des Projektzeitraums umfangreiche Aktivtäten statt.

    Quantifizierung von Umweltauswirkungen in der Zielgruppe

    Es erfolgten umfangreiche Arbeiten zur Abschätzung der Treibhausgaseinsparungen des Projekts „Kompetenzzentrum Ressourceneffizienz 2015 bis 2019“. Dies umfasste die Erarbeitung eines methodischen Konzepts, da für derartige Abschätzungen bisher keine anerkannte Methodik vorlag. Wo dies möglich war, wurde das Modell durch empirische jährlich erhobene und verarbeitete Daten unterlegt. Im Übrigen beruhen die Schätzungen auf Annahmen.

    Vertreter*innen des Bundesumweltministeriums, Umweltbundesamts und Projektträgers Jülich (PtJ) sowie Evaluator*innen der NKI nahmen an drei Austauschworkshops zur Abschätzung von Treibhausgaseinsparungen im Rahmen von Projekten der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) teil, in denen sie die Schätzergebnisse diskutierten, validierten und finalisierten. Dabei ging es konkret um die Schätzungen zu vermiedenen Treibhausgasemissionen für die Jahre 2015, 2016, 2017 und 2018. Der Ergebniskorridor für die durch die Tätigkeiten des VDI Zentrum Ressourceneffizienz im Rahmen des Projekts in den Jahren 2015 bis 2018 geschätzt vermiedenen Treibhausgas-Emissionen beträgt bei globaler Betrachtung 1,5 bis 3,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Eine Schätzung für allein in Deutschland vermiedene Emissionen liegt bei 0,863 bis 2,083 Millionen Tonnen CO2 -Äquivalente. Details sind einer technischen Dokumentation zu entnehmen, die dem Auftraggeber vorliegt.

  • Tipps und Tricks für interessierte Institutionen

    Welche Lehren aus und Herausforderungen in dem Projekt:

    1. Ressourceneffizienz greift wesentlich in die betrieblichen Abläufe ein und kann häufig zu einem Wechsel von Produktionsprozessen führen. Dies erfordert eine hohe technische und fachliche Kompetenz bei der Entwicklung der entsprechenden Informations- und Beratungsangebote.
    2. Die Themen Ressourceneffizienz und betrieblicher Klimaschutz sind keine Selbstläufer. Eine kontinuierliche zielgruppenspezifische Ansprache der Unternehmen ist erforderlich.
    3. Webseiten mit branchen- und technologiespezifischen Informationen zur betrieblichen Ressourceneffizienz müssen sachlich orientiert gut gestaltet sein und viele betriebliche Handlungsoptionen für das Thema bieten. Wichtig ist die betriebliche Relevanz, diese wird durch sehr konkrete technologie- und branchenspezifische Informationsangebote gewährleistet. Dies führt manchmal zu weniger Nachfrage in der Breite.
    4. Die Einbindung von Multiplikator*innen ist ein wichtiger Schlüssel des Erfolgs. Nur so kann das Informations- und Beratungsangebot effektiv in die Zielgruppe gebracht werden. Beratende regionale Agenturen und Netzwerke sind daher ebenfalls wichtige Adressaten. Regionale Informationsveranstaltungen, Beteiligung an Fachmessen und Qualifizierungskurse sind hier wichtige Instrumente.
    5. Die multimediale Aufbereitung von erfolgreichen Umsetzungsbeispielen ist gerade für die Verwendung in Social-Media-Kanälen wie YouTube wichtig.
    6. Die quantitative Messung der Wirkung der Arbeit von Kompetenzzentren ist sehr aufwendig und naturgemäß unvollständig. Das Monitoring der Nachfrage nach den angebotenen Arbeitsmitteln und die darauf basierende neue Methodik zur Quantifizierung der eingesparten Treibhausgase bieten hier einen möglichen Lösungsansatz.

    Auswahl von besonderen Erfolgen des Projekts

    1. Das Kompetenzzentrum etablierte sich als wichtiger Akteur im Bereich der betrieblichen Ressourceneffizienz und des Klimaschutzes auf Bundesebene.
    2. Die Zahl der jährlichen Besuche auf der Projektwebseite verdoppelte sich im Zeitraum von 2015 bis 2019. Dies zeigt ein stark gestiegenes Interesse an den Online-Angeboten des Zentrums.
    3. Durch die einzigartige Kooperation mit den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz konnte die Studie zu dem Thema „Ressourceneffizienz durch Industrie 4.0 – Potenziale für KMU des verarbeitenden Gewerbes“ realisiert werden. Bis dato gab es  mehr als 3.000 Downloads der Studie auf der Projektwebseite. Das Förderprogramm EffCheck Industrie 4.0 des Landes Rheinland-Pfalz beruht auf Arbeitsergebnissen der Studie.
    4. Die Qualifizierungskurse sind ebenfalls ein Beispiel für die erfolgreiche Arbeit des Kompetenzzentrums. Während des Berichtszeitraums konnten mehr als 450 Teilnehmende geschult werden. Die erfolgreiche Teilnahme an den speziellen Kursen für Beratende wird in Fördermaßnahmen zum betrieblichen Klimaschutz von Ländern vorausgesetzt, um als Berater*in im Rahmen der Fördermaßnahmen zugelassen zu werden. Bei der Durchführung wird mit einer Vielzahl von regionalen Partner*innen zusammengearbeitet.
    5. Der YouTube Kanal des VDI Zentrum Ressourceneffizienz hat sich zu einem bedeutsamen nationalen und internationalen Informationskanal für Themen der Ressourceneffizienz und des Klimaschutzes entwickelt. Dies zeigt sich in den teilweise sehr hohen Klickzahlen. So hat die englische Version des im Projektzeitraum produzierten Films zum Kunststoffrecycling bis Ende 2020 fast 3 Millionen Aufrufe. Weiterhin werden die Filme häufig von öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsendern unter Angabe der Quelle für eigene Berichte angefragt und verwendet.
    6. Ein wichtiger Baustein für die Nachfrage nach den Angeboten des Kompetenzzentrums ist die Präsenz in der Tages- und Fachpresse. Das Zentrum konnte während des Projektzeitraums 55 Pressemitteilungen und 41 Namensbeiträge zu seiner Arbeit in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlichen.
    7. Das Projektteam überprüfte die entwickelten Materialien zur beruflichen Bildung und Weiterbildung in Testveranstaltungen und diskutierte darüber mit der Zielgruppe. Insgesamt nahmen an den Veranstaltungen etwa 213 Lehrende aus Schulen, Universitäten, sowie außerschulischen Bildungseinrichtungen wie Umweltzentren teil. Weiterhin konnten 125 Schüler*innen aus der Sekundarstufe I und II erreicht werden, davon 50 Berufsschüler*innen.

    Welche Aktivitäten haben sich nicht erfüllt:

    1. Menschen mit Anfragen zum Thema Ressourceneffizienz konnten sich telefonisch an die Serviceline wenden. Es gab jedoch nur wenig Anrufe, meist mit sehr konkreten Anliegen. Die Webseite und andere Kommunikationskanäle konnten den Informationsbedarf überwiegend abdecken. Ähnliche Angebote in anderen Projekten bestätigen diese Erfahrung.
  • Produkte des Projekts

    Online-Instrument „Strategien und Maßnahmen“

    Die Tabelle zu Strategien und Maßnahmen der VDI-Richtlinie 4800 Blatt 1 „Ressourceneffizienz – Methodische Grundlagen, Prinzipien und Strategien“ diente dabei als Ausgangsbasis für die Entwicklungsarbeit. Das neue Instrument gibt Unternehmer*innen des verarbeitenden Gewerbes und der Bauwirtschaft einen Überblick zu relevanten Strategien und Maßnahmen zur Steigerung der Ressourceneffizienz. Dabei werden Eigenschaften, wie Ziele und Funktion, Bezug zur Ressourceneffizienz, Anwendungsbereiche und Akteure sowie Anwendungsgrenzen, sowie Vorteile und Herausforderungen bei der Umsetzung ausgewählter Strategien und Maßnahmen erläutert. Anwendungsbeispiele zeigen das Ressourceneinsparpotenzial auf und runden das Instrument ab. Die Ergebnisse sind online hier verfügbar.

    Steigerung der Ressourceneffizienz in spezifischen industriellen Fertigungsverfahren

    Es entstanden für die folgenden zwölf Technologiebereiche Ressourcenchecks (RC) und/oder Prozesskettensystematisierungen (PK) beziehungsweise Produkt-/Prozessvisualisierungen (PV):

    • Produktionsinfrastruktur (1 RC, 1 PV)
    • Fügeverfahren (1 RC, 1 PK)
    • Beschichtungsverfahren (1 RC, 1 PK)
    • Herstellung von Druckerzeugnissen (1 RC, 1 PK)
    • Holzbearbeitung im industrienahen Handwerk (1 RC, 1 PV)
    • Digitalisierung (1 RC, 1 PK)
    • Chemisches Reaktionsverfahren (1 RC, 1 PV)
    • Trennverfahren (1 RC, 1 PV)
    • Messen, Steuern und Regeln (1 RC, 1 PV)
    • Endabmessungsnahes Ur‐ bzw. Umformen (1 RC),
    • Produktentwicklung (1 RC)
    • Nullemissionsgewerbegebiet (1 PV)

    Die Ressourcenchecks und Prozessvisualisierungen sind auf der Webseite veröffentlicht.

    Aktuelle Fragestellungen und langfristige technologische Trends zur Steigerung der Ressourceneffizienz

    Insgesamt sind zwölf Kurzanalysen im Umfang von durchschnittlich 40 DIN A4-Seiten entstanden. Sie stehen als Printversion und digital auf der Website bereit. Die Themen:

    • Ressourceneffizienz der Fügeverfahren
    • Ressourceneffizienz durch industrielle Aufarbeitung (Remanufacturing)
    • Entwicklung ressourceneffizienter Produkte
    • Wertschöpfungsstufenübergreifende Ressourceneffizienz‐Maßnahmen
    • Ressourceneffizienz im industrienahen Handwerk
    • Nullemissionsgewerbegebiete
    • Einsatz biobasierter Materialien im verarbeitenden Gewerbe
    • Ressourceneffiziente Produktionsverfahren durch Prozessintensivierung
    • Ressourceneffizienz durch Bionik
    • Ressourceneffizienz im Leichtbau
    • Ressourceneffizienz in der Möbelindustrie
    • Rückbau von Hochbauten – Aktuelle Praxis und Potenziale zur Ressourcenschonung

    Die vier letztgenannten Kurzanalysen waren thematisch mit technischen Fachgesprächen verbunden.

    Innovationsradar und Gute‐Praxis‐Beispiele

    Die Webseite stellt 89 Innovationen und 92 Gute-Praxis-Beispiele vor.

    Industrie 4.0 – Potenziale zur Steigerung der Ressourceneffizienz

    Während des Projekts ist eine Studie zu Potenzialen zur Steigerung der Ressourceneffizienz in der Produktion durch ausgewählte Technologien von Industrie 4.0 entstanden. Aufgrund des großen Interesses am Thema seitens der Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz wurde eine Ko-Finanzierung vereinbart.

    Das Projektteam führte für die Studie insgesamt zehn Fallstudien in Unternehmen durch. Vier aus den Fallbeispielen ausgewählte Unternehmen werden in insgesamt zwei Filmen vorgestellt. Die Veröffentlichung der Studie „Ressourceneffizienz durch Industrie 4.0 - Potenziale für KMU des verarbeitenden Gewerbes“ erfolgte im Juni 2017. Die Studie ist auf der Projektwebseite veröffentlicht.

    Ökologische und ökonomische Bewertung von Prozessen und Technologien

    Das Projektteam hat fünf technologie-, prozess- und werkstofforientierte Analysen für das verarbeitende Gewerbe realisiert. Veröffentlicht sind folgende fünf Bewertungsstudien:

    • „Studie zur vergleichenden ökonomischen und ökologischen Analyse von wassermischbaren Kühlschmierstoffen (KSS) auf der Basis unterschiedlicher Grundöle“
    • „Studie zur vergleichenden ökonomischen und ökologischen Bewertung von dezentralen stationären Energiespeichern in der industriellen Produktion“
    • „Studie zur vergleichenden ökonomischen und ökologischen Bewertung von effizienten Elektromotoren in der industriellen Produktion“
    • „Studie zur vergleichenden ökonomischen und ökologischen Bewertung von additiven und konventionellen Fertigungsverfahren in der industriellen Produktion“
    • „Studie zur vergleichenden ökonomischen und ökologischen Bewertung von Reinigungstechnologien zur Erlangung technischer Sauberkeit von Bauteilen/Baugruppen in der industriellen Produktion“.

    Die Bewertungsstudien sind online hier verfügbar.

    Kostenrechnung

    Die Offline-Version des Web-Kostenrechners entstand zusammen mit der Version eines für die Web-Version entwickelten Handbuchs. Darüber hinaus gibt es eine neu entwickelte und veröffentlichte mobile Kostenrechner-App. Die Weiterentwicklung des bestehenden Kosten-Tools geschah wie folgt:

    • Nutzung kostenrelevanter Prozessdaten zur Bewertung der Ressourceneffizienz: Der Kostenrechner für die drei Berechnungs-Module Kumulierter Energieaufwand (KEA), Kumulierter Rohstoffaufwand (KRA) und Treibhausgasemissionen wurden entsprechend der VDI-Richtlinien 4600 „Kumulierter Energieaufwand (KEA)“, 4800 Blatt 2 „Kumulierter Rohstoffaufwand (KRA)“, „Ökobilanzierung“ nach DIN EN ISO 14040/44 erweitert. Das ermöglicht eine Berechnung für die Werkstoffherstellungs-, Herstellungs-, Nutzungs- und Verwertungsphase.
    • Lebenszykluskostenrechnung (LCC): Das Modul „Investitionsrechner“ des Kostenrechners beinhaltet nun eine zusätzliche Darstellung von Lebenszykluskosten verschiedener Investitionsalternativen.
    • Fremdkapitalzinsen: Die Erweiterung des bestehenden Moduls „Investitionsrechner“ erfolgte zur Berücksichtigung des Einsatzes von Fremdkapital (Zinsaufwendungen).
    • Handbuch für App- und Web-Version: Für die Benutzerführung der App-/ Web-Version gibt es veröffentlichte Handbücher.

    Die Kosten-Tools sind online hier verfügbar.

    Empirische Erhebung Ressourcenmanagement in KMU

    Das Projektteam hat eine bundesweite branchenübergreifende empirische Erhebung durchgeführt. Dabei ging es um die Erhebung des aktuellen technischen und organisatorischen Standes in den Unternehmen beim Einsatz von Management- und ERP-Systemen, Fertigungstiefen sowie den Einfluss auf die Produktentwicklung und das Produktionsprogramm. Weiterhin bietet die Untersuchung Erkenntnisse zu möglichen Hemmnissen für die Anwendung von Managementsystemen und zu Informationslücken wie mangelnde Fachkenntnis bezüglich verschiedener Systeme. Außerdem fasst sie die wichtigsten Aspekte des Energiemanagements (ISO 50001), des Umweltmanagements (ISO 14001 und EMAS) sowie des Qualitätsmanagements (ISO 9001) zusammen. Unternehmen aus fünf Branchen mit einer Mitarbeiteranzahl zwischen 20 und 1.000 nahmen an der Befragung teil. Dabei beteiligten sich 350 entscheidende beziehungsweise mitentscheidende Personen an der telefonischen Umfrage.
    Die im Jahr 2017 veröffentlichte Studie ist online hier verfügbar.

    Leitfaden Ressourceneffizienz

    Es ist ein strukturierter Leitfaden in Anlehnung an die VDI Richtlinie 4801 – Ressourceneffizienz in KMU entstanden. Der Online-Leitfaden umfasst folgende Schritte: die Analyse von Produktion beziehungsweise des Produkts, die Entwicklung von Prozess‐ und Produktverbesserungen, die Bewertung zur Auswahl geeigneter Optimierungsmaßnahmen sowie deren Umsetzung und Kontrolle. Für die einzelnen Schritte gibt es eine Auflistung mit weiterführenden Arbeitsmitteln und Methoden, die bei der jeweiligen Umsetzungsphase unterstützen können.
    Der Leitfaden ist online hier verfügbar.

    Unterstützung des nachhaltigen Bauens

    Folgende Informationsmaterialien sind verfügbar:

    • Förderprogramme zum nachhaltigen Bauen: Es gibt eine veröffentlichte Übersicht zu nationalen und regionalen Fördermöglichkeiten zum nachhaltigen Bauen.
    • Broschüre Nachhaltiges Bauen / Leitfaden „Ressourceneffizienz im Bauwesen – Von der Planung bis zum Bauwerk“: Die Broschüre „Nachhaltiges Bauen – Ein Mehrwert für kleine und mittlere Unternehmen (KMU)“ ist als Druckversion erhältlich. Dazu steht online ein Leitfaden zum Download bereit, der bei der Umsetzung von Aspekten der Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz bei der Gebäudeplanung und beim Bau unterstützt.

    Die Materialien sind online hier verfügbar.

    Apps

    Es erfolgte eine Programmierung von hybriden Apps für die mobile Nutzung des Kostenrechners und der Ressourcenchecks. Die drei Apps „VDI ZRE Kostenrechner“, „Ressourcenchecks“ und die “ZRE Toolbox“ sind seit 2019 im AppStore und im Google PlayStore verfügbar.

    Technisch orientierte Arbeitsmittel

    Branchen-DVDs:
    Offline-Versionen von Arbeitsmitteln gibt es auf DVD. Das Projektteam hat für die folgenden sieben Themen sogenannte „Branchen-DVDs“ erstellt und sie teilweise nach Aktualisierungen oder inhaltlichen Erweiterungen nachproduziert:

    • Metalle und Oberflächen
    • Kunststoffverarbeitung
    • Oberflächentechnik
    • Metallverarbeitung
    • Chemie und Verfahrenstechnik
    • Bauwesen
    • Ressourceneffizienz in Gewerbegebieten
    • Ressourceneffizienz durch Digitalisierung in der Produktion

    Die Branchen-DVDs sind solange der Vorrat reicht, online auf der Website oder direkt beim VDI Zentrum Ressourceneffizienz bestellbar.

    Nichttechnische Arbeitsmittel

    Fördermöglichkeiten und Beratung: Die inhaltlich überarbeitete Webseite zu Fördermöglichkeiten und Beratung schließt mit der Übersicht der Förderprogramme ab.

    Adressdatenbank: Es besteht eine Verlinkung zum Green Tech Atlas Germany (GTAG) des Bundesumweltministeriums.

    Effizienzatlas: Eine neu gestaltete Google‐Deutschlandkarte stellt ausgewählte Gute‐Praxis‐Beispiele und Ressourceneffizienzprojekte der Filme dar.

    Ressourcenglossar: Das Glossar enthält nun auch Informationen rund um das Thema Energie‐ und Materialeffizienz.

    WebVideomagazin

    Es entstanden etwa 13 Filme zu Themen der betrieblichen Ressourceneffizienz in jeweils einer deutschen und einer englischen Fassung. Veröffentlicht sind sie im YouTube-Kanal des VDI Zentrum Ressourceneffizienz:

    • „Der ressourceneffiziente Gasthof – Lebensmittelabfallvermeidung in der Gastronomie“
    • „Ressourceneffizienz im Dörrwerk“
    • „Weniger ist mehr – Verpackungsmaschinen, die Verpackungsmaterial einsparen“
    • „Bionische Wölbstrukturen – Die Natur als Vorbild für Ressourceneffizienz“
    • „Material und Energiesparen durch Mikroverfahrenstechnik in der chemischen Industrie“
    • „Guter Rat spart Ressourcen“
    • „Industrie 4.0 leicht gemacht – Material und Energie sparen durch Apps“ 
    • „Material sparen durch Industrie 4.0 bei der Entwicklung und Produktion“
    • „Stromerzeugung aus industrieller Abwärme“
    • „Ressourceneffizienz durch Remanufacturing – Aus Alt mach Neu“
    • „Kunststoffrecycling – Ressourceneffizienz durch optimierte Sortierverfahren“
    • „Heavy Metal – Energie- und materialeffiziente Umformtechniken“
    • „Industrie 4.0 am Beispiel – Ressourceneffizienz durch Digitalisierung“

    Ferner sind zwei zusätzliche Filme zur Vorstellung des Qualifizierungsangebots Ressourceneffizienz und zum Online-Tool „Strategien & Maßnahmen“ entstanden.

    Informationsbroschüren

    Eine Aktualisierung der bestehenden Informationsbroschüre „Wettbewerbsvorteil Ressourceneffizienz“ erfolgte 2018.

    Es erfolgte eine umfassende Überarbeitung der Informationsbroschüre „So einfach geht Ressourceneffizienz – Management Leitfaden“ mit neuem Layout.

    Newsletter VDI Zentrum Ressourceneffizienz

    Ein monatlicher Newsletter mit aktuellen Informationen zur Ressourceneffizienz diente der Verbreitung relevanter Neuigkeiten.

    Qualifizierung im Bereich Ressourceneffizienz

    Das VDI Zentrum Ressourceneffizienz bietet im Rahmen des Auftrags Qualifizierungskurse zu Ressourceneffizienz für betriebliche Mitarbeitende und Beratende an.

    Das Projektteam hat die bereits bestehenden Schulungsunterlagen zur Qualifizierung Ressourceneffizienz fortlaufend aktualisiert und weiterentwickelt. Die Teilnahmeunterlagen bestanden aus einem Foliensatz, sofern sinnvoll ergänzt durch weitere Materialien wie beispielsweise Branchen-DVDs, Informationsbroschüren und VDI-Richtlinien.

    Mehr Infos gibt es auch auf dieser Webseite.

    Berufliche Bildung und Weiterbildung

    Es entstanden sechs Sätze von Materialien für die berufliche Bildung und Weiterbildung. Mehr Informationen gibt es hier.

  • Checkliste der Erfolgsfaktoren

    • relevante, fachlich fundierte, gut aufbereitete und ansprechende Informationsangebote online und offline
    • gute Vernetzung mit regionalen Kooperationsbeteiligten und anderen Multiplikator*innen, beispielsweise von Verbänden
    • kontinuierliche Präsenz auf eigenen und externen Veranstaltungen sowie Fachmessen
    • kontinuierliche Präsenz in den Fachmedien

     

 

VDI Zentrum Ressourceneffizienz GmbH

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Industrie 4.0 für KMU spart 25 Prozent Ressourcen