Smarte Heizungssteuerung senkt Energieverbrauch in Friedrichshain-Kreuzberg
Der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat die Heizungssteuerung in 69 Liegenschaften optimiert. Messungen ergaben eine durchschnittliche Energieeinsparung von 17,1 Prozent. Die Maßnahme entstand im Rahmen des NKI-geförderten Klimaschutzmanagements.
Das Klimaschutzmanagement des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg erarbeitete von Juli 2023 bis Juli 2025 ein integriertes Klimaschutzkonzept und begleitete verschiedene Maßnahmen zu dessen Umsetzung. Das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) förderte dieses Erstvorhaben über die Kommunalrichtlinie der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI). Eine der angestoßenen Maßnahmen war die Optimierung der Heizungssteuerung in bezirkseigenen Gebäuden.
Im Jahr 2023 stattete der Bezirk zunächst zehn Schulen mit besonders hohem Gasverbrauch mit einer digitalen Heizkreisregelung aus. Die Technik ließ sich ohne größere bauliche Eingriffe und während des laufenden Betriebs installieren. Nach den ersten Erfahrungen wurde sie auf weitere Gebäude ausgeweitet. Inzwischen sind 69 bezirkseigene Liegenschaften mit dem System ausgestattet.
17 Prozent weniger Endenergieverbrauch
Die KI-gestützte Steuerung ermittelt den Wärmebedarf unter anderem anhand von Wetterdaten und dem Nutzungsverhalten. Auf Grundlage der laufend erfassten Daten werden Vorlauftemperatur und Durchfluss der Heizungen angepasst. Digitales Monitoring und Fernzugriff ermöglichen außerdem, den Anlagenbetrieb zu überwachen und zu optimieren.
Von Oktober 2025 bis Mai 2026 wertete der Bezirk die Energieverbräuche der ausgestatteten Heizkreise aus. Die Messungen ergaben eine durchschnittliche Endenergieeinsparung von 17,1 Prozent. Daraus errechnete der Bezirk ein jährliches Einsparpotenzial von rund 2.500 Tonnen CO₂ und Energiekosteneinsparungen von rund einer Million Euro. Dem stehen Investitionen von rund 1,3 Millionen Euro und jährliche Lizenzkosten von rund 170.000 Euro gegenüber. Die Maßnahme amortisiert sich also bereits im zweiten Nutzungsjahr.
Klimaschutzmanagement stößt weitere Maßnahmen an
Die Heizungsoptimierung ist eine von mehreren Maßnahmen, die im Rahmen des Klimaschutzmanagements angestoßen wurden. Weitere Vorhaben setzte der Bezirk in den Bereichen erneuerbare Energien, klimafreundliche Mobilität, Abfallvermeidung und Klimaanpassung um.
Für das Erstvorhaben stellte die NKI rund 340.000 Euro bereit. Seit August 2025 führt der Bezirk sein Klimaschutzmanagement in einem Anschlussvorhaben fort. Dieses soll bis Juli 2028 laufen und wird voraussichtlich mit rund 306.000 Euro gefördert.