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21. Sep. 2022

Wie sich mit smarter Heizungssteuerung Energie sparen lässt

Der Energiebedarf von Gebäuden in Deutschland ist enorm. Rund 35 Prozent des Endenergieverbrauchs und 30 Prozent der CO2-Emissionen gehen auf Kosten des Gebäudesektors. Der überwiegende Teil davon resultiert aus der Verbrennung fossiler Energieträger zum Heizen. Angesichts hoher Energiepreise in Folge des Kriegs in der Ukraine gerät das Einsparen von Wärmeenergie verstärkt in den Fokus. Um effizienter zu heizen, hilft eine smarte Heizungssteuerung.

Zweigeteiltes Bild: Die obere Hälfte zeigt einen Wohnraum, mittig ein Fenster, rechts und links jeweils ein Heizkörper. Der untere Teil zeigt eine Grafik mit Zählerständen.
Der Energiebedarf in Deutschland ist groß – bei gleichzeitig steigenden Kosten gerät das Energiesparen in den Fokus
© EffKom

Das Projekt EffKom – Energieeffizienter Wohnkomfort“ möchte durch die Einführung einer intelligenten Heizungssteuerung in Wohngebäuden Heizenergie und damit vor allem Gas einsparen. Das Projekt wird durch die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert.

Großer Fortschritt bei der Digitalisierung von Wohngebäuden

Ganz nebenbei wird durch eine solche niedriginvestive Maßnahme auch die Digitalisierung der Wohngebäude vorangetrieben. Dies geschieht durch den Einbau und – bisher erstmalig – durch die Analyse der Effektivität einer smarten Heizungssteuerung in über 300 Wohneinheiten in München, Jena und Borna bei Leipzig. Entwickelt wurde dieses System im Rahmen des Projektes von der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) gemeinsam mit dem Messdienstleister Brunata-Metrona. Auch Sozialwissenschaftler*innen der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) sind beteiligt. Sie untersuchen die Effektivität der Maßnahme in verschiedenen Kontexten (Neubau gegenüber Bestandsgebäude) und wirken gemeinsam mit den beteiligten Wohnungsgesellschaften und Bewohner*innen an der systematischen Verbesserung mit.

Bis zu 15 Prozent weniger Verbrauch

Schon nach dem ersten Jahr Testbetrieb zeigten sich signifikante Erfolge: Im Vergleich zur Kontrollgruppe ohne Heizungssteuerung konnten im Neubau bereits 7 Prozent Einsparung direkt belegt werden. „Und das ist nur das, was wir mit den uns derzeit noch bekannten Mängeln sehen“, erklärt Dr. Kretz von der WHZ. „Da sich diese zeitnah beheben lassen, können wir schon jetzt mit 15 Prozent Minderverbrauch rechnen. Dazu kommt, dass wir die Rückkoppelung der Einzelraumsteuerung mit der zentralen Heizungsanlage noch gar nicht scharf gestellt haben. Dadurch lässt sich die Einsparwirkung noch einmal auf bis zu 30 Prozent erhöhen.“

Regelung der Raumtemperatur übers Tablet

Neu ist an der Heizungssteuerung vor allem, wie die gemessenen Raumtemperaturen mit den von den Bewohner*innen eingestellten Wunschtemperaturen verglichen werden. Im Unterschied zum herkömmlichen Heizkörperthermostat regeln sie die Einstellung über ein in der Wohnung fest verbautes Tablet. Dadurch wird nicht nur Wärmeverlust durch Fehlsteuerung vermieden, sondern vor allem die Wärmeabgabe der Heizkörper optimiert und so Energie eingespart. Durch die Absenkung der Vorlauftemperatur kann noch mehr Energie eingespart werden, was insbesondere durch die Koppelung mit Wärmepumpen oder die Nutzung von Geothermie zu Einsparungen von etwa 30 Prozent führen wird.

Dass die Technik schon jetzt zu deutlichen Einsparungen beiträgt, bestätigen auch die Ergebnisse aus den Bestandsgebäuden. In Kombination mit einer Erneuerung der Heizungsanlage und kleineren Maßnahmen – aber ohne eine Sanierung der Gebäudehülle –, konnte der Heizverbrauch in 110 Jenaer Wohnungen um fast 20 Prozent reduziert werden: von witterungsbereinigten 77,6 kWh/m2 vor der Sanierung auf 62,2 kWh/m2 danach.

Weiteres Projekt will smarte Kühlung ermöglichen

Auch für andere mit dem Klimawandel zusammenhängende Entwicklungen bietet diese digitale Technik Einsatzmöglichkeiten. So zeigt sich bereits heute, dass im Sommer gut gedämmte und damit energieeffiziente Gebäude immer häufiger überhitzen. In einem weiteren Projekt soll daher die smarte Regelung auch zur Kühlung der Gebäude verwendet werden und damit einen klimaschonenden Beitrag zur Entlastung der Bewohner*innen bei Hitze liefern.

 

Pressekontakt

Simon Möller, Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Institut für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität München
Konradstraße 6, 80801 München
Telefon: +49 89 / 21 80 56 94
E-Mail: simon.moeller@lmu.de
www.lokale-passung.de

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