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05. Nov. 2018

Klimaschutz Kommunal: Sendenhorst

Sich für den Klimaschutz stark zu machen, ist das eine. Als Städte und Gemeinden auf die Folgen des Klimawandels zu reagieren, das andere. Sendenhorst im Münsterland hat damit im Jahr 2016 begonnen und inzwischen einiges unternommen, um die hohe Lebensqualität in der Stadt trotz steigender Temperaturen, Starkregen und Trockenheit zu wahren.

© Stadt Sendenhorst
© Stadt Sendenhorst
© Stadt Sendenhorst

Der 28. Juli 2014 ist vielen Menschen in Sendenhorst in schlechter Erinnerung geblieben. Am Abend gingen im Norden der Stadt innerhalb von 30 Minuten rund 60 Liter Regenwasser pro Quadratmeter nieder. Viele Keller standen unter Wasser, insgesamt wurden rund 440.000 Euro Versicherungsleistungen an die Betroffenen gezahlt. Den Verantwortlichen in Sendenhorst war schnell klar: Der Klimawandel ist auch bei uns angekommen und erfordert Maßnahmen in der Stadt. Zusätzlich zu einem Integrierten Klimaschutzkonzept wurde deshalb im Jahr 2016 zusätzlich ein Teilkonzept zur Anpassung an den Klimawandel erstellt. Beide Konzepte wurden vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) mit 23.850 Euro gefördert.

Das Klima in Sendenhorst ändert sich

Die Autorinnen und Autoren des Teilkonzepts sind sich einig: Das Klima in Sendenhorst wird sich ändern. So steigt die Zahl der heißen Tage mit Temperaturen von über 30 Grad Celsius in den nächsten Jahrzehnten voraussichtlich um fünf bis zehn Tage pro Jahr. Auch extreme Hitzewellentage werden immer häufiger auftreten. Zudem werden auch für die kalte Jahreszeit spürbare Veränderungen erwartet: In den nächsten 30 Jahren wird die Zahl der Frosttage wahrscheinlich um zehn bis 15 Tage zurückgehen, heißt es im Konzept. „Diese Prognose hat vielen Menschen in unserer Verwaltung und der Politik die Augen geöffnet“, sagt Wolfgang Huth, Leiter des Dienstbereichs Umweltschutz und Öffentliche Ordnung in Sendenhorst. Viele der im Konzept festgehaltenen Maßnahmen zur Klimaanpassung sind deshalb schon angegangen worden.

Gegen Starkregen und Dürre wappnen

Als einen der ersten Schritte wurde eine Checkliste für die Klimaanpassung in die Bauleitplanung mit aufgenommen: Wird neu gebaut, sollen nun die Folgen des Klimawandelns mitgedacht werden. Zum Beispiel, indem große Niederschlagsmengen bei Starkregen adäquat in die Kanalisation geleitet werden oder – bei Dürre – Regenwasser gespeichert wird. „Dies in die Verwaltungsvorschriften mit aufzunehmen, ist das eine“, sagt Huth. „Aber um das Thema wirklich in den Köpfen zu verankern, muss man kontinuierlich im Gespräch bleiben und beharrlich nachhaken.“  

Auch das Thema Hochwasserschutz spielt in Sendenhorst eine wichtige Rolle: Angesichts der häufiger werdenden Starkregen- und Hochwasserereignisse musste für ein Neubaugebiet im Ortsteil Albersloh ein Deich errichtet werden, um die Bewohnerinnen und Bewohner vor Hochwasser zu schützen.

Mit Hitzepatinnen und -paten durch den Sommer

Vor allem ältere Menschen leiden unter den steigenden Temperaturen im Sommer und haben besonders an Hitzetagen mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. „Wir haben in Sendenhorst das Thema Klimawandel deshalb auch eng mit dem sozialen Monitoring verknüpft“, sagt der Leiter für Umwelt und Öffentliche Ordnung. Konkret heißt das: Künftig sollen sich Quartiersmanagerinnen und -manager darum kümmern, dass Seniorinnen und Senioren gut durch heiße Sommer kommen, indem ein Hitzetelefon eingerichtet wird, bei dem sie sich über Hitzewarnungen persönlich beraten lassen können. Außerdem sollen alten Menschen so genannte „Hitzepatinnen“ und „Hitzepaten“ an die Seite gestellt werden, die zum Beispiel persönlich mit Gesundheitstipps helfen oder in der Sommerhitze den Einkauf übernehmen.

Für Kühlung und Schatten im Sommer sorgen vor allem die Grünflächen in der Stadt. Sie zu bewahren und bestehende Grünflächen aufzuwerten, ist deshalb ein weiterer Schritt, um die Stadt für die Folgen des Klimawandels fit zu machen. Künftig wird sich so auch das Sendenhorster Stadtbild verändern: „Wir werden Baumarten pflanzen, die gut mit dem sich verändernden Klima zurechtkommen“, sagt Huth. Statt Linden und Ahornen werden beispielsweise vermehrt die aus Südosteuropa stammenden Baumhaseln gepflanzt, die auch Dürreperioden und Überflutungen aushalten können.

Im Dezember wird das Team verstärkt

Ab Dezember 2018 wird der Klimaschutz eine noch größere Rolle in Sendenhorst spielen: Dann wird ein neue Klimaschutzmanager das Team verstärken. Auf seiner Agenda steht die klimafreundliche Mobilität ganz oben. Den Radverkehr und den Öffentlichen Personennahverkehr attraktiver zu machen, gehört ebenso dazu, wie klimaschonende Verkehrsmittel besser zu vernetzen. Aber auch weitere Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel stehen in Zukunft an – so etwa zusätzliche Wasserflächen in der Stadt schaffen, Trinkbrunnen an vielbesuchten Orten bauen und Kühlkonzepte für weitere öffentliche Gebäude entwickeln. Auch die Stadtnatur wird nicht zu kurz kommen: Eine Kampagne für klimaangepasstes Gärtnern steht ebenso auf dem Plan wie Modellprojekte für Gründächer. Damit gehen Klimaanpassung und Klimaschutz in Sendenhorst zukünftig Hand in Hand.

Auf einen Blick

Antragsteller

Stadt Sendenhorst

Bundesland Nordrhein-Westfalen

Projekte im Rahmen der NKI geförderten Klimaschutzstelle

Integriertes Klimaschutzkonzept

Projektzeitraum: 08/2015 – 07/2016 

Klimaschutzteilkonzept „Klimafolgenanpassung“

Projektzeitraum: 08/2015 – 07/2016*

Klimaschutzmanagement

Projektzeitraum: 12/2018 – 11/2021

Ansprechperson

Wolfgang Huth
Leiter des Bereichs Umweltschutz und Öffentliche Ordnung
Stadt Sendenhorst
Kirchstraße 1
48324 Sendenhorst

Tel. +49 2526 303 - 211
E-Mail: huth@sendenhorst.de

 

* Hinweis: Mit der novellierten und überarbeiteten Kommunalrichtlinie sind Klimaanpassungsmaßnahmen über die NKI ab Januar 2019 nicht mehr förderfähig.