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Beteiligung vor Ort

Was ist, wenn Sie Klimaschutz machen, und niemand macht mit? Um genau das zu verhindern und sicherzustellen, dass bei dem notwendigen Transformationsprozess auf kommunaler Ebene alle an einem Strang ziehen, bedarf es einer umfassenden Beteiligung. Worauf Sie dabei achten sollten und wie sie gelingt, erfahren Sie hier.

Foto von vier Personen vor einer Glaswand. Sie lächeln und kleben bunte Klebezettel an die Glaswand.
Beteiligung ist im kommunalen Klimaschutz der Schlüssel dazu, dass Klimaschutzvorhaben von allen mitgetragen werden.
© GaudiLab - Shutterstock

Bürgerinnen und Bürger sowie anderen Akteuren frühzeitig und umfangreich die Möglichkeit zur Mitsprache einzuräumen, hilft, Widerständen gegen geplante Klimaschutzvorhaben vorzubeugen. Eine zentrale Fragestellung für die Konzeption und Umsetzung eines erfolgreichen Beteiligungsprozesses ist, wie es gelingen kann, die Menschen für die Gemeinschaftsaufgabe Klimaschutz zu gewinnen. Und das auch dann, wenn zum Beispiel positive Nebeneffekte für sie weniger von Interesse sind oder sich Klimaschutzmaßnahmen auf den ersten Blick sogar negativ für sie auswirken, zum Beispiel Preiserhöhungen im Rahmen der Parkraumbewirtschaftung.

Bevölkerung, Akteure und Interessenseigner beteiligen – aber wie?

In Abhängigkeit vom Ziel, das mit der Beteiligung erreicht werden soll, sind Methoden und Formate für den Prozess zu wählen:

  • Sensibilisieren, überzeugen und motivieren: die Akteure vor Ort von der Notwendigkeit des Klimaschutzes überzeugen, zu eigenen Aktivitäten motivieren und die Akzeptanz für Klimaschutzmaßnahmen fördern, zum Beispiel mithilfe von Befragungen oder Infoveranstaltungen
  • Expertise der Menschen vor Ort nutzen und kooperieren: Dialoge führen, vorhandenes Know-how nutzen und die Qualität der Planung verbessern, etwa im Rahmen von Planungswerkstätten oder Arbeitsgruppen
  • Engagement unterstützen und Projekte fördern: vorhandene Bereitschaft wahrnehmen und wertschätzen, Lust auf Verantwortung im Gemeinwesen wecken und Vertrauen aufbauen sowie innovative Lösungen unterstützen, beispielsweise mittels Qualifizierungsangeboten oder Projektförderungen
  • Verbindliche Strukturen für die Beteiligung aufbauen: dauerhafte Kooperationen mit klarer Aufgabenteilung schaffen und eine Beteiligungskultur etablieren, zum Beispiel durch Leitlinien und Qualitätsstandards für die Beteiligung oder die Einrichtung von Klimaräten
     

Wegweiser für Beteiligungsprozesse im Klimaschutz

Was müssen Sie wissen, bevor Sie mit der Planung eines Beteiligungsprozesses starten? Wo finden Sie passende Materialien zur Unterstützung? Der folgende Wegweiser zeigt auf, welche Möglichkeiten in der Beteiligung offenstehen – unter Berücksichtigung der Gegebenheiten bei Ihnen vor Ort – und liefert gleichzeitig die nötigen Methoden und Materialien, die Sie bei der Umsetzung unterstützen.
Der Wegweiser setzt sich zusammen aus vier Bestandteilen:

Damit richtet sich dieser Wegweiser an alle Personen in Kommunen, die am Anfang eines Beteiligungsprozesses stehen, den Prozess planen oder methodische Unterstützung für die Umsetzung benötigen. Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Kommunen den Klimaschutz dauerhaft verankern können.
Die Inhalte waren Teil des „Prozess-Wegweisers Kommunaler Klimaschutz“ und wurden im Rahmen des Projekts „Klima-KomPakt: Mitwirkung und Verstetigung im Kommunalen Klimaschutz“ erarbeitet. 

Checkliste für den individuellen Planungsprozess

Sie beginnen gerade mit der Planung eines Beteiligungsprozesses. Dann geht es zunächst darum, dass Sie die Situation in Ihrer Kommune möglichst gut kennen: Welche Akteure sind wichtig? Welche Themen treiben die Personen um? Welche bestehenden Strukturen sollten Sie beachten?

Obwohl jede Situation letztlich einzigartig ist, gibt es typische Elemente von Beteiligungsprozessen - je nachdem, was Sie erreichen möchten. Die im Folgenden gelisteten Kriterien helfen Ihnen, sich Ihrer Ausgangslage bewusst zu werden. Je nach Bedarf – unter anderem mit Blick auf die Größe der Kommune, die Absichten, die Erfahrungen und die Dauer des Prozesses – werden zu jedem Kriterium passende Prozessverläufe für die Beteiligung vorgeschlagen.

 

Typische Prozessverläufe in der Beteiligung auf einen Blick

Jeder Beteiligungsprozess läuft einzigartig ab. Nichtsdestotrotz gibt es Phasen, Elemente und Materialien, die in bestimmten Konstellationen typischerweise Anwendung finden. Die wichtigsten Informationen zu den sogenannten typischen Prozessverläufen finden Sie im Folgenden übersichtlich zusammengestellt. Die Verläufe wurden im Projekt „Klima-KomPakt“ gemeinsam mit Kommunen erprobt und weiterentwickelt.

Methoden zur Umsetzung des Beteiligungsprozesses

Sie kennen die Rahmenbedingungen für den geplanten Beteiligungsprozess, brauchen aber noch Unterstützung bei der Umsetzung? Dann sind Sie hier richtig. Das Thema Klimaschutz kann durchaus emotional sein – umso wichtiger ist es, Beteiligungsprozesse im Klimaschutz sorgfältig zu planen, um zu guten Ergebnissen zu kommen. Es gilt, Methoden auszuwählen, die zur jeweiligen Gruppe und zu den Zielen des Austauschs beziehungsweise der Zusammenarbeit passen.
Im Folgenden wurde eine Reihe von Methoden zusammengestellt, die in der Zusammenarbeit mit Kommunen erprobt wurden und die sich für Beteiligungsprozesse im kommunalen Klimaschutz eignen. Hierbei handelt es sich um eine Auswahl. Sie dient als Inspiration und soll Sie ermutigen, die Methoden auszuprobieren und an Ihren Bedarf anzupassen.

Weiterführende Informationen und Materialien für Ihren Beteiligungsprozess

Folgende Publikationen, Tools und andere Materialien, die bei der Organisation und Umsetzung von Beteiligungsprozessen helfen, empfehlen wir Ihnen: