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22. Dez.. 2021

Modellprojekt zur klimaschonenden Schlammbehandlung

Die Kläranlage Gau-Bickelheim in Rheinland-Pfalz wird auf ein klimafreundliches Verfahren umgestellt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz unterstützt die Umbaumaßnahmen mit Mitteln aus der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI).

Das Bild zeigt die Kläranlage Gau-Bickelheim aus der Vogelperspektive.
Die Kläranlage Gau-Bickelheim wird im Sinne des Klimaschutzes auf das Verfahren der Schlammfaulung umgestellt.
© VG Wörrstadt, Foto: Philipp Köhler/Nahecopter

Die Verbandsgemeinden Wörrstadt und Wöllstein in Rheinland-Pfalz betreiben gemeinschaftlich die Kläranlage Gau-Bickelheim. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert die energetische Sanierung und Optimierung der Kläranlage mit 4,8 Millionen Euro aus der NKI. Das vier Jahre andauernde innovative Modellprojekt ist beispielhaft für einen klimafreundlichen und gemeinschaftlichen Umgang mit Klärschlamm in Kommunen. Durch die Umbaumaßnahmen wird mit einer Treibhausgasminderung von 1.600 Tonnen CO2 gerechnet. 

Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, erklärt:

„Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die auch entscheidend in unseren Kommunen stattfindet. Deshalb unterstützen wir die Verbandsgemeinde Wöllstein gerne beim modellhaften Aufbau einer interkommunalen Klärschlammbehandlung. Landkreise, Gemeinden und Städte haben beim Klimaschutz eine herausragende Rolle. Klimaschutz findet oft in Berlin, Brüssel oder jüngst auch in Glasgow statt. Das sind wichtige Gespräche und Entscheidungen, die einen weltweiten Rahmen für unsere Aktivitäten schaffen. Aber hier im Rheinhessischen Hügelland, in der Kläranlage in Gau-Bickelheim, da wird Klimaschutz konkret.“

Umstellung auf Schlammfaulung 

Im Mittelpunkt der energetischen Maßnahmen steht die Umstellung der simultanen aeroben Schlammstabilisierung auf die Schlammfaulung.  Das neue Verfahren soll mit einer Eigenstromversorgung durch ein Blockheizkraftwerk erreicht werden. Weiterhin sollen die Fremdschlämme der Kläranlage Wöllstein und der Betriebskläranlage eines naheliegenden Fleischverarbeitungsbetriebs mit Pumpleitungen an die Faulung angeschlossen werden. Die entsorgungspflichtigen Fette können so als Co-Fermente zur Energieerzeugung eingesetzt werden, wodurch sich der Gasertrag steigert. Nach Fertigstellung aller Baumaßnahmen sollen die erzeugten Klärgasmengen der Kläranlage Gau-Bickelheim und der Kläranlage Wöllstein bedarfsgerecht in Strom und Wärme umgewandelt und vor Ort verbraucht werden. Im Optimalfall könnten beide Kläranlagen energieautark sein.

Außerdem sollen in den sogenannten Medien- oder Infrastrukturgräben, die die drei Kläranlagen verbinden, neben den Leitungen für Klärschlamm, Klärgas und Filtratwasser auch Kommunikationskabel verlegt werden. Diese Kabel tragen zur optimalen effizienten Steuerung der Anlage bei. 

Antragsfenster ab März 2022 geöffnet

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz unterstützt und initiiert über die NKI mit dem Förderaufruf für kommunale Klimaschutz-Modellprojekte wegweisende Investitionsvorhaben im kommunalen Umfeld, die durch ihre direkten Treibhausgasminderungen einen wesentlichen Beitrag zur schrittweisen Erreichung der Treibhausgasneutralität von Kommunen leisten. Seit 2016 wurden über den Förderaufruf bundesweit rund 60 Klimaschutz-Modellprojekte bewilligt. Zusammen entspricht das einem Fördervolumen in Höhe von rund 160 Millionen Euro.
Vom 1. März bis 30. April 2022 können kommunale Antragsteller*innen Projektskizzen einreichen. Die besten Projekte werden in einem wettbewerblichen Verfahren ausgewählt und zur Antragstellung aufgefordert.

Fragen zum Förderprogramm?

Bei Fragen zu den Fördermöglichkeiten oder der Antragstellung des Förderaufrufs für kommunale Klimaschutz-Modellprojekte hilft Ihnen der Projektträger Jülich (PtJ) gerne weiter – telefonisch unter 030 20199-3510 sowie per E-Mail an ptj-ksi@fz-juelich.de. Bitte beachten Sie, dass die bisher vom PtJ geführte Projektträgerschaft ab 1. Januar 2022 an das Team der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft gGmbH übertragen wird.