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25. Juni 2026

Energie-Scouts stärken Klimaschutz und Resilienz in Unternehmen

Auszubildende und junge Fachkräfte zeigen mit konkreten Projekten, wie Unternehmen Energie und Ressourcen sparen, Biodiversität fördern und ihre Resilienz im Betriebsalltag stärken können.

Mehrere Personen stehen in einem modernen Foyer vor einer Stellwand mit Projektpostern und tauschen sich aus.
Auszubildende und junge Fachkräfte treiben Klimaschutz im Unternehmen voran
© Fotojournalist Jens Schicke

Steigende Energiepreise, volatile Rohstoffmärkte und der Weg zur Klimaneutralität erhöhen den Druck auf Unternehmen. Viele Betriebe suchen deshalb nach Lösungen, die Klimaschutz mit Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit verbinden. Die Energie-Scouts des Unternehmensnetzwerks Klimaschutz (UNK) zeigen, wie das im Betriebsalltag konkret gelingen kann. 

Das UNK unterstützt Unternehmen dabei, Energie- und Ressourceneffizienz sowie Kreislaufwirtschaft systematisch im Betrieb zu verankern. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) über die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI). Die DIHK Service GmbH führt das Projekt durch.

Bei der Bestenehrung in Berlin wurden Projekte ausgezeichnet, die Energie und Ressourcen sparen, die Biodiversität stärken und so gezielt zur Resilienz von Betrieben beitragen. Die Veranstaltung fand gemeinsam mit dem über die europäische Klimaschutzinitiative geförderten Projekt „Young Energy Europe“ und den europäischen Energy Scouts statt.

Praxisnahe Lösungen aus dem Arbeitsalltag 

Auszubildende identifizieren systematisch Einsparpotenziale in ihren Unternehmen und setzen eigenständig Effizienzmaßnahmen um – direkt im Arbeitsalltag, mit unmittelbarem Nutzen für Wirtschaftlichkeit, Klimaschutz und Versorgungssicherheit. 

Bundesumweltminister Carsten Schneider lobt: „Klimaschutz rechnet sich schnell und ist somit ein wichtiger Treiber für Innovationen und Wertschöpfung. Das zeigen die Projekte der Energie-Scouts sehr anschaulich. Die Auszubildenden haben einen wachen Blick für ungenutzte Potenziale bewiesen und diese direkt in die Tat umgesetzt. Mit dieser Erfahrung sind sie für ihr weiteres Berufsleben gut aufgestellt und ein echter Gewinn für ihre Unternehmen. Wenn das erfolgreiche Energy-Scout-Konzept auch in Mittel- und Osteuropa Nachahmer findet, erweist es sich als wichtiger europaweiter Baustein für Unternehmen auf dem Weg zur Klimaneutralität.“ 

Laut DIHK-Präsident Peter Adrian zeigen die Scouts, „dass Klimaschutz im Unternehmen mit konkreten Maßnahmen beginnt. Sie identifizieren Einsparpotenziale direkt im Arbeitsalltag und entwickeln daraus wirtschaftlich tragfähige Ansätze. Diese setzen sie gemeinsam im Unternehmen um. Mit ihren Ideen, ihrem Fachwissen und ihrem Blick für praktische Verbesserungen entstehen Lösungen, die sowohl dem Klimaschutz als auch den Unternehmen zugutekommen.“

Ausgezeichnete Projekte der Energie-Scouts in Deutschland 

Auf deutscher Seite nominierten die Industrie und Handelskammern als regionale Durchführer insgesamt 68 Teams für die bundesweite Bestenehrung. In vier Kategorien wurden Projekte ausgezeichnet, die besonders überzeugende Beiträge zu Energie und Ressourceneffizienz sowie zum Erhalt der Biodiversität leisten. Kategorie „Energie und Klima (KMU)” Ausgezeichnet wurde die Tremonia Mobility GmbH aus Dortmund (IHK zu Dortmund). Durch die Optimierung des Druckluftsystems im Produktionsbereich spart das Unternehmen jährlich rund 25.000 Kilowattstunden Energie, vermeidet etwa 9,5 Tonnen CO₂ und senkt die Energiekosten um rund 5.500 Euro pro Jahr. 

Kategorie „Energie und Klima (große Unternehmen)” 

Die H. & J. Brüggen KG aus Lübeck (IHK zu Lübeck) überzeugte mit einer optimierten Steuerung von Produktionsöfen. Durch die gestaffelte Abschaltung der Brennzonen werden jährlich rund 9.900 Kubikmeter Erdgas eingespart. Das entspricht einer Reduktion um etwa 20 Tonnen CO₂ sowie einer Kosteneinsparung von rund 15.000 Euro pro Jahr. 

Sonderpreis „Ressourceneffizienz” 

Der Sonderpreis ging an die Dr. Hahn GmbH & Co. KG aus Mönchengladbach (IHK Mittlerer Niederrhein). Durch die Optimierung von Verpackungsprozessen spart das Unternehmen jährlich rund 4,7 Millionen Verpackungstüten, etwa 66 Tonnen CO₂ sowie rund 12.000 Euro an Kosten. 

Kategorie „Biodiversität” 

In der Kategorie Biodiversität wurde die Gestamp Umformtechnik GmbH aus Bielefeld (IHK zu Bielefeld) ausgezeichnet. Durch die ökologische Aufwertung des Werksgeländes mit artenreichen Pflanzflächen, Apfelbäumen sowie Insekten und Kleintierhabitaten wird die biologische Vielfalt am Standort nachhaltig gestärkt. Das Projekt wurde weitgehend durch Wiederverwendung und Spenden von Pflanzen umgesetzt.

UNK mit Qualifizierungen und Plattform für wirksamen Klimaschutz im Betrieb 

Die Bestenehrung macht deutlich, welchen Beitrag Qualifizierungsprogramme wie die EnergieScouts für den betrieblichen Klimaschutz leisten. Sie verbinden Fachwissen, Praxis und Eigenverantwortung und befähigen Auszubildende und dual Studierende, Klimaschutzmaßnahmen selbstständig zu entwickeln und umzusetzen. Über die Qualifizierung hinaus unterstützt das Unternehmensnetzwerk Klimaschutz Unternehmen als bundesweite Informations und Austauschplattform dabei, Energie und Ressourceneffizienz sowie Kreislaufwirtschaft systematisch im Betrieb zu verankern.

Fünf Personen stehen vor einer blauen Fotowand mit DIHK-Logo.
Vertreterinnen und Vertreter des Unternehmensnetzwerks Klimaschutz, der Deutschen Industrie und Handelskammer und des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit
© Fotojournalist Jens Schicke
Eine große Gruppe von Menschen steht in einem hellen Foyer und zeigt mit erhobenem Daumen in die Kamera.
Energie-Scouts für mehr Klimaschutz in Unternehmen
© Fotojournalist Jens Schicke
Fünf Personen stehen vor einer blauen Fotowand mit DIHK-Logo.
Eine große Gruppe von Menschen steht in einem hellen Foyer und zeigt mit erhobenem Daumen in die Kamera.