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28. Aug. 2026

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein eröffnet Fahrradstation in Kiel

Mit 1.274 Stellplätzen, 636 kostenlosen Lademöglichkeiten, belüfteten Spinden und einer Werkstatt erleichtert die neue Mobilitätsstation Mitarbeitenden, Auszubildenden und Studierenden den klimafreundlichen Weg zum Campus Kiel.

Rote Spinde mit Fahrradmotiven säumen den Lade- und Umkleidebereich der Fahrrad-Mobilitätsstation.
Die Station bietet kostenlose Ladeplätze für E-Bike-Akkus und belüftete Spinde zum Trocknen nasser Kleidung.
© UKSH

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) hat am 17. August 2026 auf dem Campus Kiel eine der größten und modernsten Fahrrad-Mobilitätsstationen Deutschlands eröffnet. Das dreigeschossige Gebäude bietet mehr als 1.300 Stellplätze, 636 Lademöglichkeiten und umfangreiche Serviceangebote wie Spinde zum Trocknen nasser Kleidung sowie eine Fahrradwerkstatt.

Die Anlage mit ihrer begrünten Fassade liegt zentral zwischen den neuen Gebäuden für Forschung und Lehre und dem Zentralgebäude für die Krankenversorgung. Die Station ist Teil des Mobilitätskonzepts für den Campus Kiel und wird im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) unterstützt.

Die Mobilitätsstation erleichtert den Alltag mit dem Fahrrad

Die Mobilitätsstation ist rund um die Uhr geöffnet und bietet 1.274 Stellplätze für Fahrräder auf Einzel- und Doppelstockstellplätzen sowie zusätzlich 63 separate Plätze für Lastenräder. Mit dem Dienst- oder Hausausweis lassen sich die Schranken und bei Dunkelheit auch das Rolltor an der Zufahrt öffnen. Sensoren schalten die Beleuchtung automatisch ein.

Für E-Bikes und Akkus stehen insgesamt 636 Lademöglichkeiten zur Verfügung: 396 E-Ladepunkte sowie 240 abschließbare Ladespinde für herausnehmbare Akkus. Die Nutzung der Station und der Strom sind kostenlos. In 365 belüfteten Spinden kann nasse Regen- und Funktionskleidung während des Arbeitstages trocknen und ist zum Dienstschluss wieder einsatzbereit.

Im Erdgeschoss steht eine kostenlose Selbsthilfewerkstatt mit Reparaturständern, Werkzeug und einer Kompressorpumpe zur Verfügung. Ersatzteile sind an einem Automaten erhältlich. Zu festen Präsenzzeiten bietet der Fahrraddienstleistenden PiQuadrat zusätzlich professionelle, kostenpflichtige Reparaturen an. Fahrräder können dort auch zur Reparatur abgegeben werden.

Die Ausstattung schafft damit konkrete Voraussetzungen für einen klimafreundlichen Arbeits- und Studienweg. Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH, sagt: „Mit einem hochmodernen, begrünten und solarbetriebenen Parkhaus für Fahrräder – inklusive Reparaturwerkstatt und belüfteten Spinden – setzen wir bundesweit Maßstäbe. Die Mobilitätsstation erleichtert den täglichen Arbeitsweg mit dem Fahrrad und zeigt, wie gute Arbeitsbedingungen und Klimaschutz zusammengehen.“ Er ergänzt: „Mein besonderer Dank gilt dem Bund und dem Land Schleswig-Holstein, die dieses außergewöhnliche Projekt ermöglicht haben.“

Auch die Nutzung der Station richtet sich nach den Förderrichtlinien des Bundes. Diese zielen auf die Verringerung der CO2-Emissionen auf Arbeits- und Studienwegen. Die Station steht daher zunächst Mitarbeitenden und Auszubildenden des UKSH sowie Studierenden der Medizin und Zahnmedizin an der CAU zur Verfügung. Sollten später dauerhaft freie Kapazitäten vorhanden sein und die Förderbedingungen es zulassen, prüft das UKSH eine Öffnung für weitere Nutzendengruppen.

Ein geförderter Beitrag zum Klimaschutz am Campus

Die Fahrrad-Mobilitätsstation ist ein zentraler Bestandteil des Mobilitätskonzepts für den Campus Kiel. Sie erleichtert den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad, verringert den Parkplatzdruck und fördert klimafreundliche Arbeits- und Studienwege.

Die Bedeutung der neuen Infrastruktur für den Campus hebt Dr. Silke Schneider, Finanzministerin des Landes Schleswig-Holstein, hervor: „Mit der Mobilitätsstation erhält der Campus Kiel eine moderne und zukunftsweisende Infrastruktur. Das Gebäude verbindet nachhaltige Mobilität, hohe Funktionalität und anspruchsvolle Architektur. Vor allem verbessert es ganz konkret die Bedingungen für die Menschen, die täglich am Campus arbeiten und studieren.“

Nach den Berechnungen im Förderantrag können durch das Projekt jährlich rund 1.100 Tonnen CO2 eingespart werden. Die Gesamtkosten des Projekts betragen 18,2 Millionen Euro. Das BMUKN unterstützt die Mobilitätsstation im Rahmen der NKI mit 6,25 Millionen Euro. Die weitere Finanzierung übernimmt das Land Schleswig-Holstein aus Mitteln des Zukunftspakts I. Der Bau begann im August 2023.

Bettina Hagedorn, Parlamentarische Staatssekretärin im BMUKN, ordnet die Bedeutung solcher Angebote für den Klimaschutz ein: „Klimaschutz gelingt besonders gut, wenn nachhaltige Angebote den Alltag der Menschen spürbar erleichtern. Die neue Mobilitätsstation schafft hervorragende Bedingungen für den täglichen Arbeits- und Studienweg mit dem Fahrrad. Sie zeigt beispielhaft, wie die NKI des Bundesumweltministeriums konkrete Veränderungen vor Ort anstoßen kann.“

Solarstrom und begrünte Architektur ergänzen das Konzept

Neben den Angeboten für klimafreundliche Arbeits- und Studienwege setzt die Mobilitätsstation auch bei ihrer Energieversorgung und Gestaltung auf nachhaltige Lösungen.

Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt rund 85.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr und versorgt damit die gesamte Mobilitätsstation einschließlich der Ladeangebote für E-Bikes und Akkus. Das begrünte Dach hält Regenwasser zurück. Die geschwungene Gebäudeform und die teilweise begrünte Fassade, die erstmals am UKSH umgesetzt wurde, verleihen der Mobilitätsstation eine moderne, eigenständige Architektur. Ein besonderes Lichtkonzept prägt die Gestaltung im Inneren.

Die Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH) leitete den Bau. Holger Basten, Interims-Geschäftsführer der GMSH, sagt: „Auf einem zentralen und baulich anspruchsvollen Baufeld ist ein außergewöhnliches Gebäude entstanden. Die Mobilitätsstation verbindet hohe Kapazität mit moderner Technik, nachhaltigen Bauelementen und besonderer architektonischer Qualität. Damit ist sie weit mehr als ein Fahrradparkhaus.“

Der Entwurf stammt vom Kieler Architekturbüro Schmieder.Dau.Architekten.BDA. Dessen Partner Christian Schmieder erläutert den gestalterischen Ansatz: „Nachhaltigkeit ist hier nicht nur Programm, sondern Konstruktionsprinzip. Das Fahrradparkhaus unterstützt die Mobilitätswende und ist zugleich so geplant, dass seine Bauteile sortenrein getrennt und wiederverwendet werden können. Der Lebenszyklus des Gebäudes wurde von Anfang an mitentworfen.“

Die Fahrrad-Mobilitätsstation verbindet sichere Stellplätze, Ladeangebote und praktische Services mit erneuerbarer Energie. Sie unterstützt damit klimafreundliche Arbeits- und Studienwege auf dem Campus Kiel.