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Stadt Greven gewinnt beim Bundeswettbewerb „Klimaaktive Kommune 2025“

40.000 Euro Preisgeld für „Energieautarke Kläranlage“

Die Auszeichnung wurde für den energetischen Umbau der Kläranlage hin zu einer nahezu energieautarken Einrichtung vergeben.

Die Stadt Greven gehört zu den Gewinnern beim Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2025“
Die Stadt Greven gehört zu den Gewinnern beim Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2025“
© Sympathiefilm/Difu

Video zum ausgezeichneten Projekt

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Bürgermeister Dietrich Aden zur Verwendung des Preisgeldes

„Die Auszeichnung macht deutlich, dass die besten Lösungen für den Klimaschutz nicht von oben herab, sondern aus den Kommunen kommen. Ohne das Fachwissen und die Ideen der Mitarbeiter vor Ort hätten wir den Preis nicht gewonnen. Insofern ist das ein Plädoyer für mehr Vertrauen in das Know-how der Städte und Gemeinden. Das Preisgeld werden wir in Klimaschutzmaßnahmen reinvestieren.“

Factsheet zum ausgezeichneten Projekt

Alle Infos zusammengefasst in einem Factsheet: barrierefreies PDF zum Download

Energieautarkie statt Energieverschwendung

Die Stadt Greven hat sich im Rahmen ihres kommunalen Klimaschutzkonzepts das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2040 klimaneutral zu werden. Ein wichtiges Projekt zur Erreichung dieses Ziels ist die Umstellung der Kläranlage in Greven-Reckenfeld von einem hohen Energieverbraucher hin zu einer nahezu energieautarken Einrichtung.  Da Kläranlagen zu den größten Energieverbrauchern im kommunalen Bereich zählen, leistet das Projekt einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion der Grevener Treibhausgasemissionen.

Die Technischen Betriebe Greven sind für die Umsetzung des Projekts verantwortlich. Bereits seit 2009 setzen sie gezielt technische und bauliche Maßnahmen um, die den Stromverbrauch senken und gleichzeitig die Eigenversorgung aus erneuerbaren Energiequellen erhöhen.

Der Prozess begann mit der energetischen Sanierung des Belebungsbeckens und dem Ausbau der Solarenergie. 2022 folgten zwei Blockheizkraftwerke, die durch Verstromung von Faulgas eine elektrische Leistung von je 99 kW erreichen. Diese Anlagen erhöhen nicht nur den Anteil der Eigenenergieerzeugung, sondern tragen durch Kraft-Wärme-Kopplung auch zur effizienten Nutzung der eingesetzten Energieträger bei.

Im Jahr 2024 wurde das Energiesystem weiter optimiert. Neue Photovoltaikanlagen mit 65 kWp sowie ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 130 kW ergänzen nun das Gesamtsystem. Beide Maßnahmen wurden vom Land Nordrhein-Westfalen mit einem Anteil von 90 Prozent finanziell unterstützt. Zusätzlich wurden vier Elektrofahrzeuge angeschafft und eine passende Ladeinfrastruktur am Hauptstandort installiert. Diese Maßnahmen sollen den gesamten Fuhrpark schrittweise auf eine batteriebasierte Mobilität umstellen.

Effizienzsteigerung auch in der Abwasserbehandlung

Neben der energetischen Optimierung wird auch die Abwasserbehandlung technologisch weiterentwickelt. Seit 2020 betreibt die Anlage eine vierte Reinigungsstufe auf Basis der sogenannten Pulveraktivkohle-Adsorption. Sie ermöglicht die gezielte Entfernung von Mikroschadstoffen, insbesondere von Medikamentenrückständen, aus dem Abwasser. Eine wissenschaftliche Begleitstudie belegte eine Effizienzsteigerung bei der Entfernung dieser Stoffe von rund 25 auf über 80 Prozent. Davon profitieren nicht nur die Grevener Bürgerinnen und Bürger, sondern auch die Umwelt. Denn je gereinigter das Wasser die Anlage wieder verlässt, desto weniger Auswirkungen entstehen für die Umwelt.

Die Maßnahmen der Technischen Betriebe der Stadt zur Optimierung der Kläranlage zeigen, wie einer der größten kommunalen „Stromfresser“ in Greven effektiv und nahezu energieautark funktionieren kann.

Weiterführende Informationen
Pressefoto Stadt Greven

zip | 19.29 MB

Factsheet Stadt Greven

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