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Landeshauptstadt Kiel

25.000 Euro Preisgeld für Green-IT im Rechenzentrum des Abfallwirtschaftsbetriebs
Kommunen

Die Auszeichnung wurde für die Umsetzung von Green-IT im Rechenzentrum des Abfallwirtschaftsbetriebs vergeben. Mit einem Kooperationsprojekt haben die Stadt und ihr Abfallwirtschaftsbetrieb gezeigt, dass durch die energetische Modernisierung eines Serverraums die vorab prognostizierte Stromeinsparung von 70 Prozent tatsächlich erreicht werden kann.

  • Rechenzentrum Abfallwirtschaftsbetriebe Kiel
    © hearts&minds/Difu

Die Zunahme von IT-Infrastruktur in Unternehmen, Verwaltungen, Institutionen und Schulen verbraucht immer größere Mengen an Strom und Energie. Mit „Green-IT“ will Kiel diesen Trend stoppen und im besten Fall sogar umkehren. Aufbauend auf Erkenntnissen von vorangeschalteten „Green-IT-Checks“ wurde 2014 der Serverraum des Abfallwirtschaftsbetriebs Kiel zur Umrüstung ausgewählt, da hier mit 70 Prozent das größte Einsparpotenzial bei einer energetischen Sanierung ausgemacht worden war. Im ersten Sanierungsschritt ging es an die Modernisierung der Server-Hardware des Abfallwirtschaftsbetriebs: Ein neues, sparsames Gerät ersetzt nun die alte Anlage. Es folgte der Umbau des Serverraums mit Fokus auf die Klimatisierung. Zur optimalen Warm-Kaltluft-Führung wurden die Server- und Kabelschränke neu angeordnet und die alten Klimageräte gegen neue, effiziente Kanal-Umluftklima-Splitgeräte ausgetauscht. Die vorhandene, überdimensionierte Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) wurde abgebaut und stattdessen eine energieeffiziente USV-Anlage installiert.

Video zum ausgezeichneten Projekt

 

Herr Andreas von der Heydt (Leiter des Umweltamtes) zur Verwendung des Preisgeldes:

„Kiel hat bereits im Jahr 1995 Klimaschutz zur wichtigen kommunalpolitischen Aufgabe erklärt. Als Landeshauptstadt und Masterplan 100 % Klimaschutz-Kommune übernimmt Kiel darüber hinaus eine Vorbildfunktion. Wie das Pilotprojekt zeigt, kann mit Green-IT-Konzepten die Digitalisierung energiesparend und damit klimaverträglich erfolgen. Mit dem Preisgeld sollen weitere Stromsparprojekte initiiert und über den Kieler Klimaschutzfonds gefördert werden, insbesondere bei der Beleuchtung und im Bereich Kühl- und Gefriergeräte liegen noch erhebliche Sparpotenziale.“

Green-IT rechnet sich

Nach zwei Jahren Betriebszeit zeigte sich Ende 2017, dass die erzielten Stromeinsparungen fast genau den prognostizierten Werten entsprachen. Die rund 30.000 Euro Investitionskosten haben sich damit nicht nur gelohnt, sondern auch amortisiert: Rund 73.000 Kilowatt Strom, 13.000 Euro und 43 Tonnen klimaschädliches CO2 werden nun jährlich eingespart. Bereitgestellt wurde das Geld über ein stadtinternes Contracting durch das Umweltschutzamt, Abteilung Klimaschutz. Die zur Verfügung gestellten Mittel fließen über die Amortisationszeit zurück ins Umweltschutzamt und können dort erneut für interne Investitionen in den Klimaschutz genutzt werden. Das Projekt zeigt, dass in Rechenzentren und Serverräumen durch die Umstellung auf Green-IT viel Energie, Strom, CO2 und Geld systematisch eingespart werden können.

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Ansprechpartner:
Jens-Peter Koopmann
Landeshauptstadt Kiel
Umweltschutzamt, Abteilung Klimaschutz
Telefon: 0431/9013738
E-Mail: klimaschutz@kiel.de

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