Projekt

Deutscher Moorschutzdialog

Impulse für Klimaschutz, Biodiversität und nachhaltige Landnutzung auf Mooren
Kommunen
Moorschutz ist Klimaschutz. Um Moorschutz in Deutschland voranzutreiben, wird im Projekt ein bundesweiter Dialog zum klimagerechten Umgang mit Mooren angeregt, Praxisbeispiele werden identifiziert sowie Finanzierungsinstrumente weiterentwickelt.
Projektinformationen
Projektlaufzeit 
01. Dez. 2015 bis 31. Mai. 2019
Förderkennzeichen: 
03KF0032 A / B / C
Fördersumme in € 
1.411.483 €
  • Exkursion ins Moor
    © lensescape.org

Auf einen Blick

Der Deutsche Moorschutzdialog setzt durch Kommunikation und Wissenstransfer Impulse zur bundesweiten Intensivierung und Vernetzung der Aktivitäten zum Klimaschutz durch Moorschutz. In diesem Prozess identifizieren Wissenschaftler, Umsetzer für Moorschutzprojekte aus dem kommunalen Raum und Entscheidungsträger aus Bund und Ländern gemeinsam realistische Reduktionsziele von Emissionen durch Moor-Wiedervernässung und Paludikultur. Sie entwickeln zudem geeignete Konzepte und Instrumente, damit die Ökosystemleistungen der Moore zum Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 der Bundesregierung beitragen können. Denn die land- und forstwirtschaftlich genutzten Moorböden sind für den Hauptteil klimaschädigender Emissionen verantwortlich. Durch Wiedervernässung und Umstellung auf Paludikultur können sie wesentlich zur Reduzierung von Emissionen aus Mooren beitragen. Um den Dialog über das Projektende hinaus zu verstetigen, wird das Kompetenzzentrum für Moor- und Klimaschutz in Greifswald (kurz: GMC) etabliert, das von den Verbundpartnern Michael Succow Stiftung, Universität Greifswald und DUENE e.V. getragen wird.

Ziele

Das Projekt fördert Interesse und Engagement von Kommunen, Wirtschaft und Gesellschaft für Klimaschutz durch Moorschutz und stimuliert Umsetzungsprojekte. Durch Moore können substantiell Treibhausgas-Emissionen reduziert beziehungsweise Kohlenstoff festgelegt werden, um so nachhaltig zu den Klimaschutzzielen der Bundesregierung beizutragen:

  1. Kohlenstoffverluste vermeiden: Enorme Treibhausgas-Emissionen können durch Wiedervernässung entwässerter Moore vermieden werden.
  2. Kohlenstoff binden und nutzen: Die Vegetationsdecke von wiedervernässten Mooren wandelt durch Photosynthese CO2 aus der Atmosphäre in Biomasse um, die zum Teil als Energieträger oder stofflich nutzbar ist (Paludikultur).
  3. Kohlenstoff festlegen und festhalten: Natürlich wachsende Moore legen durch ihre Biomasse Kohlenstoff im Torf fest und sind die einzige kontinuierliche, langfristig-effektive Kohlenstoffsenke der terrestrischen Biosphäre. Auch bei Nutzung der oberirdischen Biomasse (Paludikultur) ist Torfakkumulation durch Verbleib der unterirdischen Pflanzenteile möglich.

Projektablauf

AP 1: Koordination und Öffentlichkeitsarbeit

  • Projektadministration
  • Vernetzung
  • Zielgruppenorientierte Wissensaufbereitung und –transfer von der Wissenschaft in die Praxis
  • Öffentlichkeitsarbeit des Verbundprojektes

AP 2: Moorschutzdialog & GMC Aufbau

  • Vielfältige Workshops und Infoveranstaltungen in moorreichen Bundesländern für Entscheidungsträger, Akteure und Gesellschaft
  • Tagung "Moorschutzdialog" 2018 in Berlin
  • Aufbau eines Fachbeirats für den Deutschen Moorschutzdialog am GMC

AP 3: Klimaschutz durch Paludikultur

  • Feldtage und Workshops mit Paludikultur Praxis-Multiplikatoren
  • Workshops zu Konzepten und Umsetzungsstrategien für Paludikultur
  • Hemmnis-Analyse bzgl. der rechtlichen Rahmenbedingungen für Paludikultur
  • Aufbau einer interaktiven Moor- und Paludikultur-Info-Plattform
  • Mobile Ausstellung "Klimaschutz durch Moorschutz und Pakudikultur"
  • Paludikulturtagung 2017 in Greifswald

AP 4: Moor-Datenbank und Finanzierungsinstrumente

  • GIS-Datenbank Moore und Moorschutzprojekte in Deutschland und Evaluierung deren Treibhausgas-Reduktionspotenzial
  • Potentialabschätzung des zukünftigen Beitrags des Moorschutzes zur Erfüllung der nationalen Klimaschutzziele
  • Auswertung der vielfältigen bestehenden Finanzierungsinstrumente als Anreiz für Wiedervernässung (zum Beispiel MoorFutures) und Abschätzung der Potenziale von neuartigen Instrumenten

Fazit

Der Moorschutzdialog soll gesellschaftliche, rechtliche und politische Hindernisse für die Umsetzung von Moorschutz und Paludikultur abbauen. Während der Projektlaufzeit werden verschiedene Wiedervernässungsmaßnahmen und Demonstrationsvorhaben zur Paludikultur angestoßen und begleitet.

Michael Succow Stiftung

54.091
13.366999999999962
Ellernholzstraße
Greifswald
  • Mecklenburg-Vorpommern
17489
„RUMOOREN! Kunst trifft Moor“ – künstlerische Beiträge willkommen!